Musik: Konzentration, Konzentrationsfähigkeit

Musikpsychologie

Musik kann die Konzentration von Männern beeinträchtigen;
Frauen lassen sich nicht beeinflussen

30.12.2016 Männer, die auf einem hohen Konzentrationsniveau arbeiten und Rockmusik hören, können sich schlechter konzentrieren laut einer im Medical Journal of Australia veröffentlichten Studie des Imperial College London und der Royal College of Music.

Musik während Operationen

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Bild: SnapwireSnaps

Laut den Forschern wird Musik oftmals während chirurgischer Operationen gespielt (bis zu 72 Prozent der Zeit). Jedoch sind sich die Experten uneinig, ob sie eine vorteilhafte Wirkung hat. Z.B. legen einige Ergebnisse nahe, dass jamaikanische Musik und Hip-Hop die Operationsgeschwindigkeit erhöhen und die Handhabung der chirurgischen Instrumente. In einer anderen Studie berichten aber 25% der Anästhesisten, dass Musik ihre Wachsamkeit verringere.

Für die neue Studie ließen die Forscher 352 Freiwillige ein klassisches Konzentrationsspiel (Operation Game) spielen. Bei diesem Spiel müssen mit Fingerspitzengefühl vorsichtig Objekte von dem Patienten abgenommen werden, wobei Signale ertönen / erscheinen, wenn zu unvorsichtig bzw. unkonzentriert vorgegangen wird.

AC/DC versus Mozart

Bei dieser Aufgabe trugen die Teilnehmer Kopfhörer, über die entweder

Die Forscher erfassten die Fehler der Teilnehmer und wie lange sie für eine festgelegte Aufgabe brauchten.

Mehr Fehler unter Rockmusik

Insgesamt waren die Männer unter der Rockmusik von AC/DC langsamer und machten mehr Fehler im Vergleich zu Männern, die Mozart oder die Geräusche aus dem Operationssaal hörten.

Tatsächlich war das Lied 'Thunderstruck' mit durchschnittlich 36 Fehlern verbunden, während bei der Sonate oder den Operationsgeräuschen nur durchschnittlich 28 Fehler begangen wurden. Die Probanden brauchten etwa eine Minute, um die festgelegte Aufgabe zu schaffen.

Frauen ließen sich nicht ablenken

Generell brauchten die Frauen länger, um die Körperteile zu entfernen, machten aber weniger Fehler.

Tatsächlich schienen die weiblichen Teilnehmerinnen aber überhaupt nicht durch die Rockmusik abgelenkt zu werden, und es gab keine Unterschiede hinsichtlich Leistung oder Geschwindigkeit zwischen den gehörten Tracks.

Obwohl es unklar ist, warum Rockmusik Männer mehr beeinträchtigte als Frauen, vermuten die Forscher, dass Männer vielleicht anfälliger gegenüber akustischen Stress sind - ein durch laute oder nicht harmonierende Musik ausgelöster Zustand.

Die Wissenschaftler fragten die Teilnehmer auch nach ihrem Musikgeschmack, wobei sich herausstellte, dass Mozart nur die Anzahl der Fehler bei den Personen verringerte, die auch die Sonate besonders gern hörten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Imperial College London, Medical Journal of Australia - doi:10.5694/mja16.01045; Dez. 2016

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