Musik (Psychologie, Psyche)

Medienpsychologie

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Musikausbildung: Die Gene beeinflussen die Auswirkungen des Übens

Anscheinend braucht es mehr als viel Übung, um ein ausgezeichneter Musiker zu werden laut einer aktuellen Studie.

Forscher der McGill Universität und Kollegen aus Deutschland untersuchten die Auswirkungen einer musikalischen Ausbildung, um herauszufinden, welche Teile des Gehirns durch Ausbildung und Übung aktiviert werden.

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Bild: Gerd Altmann

Talent und Übung

Die Untersuchung erlaubte es den Wissenschaftlern, die Teile des Gehirns, die das individuelle Talent ausmachen, von den Gehirnregionen zu unterscheiden, die beim Üben aktiviert werden.

Es wurden die MRT-Scans von 15 jungen Erwachsenen mit geringer oder gar keiner musikalischen Ausbildung ausgewertet. Die Gehirne der Teilnehmer waren - vor und nachdem sie sechs Wochen musikalisch ausgebildet worden waren - gescannt worden. Die Probanden lernten in der Ausbildung einfache Klavierstücke.

Veränderung der Gehirnaktivität

Die Gehirnaktivität in bestimmten Bereichen veränderte sich nach dem Lernen und demonstrierte die Trainingswirkung.

Aber die Aktivität in anderen Gehirnstrukturen, gemessen, bevor die Trainingseinheiten begonnen hatten, konnte vorhersagen, wer schnell oder wer langsam lernen würde.

Die Neigung spielt eine wichtige Rolle beim auditiv-motorischen Lernen, was eindeutig von trainingsinduzierter Plastizität (neuronale Anpassung aufgrund des Trainings) unterschieden werden kann, sagte Studienautor Dr. Robert Zatorre in der Zeitschrift Cerebral Cortex.

Gene und Erziehung

"Unsere Befunde beziehen sich auf die Debatte über den relativen Einfluss von Genen und Erziehung, haben aber auch einen möglichen Praxisbezug für Medizin und Ausbildung."

Die Forscher sagen, dass zukünftige kognitive neurowissenschaftliche Studien erkunden sollten, in welchem Ausmaß die individuellen Unterschiede in der Prädisposition ein Ergebnis der Gehirn-Plastizität aufgrund vorheriger Erfahrungen und der Gene sind.

Die Befunde legen nahe, dass maßgeschneiderte Interventionen für Schüler und neurologische Patienten basierend auf Neigung und Bedarf geschaffen werden könnten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: McGill Universität, Cerebral Cortex; Juli 2015

Einfluss schöner, trauriger Musik auf die Stimmung

Eine weitere Studie untersucht den Einfluss von Musik auf die Stimmung: Warum kann schöne, aber auch als traurig wahrgenommene Musik für eine bessere Stimmung sorgen, wenn man sich schlecht fühlt.

Psychologen der Universitäten von Kent und Limerick baten 220 Menschen, sich an ein negatives emotionales Ereignis ihrer Vergangenheit zu erinnern. Anschließend sollten sie sich Musik anhören, die sie für traurig hielten.

Diese selbstgewählte traurige Musik wurde hinsichtlich der Wirkung eingeschätzt, die sie auf die Stimmung der Teilnehmer hatte, und auf die Überlegungen, die der Wahl zugrundelagen.

Die einzig erfolgreiche Strategie, die eine direkte Stimmungsaufhellung zur Folge hatte, war Musik auszuwählen, die man als schön wahrnahm. Tatsächlich war das Ziel der Teilnehmer oftmals nicht, ihr Wohlbefinden zu verbessern.

Wählten sie aber Musik aus, um bestimmte Erinnerungen auszulösen, hatte es eher eine negative Wirkung.

Dr Annemieke van den Tol sagte in der Zeitschrift Psychology of Music: "Wir entdeckten, dass die Musikwahl der Teilnehmer mit den eigenen Erwartungen der Person an das Hören der Musik verknüpft ist, und an deren Wirkung auf sich."

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Psychology of Music / Universitäten von Kent und Limerick, Feb. 2014

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