Machen gewalthaltige Videospiele gewalttätig?

Medienpsychologie

News und Forschungsartikel, die sich mit dem psychologischen Einfluss von gewalthaltigen Videospielen / Computerspielen auf das menschliche Verhalten beschäftigen.

Studie bezweifelt, dass Gewalt-Videospiele gewalttätiges Verhalten zur Folge haben

06.11.2019 Eine in Contemporary Economic Policy veröffentlichte Studie stellt fest, dass es nicht genügend Daten gibt, um die Behauptung zu stützen, dass gewalthaltige Videospiele zu Gewalttaten führen.

Die Forschungsarbeit untersuchte Daten aus der National Longitudinal Study of Adolescent to Adult Health (Add Health), einer national repräsentativen Stichprobe von Jugendlichen der Klassen 7-12 in den USA zwischen April und Dezember 1995. Über 15.000 Teilnehmer wurden mit vier Wellen von In-Home-Interviews in das junge Erwachsenenalter begleitet, wobei das letzte Interview 2008 stattfand, als die Teilnehmer 24-32 Jahre alt waren.


Bild: Tomasz Mikolajczyk

Während die Daten zeigen, dass gewalttätiges Verhalten im späteren Leben mit dem Spielen von Videospielen als Jugendlicher zusammenhängt, dürfte dies meist daran liegen, dass Männer im Vergleich zu Frauen sowohl häufiger Computerspiele spielen als auch häufiger Gewalt anwenden bzw. kämpfen, schreibt der Studienautor.

Berechnungen, die die Kausalität besser begründen, finden keinen oder nur einen kleinen negativen Effekt, sagte Autor Michael Ward von der University of Texas in Arlington. Dies sei seine vierte Analyse mit einer vierten Methodik und einem vierten Datensatz zu tatsächlichen Ergebnissen, die keine kausale Verbindung zwischen Gewalt-Videospielen und einem gewalttätigen Verhalten findet, sagt er.

Die Entwicklung von Videospielen gehört zu den sich am schnellsten entwickelnden Formen des menschlichen Ausdrucks, die je entwickelt wurden. Es ist schwer, uns die Erfahrungen vorzustellen, die die in den nächsten Jahrzehnten entwickelten Computerspiele bieten werden, sagte er. Es wäre eine Schande, diese Explosion der Kreativität unbeabsichtigt und unnötig durch inhaltsbasierte politische Interventionen zu ersticken.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Contemporary Economic Policy - https://doi.org/10.1111/coep.12451

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