Musik (Psychologie, Psyche)

Medienpsychologie

Musikpsychologie: News und Forschungsartikel, die sich mit dem Einfluss der Musik auf unsere Psyche beschäftigen.

Musik gegen Liebeskummer und Traurigkeit

Eine neue Forschungsstudie sagt, dass eine ästhetische die Stimmung einer Person reflektierende Erfahrung helfen kann, emotionale Turbulenzen zu beruhigen. Auf diese Weise können traurige Musik oder Bücher helfen, jemandem durch großen Kummer zu bringen.

Musik, Filme, Bücher sind wie empathische Freunde

"Emotionale Erfahrungen ästhetischer Produkte sind für unser Glück und Wohl wichtig. Musik, Filme, Bilder oder Romane, die unserer gegenwärtigen Stimmung und unseren Gefühlen ähnlich sind, agieren wie ein empathischer Freund, und werden dadurch hoch von uns geschätzt, wenn wir unter einer zerstörten oder beendeten Beziehung leiden", schreiben die Studienautoren.

Die Traurigkeit und der Kummer, der einer zerbrochenen Beziehung folgt, ist Teil des Menschseins. Es ist eine Zeit, in der wir nach einem Ersatz suchen, der die verlorene Bindung ersetzt...das Loch ausfüllt.

Frühere Forschungen sagten, dass Personen in einer negativen Stimmung angenehme, positive ästhetische Erfahrungen (fröhliche Musik oder Komödien) bevorzugen, um auf ihre negativen Gefühle zu reagieren. Doch dies wird von dieser Studie etwas anders gesehen.

Aggressive vs. entspannende Musik

In der neuen Studie wurden Teilnehmer mit verschiedenen frustrierenden Situationen konfrontiert, und sie wurden darum gebeten, aggressive Musik mit fröhlicher oder entspannender Musik zu vergleichen.

Die Forscher entdeckten, dass Menschen eher aggressive Musik mögen, wenn sie durch interpersonale Interaktionen frustriert wurden, (z.B. wenn sie im Sprechen unterbrochen werden; oder wenn jemand immer zu spät kommt) als durch unpersönliche Missgeschicke (z.B. keine Internetverbindung; Naturkatastrophen).

Traurige Musik bei Liebeskummer

In einer anderen Studie wurden Teilnehmer darum gebeten, sich an Erfahrungen zu erinnern, die einen Verlust beinhalteten.

Die Forscher entdeckten, dass die Vorliebe für traurige Musik bedeutend höher war, wenn eine Person einen interpersonalen Verlust erfahren hatte (Verlust einer persönlichen Beziehung, Liebeskummer), als wenn sie einen unpersönlichen Verlust erfahren hatte (z.B. einen Wettbewerb verlor).

Die Forscher sagen, dass die Studie zeigt, dass interpersonale Beziehungen die Vorliebe für ästhetische Erfahrungen beeinflussen.

Das heißt, Menschen suchen und erfahren eine emotionale Beziehung mit Musik, Filmen, Romanen und den schönen Künsten als Ersatz für verloren gegangene und verkümmerte Beziehungen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Chicago Press Journals, Mai 2013

Krankenhaus: Musik beruhigt und lindert Schmerzen

Eine neue Forschungsstudie stellte fest, dass in der Notaufnahme gespielte Musik Schmerzen bei Kindern reduzieren kann, wenn sie behandelt werden.

Weniger Angst und Schmerz bei Kindern

Musik reduzierte aber nicht nur Angst und wahrgenommenen Schmerz, sondern erhöhte auch die Zufriedenheit unter Kindern, Eltern und Angehörigen der Gesundheitsberufe.

Die Forscher führten eine Untersuchung mit 42 Kindern im Alter zwischen 3 und 11 Jahren durch, die die pädiatrische Notfallstation des Canada’s Stollery Children’s Hospital in Edmonton, Alberta, aufsuchten und intravenöse Behandlung (IV) erhielten.

Die Forscher maßen die Aufregung, den Schmerz und die Herzfrequenz, als auch den Pegel der Zufriedenheit von Eltern und dem Krankenhauspersonal, welche die intravenösen Behandlungen durchführten. Der Versuch fand zwischen Januar 2009 und März 2010 statt.

"Wir fanden einen Unterschied beim berichteten Schmerz der Kinder - die Kinder der Musikgruppe hatten weniger Schmerzen gleich nach der Behandlung", sagte die leitende Forscherin, Lisa Hartling.

Musik vorspielen ist einfach und kostengünstig

"Der Befund ist klinisch wichtig, und schon eine einfache Intervention kann einen großen Unterschied machen. Den Kindern Musik vorzuspielen, während schmerzhafte medizinische Verfahren durchgeführt werden, wäre eine kostengünstige und einfache Intervention in klinischen Einrichtungen."

Größere Zufriedenheit bei Eltern und Krankenhauspersonal

Die Forschungsstudie zeigte, dass die Musik-hörenden Kinder über deutlich weniger Schmerzen berichteten, und einige berichteten auch über bedeutend weniger Stress/Leid. Auch waren die Eltern der Kinder mit der Behandlung zufriedener.

In der Musikhörgruppe konnten die IVs sehr leicht durchgeführt werden, sagte 76 Prozent des Krankenhauspersonals - eine merklich höhere Zahl als bei der Nicht-Musik-Gruppe, in der nur 38 Prozent des Personals dies berichtete.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Canada’s Stollery Children’s Hospital, Juli 2013

Musik lindert Schmerzen und Ängste

Forscher haben zeigen können, dass Musikhören wirksam sein kann bei der Reduzierung von Schmerzen bei Personen mit grosser Angst. Die Forscher entdeckten, dass Musik als Ablenkung verwendet werden kann und wirksam bei denjenigen ist, die sich leicht in kognitive Aktivitäten vertiefen können.

Musik mindert Angst, reduziert Schmerz

Die Forschungsergebnisse sind im The Journal of Pain herausgegeben worden.

In der Studie beurteilten Forscher vom University of Utah Pain Research Center den potenziellen Nutzen von Musik hinsichtlich der psychologischen Reaktion auf experimentelle Schmerzreize. Dementsprechend wäre der Schlüssel zu erfolgreicher Schmerzkontrolle bei dieser Methode der Grad des Engagements der Patienten in der Ablenkungsaufgabe.

143 Teilnehmer wurden für die Studie untersucht. Sie sollten sich Musik-Tracks anhören, den Melodien folgen, und abweichende Töne identifizieren.

Während der Musikaufgaben wurden ihnen leichte, experimentelle Schmerzschocks über die Fingerspitzenelektroden gegeben.

Die Befunde zeigten, dass die zentrale Aufmerksamkeit auf die Schmerz-Stimuli zuverlässig mit der wachsenden Forderung durch die Musikaufgaben abnahm.

Musik hilft, Schmerzen zu reduzieren, indem sie sensorische Pfade aktiviert, die gegen die Schmerzpfade antreten, emotionale Reaktionen stimulieren und kognitive Aufmerksamkeit verlangen (so dass der Fokus vom Schmerz genommen wird).

Musik bietet deshalb bedeutungsvolle intellektuelle und emotionale Beschäftigung, was hilft, den Schmerz zu reduzieren.

Musik hilft bei Angststörungen

Ein Überraschungsbefund war, dass die Musik den Teilnehmern mit stark ausgeprägter Angst (bezüglich der Schmerzen) mehr half, als denen, die nicht sehr wegen der Schmerzen besorgt waren.

Dieser Befund zeigte sich entgegengesetzt der Anfangsvoraussage, dass Angst die Fähigkeit eines Teilnehmers, sich in die Musikaufgabe vertiefen zu können, behindert.

Die Forscher bemerkten, dass geringe Angst die Fähigkeit tatsächlich vermindern kann, sich mit der Aufgabe zu beschäftigen.

Die Entdeckung, dass Angst helfen kann, sich mit einer Ablenkung zu beschäftigen, wird als ein neuer Befund betrachtet. Weiter, diese Verbindung beinhaltet, dass die Persönlichkeitsmerkmale berücksichtigt werden sollten, wenn Strategien zur Schmerzlinderung empfohlen werden.
Quelle: The Journal of Pain, Dez. 2011

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