Hasskommentare im Internet (Psychologie)

Medienpsychologie - Internetpsychologie

Wer schreibt Hassbotschaften im Internet?

23.02.2018 Laut einer kürzlich in Violence and Gender veröffentlichten psychologischen Studie verringern Videospiele die Wahrscheinlichkeit, Hasskommentare online zu veröffentlichen.

Diese Erkenntnis legt nahe, dass gewalttätige Videospiele als Ventil für Aggressionen dienen können, und eher weniger für deren Entstehung verantwortlich sind, schreibt der Forscher Jim Hawdon von der Virginia Tech.

Befunde

Weitere Erkenntnisse seiner psychologischen Arbeit sind:

Zahl der Hassposter hat sich erhöht

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Bild: Gerd Altmann

Basierend auf ihren Daten aus nationalen Stichproben von US-Amerikanern im Alter von 15 bis 35 Jahren hat sich die Zahl der US-Amerikaner, die zugeben, Hassinhalte zu schreiben erhöht.

Im Jahr 2013 gaben nur 8,1 Prozent der Befragten an, Hasskommentare zu veröffentlichen; im Jahr 2016 gaben jedoch 19,8 Prozent der Befragten an, dass sie Hass-Inhalte online erstellt und veröffentlicht haben.

Gefangen in der eigenen Blase

Die Ergebnisse zeigen, dass die Nutzung von Social-Networking-Sites wie Reddit und allgemeinen Nachrichtenforen die Wahrscheinlichkeit erhöht, an der Online-Verbreitung von Hass-Material beteiligt zu sein, während die Verwendung von Tumblr und Ego-Shooter-Videospielen die Wahrscheinlichkeit, Hassbotschaften online zu publizieren, verringert, schreibt Hawdon.

Gewalttätigen Computerspielen kann also eher die Rolle einer aggressionsabführenden als einer verursachenden Rolle zugewiesen werden, schreibt der Wissenschaftler.

Die Forscher fanden keine signifikanten Verbindungen zwischen dem Posten von Hasskommentaren auf den anderen sozialen Online-Netzwerken wie Facebook, Twitter etc. und keinen Zusammenhang mit der insgesamt online verbrachten Zeit.

Diejenigen, die Ziel von Hassbotschaften online waren, veröffentlichten selbst mit mehr als achtmal größerer Wahrscheinlichkeit Hasskommentare u. ä. im Vergleich zu denjenigen, die nicht ins Visier genommen worden waren (8,48, p < 0,001).

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Violence and Gender - DOI: 10.1089/vio.2017.0048; Feb. 2018

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