Volitionspsychologie, Willenspsychologie
Ziele

Psychologie

Definition: Volitionspsychologie (oder Psychologie des Wollens; Willenspsychologie) ist der Teilbereich der Psychologie, der sich mit dem Umsetzen und Erreichen von Zielen auseinandersetzt.

Erfolgreiches Planen von Zielen

Das Planen von Zielen bzw. wie sie erreicht werden können, kann einen tatsächlich dabei behindern, diese Ziele zu erreichen, laut einer neuen Forschungsstudie.

Planung von Zielen schlägt leicht fehl

Die Studie fand heraus, dass Ziele zu setzen und einen bestimmten Plan zu machen, um diese Ziele zu erreichen, nur funktioniert, wenn die Person nur ein Ziel hat. Bei mehr als nur einem Ziel? Dann werden die Leute überfordert, sagen die Forscher Amy Dalton, Ph.D. von der Hong Kong University of Science and Technology und Stephen Spiller, Ph.D. von der Universität von Kalifornien-Los Angeles.

Nur ein Ziel planen

Zuviele Ziele
Zuviele Ziele

"Die Forschung hat gezeigt, dass das Ausformulieren bestimmter Pläne für ein einzelnes Ziel den Erfolg wahrscheinlicher macht", sagten die Forscher in ihrer Studie, die im Journal of Consumer Research herausgegeben wurde. "Die meisten von uns jonglieren jedoch mit mehreren Zielen im Leben und mit mehreren Aufgaben herum, und zu viele Ziele/Aufgaben zu managen ist schwierig. Dies lässt die Frage aufkommen, ob bestimmte Pläne zu formulieren, uns helfen kann, mehrere der Ziele und Aufgaben zu schaffen, die wir uns setzen."

Die Forschung schloss Labor- und Feldversuche ein, in denen die Teilnehmer im voraus planen sollten, wie sie ihre Ziele durchführen und die Anzahl, die sie versuchen wollten zu erreichen.

Je mehr Ziele, desto weniger erfolgreich

In einer Studie gaben die Forscher den Teilnehmern eine To-do-Liste "tugendhafter Aktivitäten", die während fünf Tagen erreicht werden sollten. Einige hatten nur eine Aktivität, aber andere hatten sechs auf der Liste.

Die Hälfte der Teilnehmer wurde ermutigt, ausdrücklich zu planen, wie, wann und wo sie die To-do-Liste jeden Tag ausführen würden. Je mehr Ziele, desto weniger erfolgreich war die Planung.

Eine zweite Studie, die eine Computeraufgabe einschloss, brachte ähnliche Ergebnisse.

Hindernisse und Beschränkungen

Warum ist Planung weniger wirksam, wenn sie mehreren Zielen gilt ? Die Forscher glauben, dass Planung die Menschen an all die Hindernisse und Beschränkungen erinnert, die im Weg stehen, ihre Ziele zu erreichen. Überraschenderweise stellten die Forscher fest, dass die Teilnehmer ihre Ziele als eher erreichbar ansahen, wenn sie dachten, dass andere Leute mit mehr Zielen als sie selbst herumjonglierten.

"Diese Personen entwarfen ihre Ziele als relativ leicht ausführbar und profitierten mit höherer Wahrscheinlichkeit von ihrer Planung", sagten die Forscher.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Consumer Research. Mai 2012

Fortschrittsverzerrung: Wie man es vermeiden kann, das Ziel nicht zu verfehlen

Volitionspsychologie

30.03.2015 Die Fortschrittsverzerrung beim Erreichen von Zielen: Wenn ein Schritt vorwärts größer erscheint als ein Schritt zurück.

Wenn Sie auf einer Diät sind, kann Ihnen das Auslassen des Desserts wie eine große Leistung erscheinen: als ob Sie auf dem besten Weg sind, Ihre Pfunde zu verlieren.

Doch laut einer neuen Studie der Universitäten Colorado und Texas tendieren Menschen dazu, Fortschritte zu überschätzen und Rückschläge zu unterschätzen, wenn sie versuchen, Ziele zu erreichen wie beim Abnehmen oder Geldsparen.

Kognitive Verzerrung

Auch wenn die Überwachung der Zielverfolgung von entscheidender Bedeutung für die Erreichung von fast jedem Ziel ist, haben bisher nur wenige Studien sich angesehen, ob und wie Menschen dies umsetzen.

"Unsere Studien liefern starke Hinweise auf eine 'Fortschrittsverzerrung' bei der Erreichung von Zielen", sagen Margaret C. Campbell und Caleb Warren. Die Menschen tendieren dazu, anzunehmen, dass 'gutes' Verhalten eher zielführend sei als äquivalentes 'schlechtes' Verhalten. Dies kann zu dem guten Gefühl führen, dass man 'gut unterwegs' sei, obwohl man es in Wirklichkeit gar nicht ist.

In über sieben Studien fanden die Autoren Hinweise für die Fortschrittsverzerrung (die Überzeugung, dass das Positive einen größeren Effekt als das Negative hat) in Situationen, in denen Teilnehmer Zielen wie dem Sparen von Geld, Gewinnen eines Spiels oder Abnehmen von Gewicht nachgingen.

"Sie glauben, sie erreichen ihre Ziele und legen mehr Wert auf Verhaltensweisen, die mit ihren Überzeugungen eher übereinstimmen."

Zum Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie wären auf einer Diät. Dann denken Sie mit größerer Wahrscheinlichkeit, dass, wenn Sie ein Stück Kuchen nicht essen, dies einen größeren Unterschied ausmacht (in Hinblick auf den Gewichtsverlust), als wenn sie das Stück Kuchen doch essen.

Oder Sie könnten denken, dass das Sparen von 100 Euro Sie Ihrem Ziel, 100.000 Euro für Ihren Ruhestand zurückzulegen, näher bringt, als dass das Ausgeben von 100 Euro Sie von diesem Ziel entfernt.

Ach, das ist schon nicht so schlimm ...

Der Vorgang ist also in anderen Worten mit der Einstellung ausgedrückt: 'Ach, das ist schon nicht so schlimm, wenn ich diesen Kuchen esse; diese 100 Euro ausgebe etc.', die sich im Verlaufe vieler Vorsätze und Handlungen auf dem Weg zum Erreichen eines Ziels einstellt.

"Die Menschen glauben, sie könnten aufhören, an ihren Zielen zu arbeiten, bevor sie es tatsächlich tun sollten. Dies stimmt mit unseren Befunden überein, dass Sportprogramme oft nicht zu einem Gewichtsverlust führen. Denn viele Leute glauben, dass sie mehr essen können, wenn sie mehr Sport machen."

"Wir denken, dass die Fortschrittsverzerrung erklären kann, warum viele Menschen es oftmals schwer haben, ihre Ziele zu erreichen: wie ein gesundes Gewicht zu erreichen oder etwas zusammenzusparen", schließen die Autoren in der Zeitschrift Journal of Consumer Research.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universitäten Colorado, Texas, Journal of Consumer Research; März 2015

Sind Männer zielorientierter als Frauen?

Volitionspsychologie

10.07.2015 In einer neuen Studie der Universität Leicester untersuchten Wirtschaftswissenschaftler den Effekt von unverbindlichen Zielen auf die Anstrengungen von Angestellten.

Unverbindliche Ziele sind: Wenn mit Erfolg oder Misserfolg keine finanziellen Belohnungen oder Strafen verbunden sind.

Die Forscher entdeckten:

Für die Studie rechneten 109 teilnehmende Personen einfache Additionsaufgaben über 5 Minuten in einer von drei Gruppen durch:

Ziel führt zu größerer Anstrengung

Die Teilnehmer der beiden Zielgruppen erzielten mehr richtige Antworten, versuchten mehr Aufgaben und erzielten eine größere Genauigkeit während der Tests. Es gab jedoch keinen bedeutsamen Unterschied zwischen den beiden Zielgruppen, was zeigt, dass die Zielsetzung wichtiger ist als ein bestimmter Wert des Ziels.

Studienautor Samuel Smithers sagte, dass die Studie untersuchen wollte, wie Menschen besser zu motivieren sind. Wird uns ein Ziel gegeben, nehmen wir eine Zielstrebigkeit war, um es zu erreichen; dies hilft uns natürlich, uns zu fokussieren. Die Befunde demonstrieren, dass eine Zielsetzung einen höheren Einsatz motiviert.

Frauen und Männer

Frauen schnitten besser als Männer im Kein-Ziel-Setting (Kontrolle) ab; Männer zeigten jedoch eine bessere Performance in den beiden Zielsettings.

Dies legt nahe, dass Männer zielorientierter als Frauen sind.

Produktivitätssteigerung

Die Forscher fanden eine Steigerung um 20% bzw. 35% bei den richtigen Additionen bei den Zielgruppen gegenüber der Kontrollgruppe.

"Dies ist eine unglaubliche Steigerung, wobei es nicht mal einen finanziellen Extra-Anreiz gab. Der Anstieg war durch die Zunahme bei Geschwindigkeit und Genauigkeit der Teilnehmer der Zielgruppen verursacht worden", sagte er.

In der in der Zeitschrift Economics Letters veröffentlichten Studie wurden die Teilnehmer mit einem kleinen Geldbetrag für jede richtige Antwort belohnt, aber es gab keinen zusätzlichen monetären Bonus, wenn sie ihr Ziel erreichten. Das sollte zeigen, dass die Zufriedenheit für das Erreichen eines Ziels Motivation genug für eine größere Leistung ist.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Leicester, Economics Letters; Juli 2015

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