Parapsychologie

Psychologie-Lexikon

Definition: Parapsychologie bedeutet altgriechisch "neben der Psyche". Sie beschäftigt sich mit und untersucht Phänomene, Dinge, Vorkommnisse, wie z.B. Fernwahrnehmung, Psychokinese, mentale Beeinflussung von lebenden Wesen (Telepathie), Vorausahnungen (Präkognition), Geistern, Spuk etc.

Belege für Außersinnliche Wahrnehmung?

Eine hoch angesehene Zeitschrift hat neue Forschungsergebnisse herausgegeben, die die Idee unterstützt, dass außersinnliche Wahrnehmung (ASW; engl.: Extra Sensory Perception, ESP) tatsächlich existieren könnte.

Hat ein US-Psychologe den Beweis für ASW erbracht?

"Wahrnehmung der Zukunft: Experimentelle Beweise für anomale rückwirkende Einflüsse auf Kognition und Einwirkung" heißt die Studie, die die Zeitschrift Journal of Personality and Social Psychologys veröffentlicht hat.

Darin berichtet der emeritierte Psychologieprofessor Daryl J. Bem von der Cornell Universität, dass die Ergebnisse von neun Versuchen, die dafür entworfen worden sind, den "rückwirkenden Einfluss von zukünftigen Ereignissen auf die gegenwärtigen Reaktionen einer Person", einzuschätzen, oder die Fähigkeit zur Präkognition.

Die Studie zur ASW-Fähigkeit Präkognition

Die Teilnehmer wurden zum Beispiel darum gebeten, zu wählen, auf welchem von zwei Computer-Bildschirmen eine Abbildung erscheinen wird. Wenn die Abbildungen erotisch waren, stellte Bem fest, konnten die Teilnehmer den richtigen Bildschirm zu 53 Prozent richtig auswählen (die Zahl sank auf 50 Prozent für nicht-erotische Abbildungen).

Bei allen Versuchen außer einem, schrieb Bem, fand er "statistisch bedeutsame Ergebnisse".

Anders ausgedrückt, mehr als 1.000 Personen, die an den Versuchen teilnahmen, haben etwas erfolgreicher vorhergesagt oder waren durch das zukünftige Ereigniss beeinflusst worden, als wenn sie einfach geraten hätten.

Bem, der einen Abschluß in Physik wie auch Psychologie hat, möchte bisher nicht geklärte Theorien erörtern, z.B. warum "anomale Prozesse der Information oder Energieübertragung" als auch Gründe, warum die Leute über solche Phänomene im Allgemeinen skeptisch sind.

Der Entschluss der Zeitschrift, das 61-seitige Papier herauszugeben, hat eine intensive Debatte über akademische Standards des Verlagswesens ausgelöst. Weil die Ergebnisse nicht erklärt werden können, sagen Kritiker, sollte die Forschung auf viel stärkere Belege basieren.

Widerspruch gegen die Studie zur außersinnlichen Wahrnehmung

Vier Professoren an der Universität von Amsterdam haben schon eine Widerlegung veröffentlicht, wobei die Studie bis dahin noch unveröffentlicht war: Bem hätte andere statistische Tests für seine Arbeit wählen sollen.

Seine Ergebnisse "zeigen keine Beweise zugunsten Präkognition an", schloss die Widerlegung, "sie zeigen an, dass experimentelle Psychologen die Art ändern müssen, wie sie ihre Versuche durchführen und ihre Daten analysieren."

Entsprechend der New York Times steht die Zeitschrift zu ihrem Entschluss, das Papier herauszugeben. Inzwischen sind andere Psychologen in der Akademie weniger schnell gewesen, die Forschung zu kritisieren. Melissa Burkley, Dozentin der Sozialpsychologie der Oklahoma State University schrieb auf ihren Blog, dass Bems Studie "provozierend ist, und wie gute cutting-edge (auf der Kante) Wissenschaft es tut, mehr Fragen als Antworten anbietet."

Paranormale Aktivität oder Streich des Gehirns?

Neurowissenschaftler erwecken die 'Geister' im verborgenen Inneren des Kortex: Geschichten über Geister, Gespenster und andere Erscheinungen werden praktisch in allen Kulturen erzählt. Die fremdartige Empfindung, dass jemand in der Nähe ist, obwohl tatsächlich niemand da ist, könnte jetzt durch Schweizer Forscher aufgeklärt werden.

Das Gefühl einer fremden Präsenz

Feeling of a presence (FoP) - das Gefühl einer Präsenz - ist eine faszinierende Meisterleistung des menschlichen Geistes, und diese Erscheinung wird in der Literatur oft durch eine Gottheit, Okkultismus etc. erklärt. Obwohl es auch von neurologischen und psychiatrischen Patienten und gesunden Personen in verschiedenen Situationen beschrieben wird (z.B. von Bergsteigern in sauerstoffarmen Regionen), konnte noch nicht geklärt werden, wie das Phänomen vom Gehirn ausgelöst wird.

Das Forscherteam um Olaf Blanke von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) in der Schweiz analysierte zuerst die Läsionen bei neurologischen Patienten, die paranormale Erfahrungen gemacht hatten ("Erscheinungen" sahen).

Englischsprachiges Video zum 'parapsychologischem' Experiment

Illusorische Präsenz

Die MRT-Scans der Gehirne ergaben Wechselwirkungen mit drei kortikalen Regionen: der Inselrinde, dem parietal-frontalen Kortex und dem temporo-parietalen Kortex. Diese drei Bereiche sind bei der Selbstwahrnehmung, Bewegung und dem Sinn für die Position im Raum (Propriozeption) beteiligt. Gemeinsam tragen sie zur multisensorischen Signalverarbeitung bei, die für die Wahrnehmung des eigenen Körpers zuständig ist.

Die Wissenschaftler führten dann ein "Dissonanz"-Experiment mit gesunden Probanden durch, bei dem die Teilnehmer mit verbundenen Augen die Hand vor ihrem Körper bewegten. Hinter ihnen, reproduzierte ein Roboter ihre Bewegungen, und berühte die Studienteilnehmer am Rücken in Echtzeit. Das Ergebnis war eine Art räumliche Abweichung, aber aufgrund der synchronisierten Bewegung des Roboters, war das Gehirn der Probanden in der Lage, sich anzupassen und die Abweichung zu korrigieren.

Dann führten die Neurowissenschaftler eine zeitliche Verzögerung zwischen der Bewegung des Teilnehmers und der Berührung durch den Roboter ein. Unter diesen asynchronen Bedingungen verzerrten sich die zeitlichen und räumlichen Wahrnehmungen, und die Forscher 'erschufen' damit eine illusorische Präsenz.

Eine "unerträgliche" Erfahrung

Die Teilnehmer wußten nicht, worum es in den Experimenten ging. Nach etwa drei Minuten der verzögerten Berührungen, berichteten mehrere Versuchsteilnehmer von einem starken Gefühl für eine andere Präsenz; bis zu vier "Geister" wurden wahrgenommen. Für manche war das Gefühl sogar so stark, dass sie das Experiment dann stoppten, sagte Giulio Rognini, der die Studie leitete.

"Unser Experiment rief zum ersten Mal im Labor die Empfindung einer fremden Präsenz hervor. Es zeigt, dass dies unter normalen Bedingungen, einfach durch widersprüchliche sensomotorische Signale entstehen kann", erklärt Blanke. "Das Robot-System ahmt die Empfindungen einiger Patienten mit psychischen Störungen oder von gesunden Personen unter extremen Bedingungen nach. Dies bestätigt, dass es durch eine veränderte Wahrnehmung des eigenen Körpers im Gehirn verursacht wird."

Tieferes Verständnis der Schizophrenie

Durch dieses Experiment ist auch ein tieferes Verständnis der Schizophrenie möglich. Von ihr Betroffene leiden oft unter Halluzination oder Wahnvorstellungen und erleben die Präsenz einer fremden Entität, deren Stimme sie hören oder deren Handlungen sie fühlen. Viele Wissenschaftler führen diese Wahrnehmungen auf eine Fehlfunktion der Verschaltungen im Gehirn zurück, wobei es zu Fehlern kommt, die sensorischen Informationen in Bezug auf die Körperbewegungen zu integrieren.

"Unser Gehirn besitzt mehrere Repräsentationen unseres Körpers im Raum", ergänzt Giulio Rognini. "Unter normalen Bedingungen ist es in der Lage, eine einheitliche Selbstwahrnehmung aus diesen Darstellungen zu montieren. Aber wenn das System Fehlfunktionen aufgrund von Krankheit - oder, wie in diesem Fall, durch den Roboter - hat, kann das manchmal zu einer zweiten Repräsentation des eigenen Körpers führen, die nicht mehr als "ich" wahrgenommen wird, sondern als jemand anderes, als eine fremde 'Präsenz' oder 'Erscheinung'.

Es ist unwahrscheinlich, dass diese Erkenntnisse jemand vom Glauben an paranormale Erscheinungen bzw. Geister abbringen. Doch für die Wissenschaftler gibt es jetzt weitere Belege, dass sie nur in unseren Köpfen existieren.

© PSYLEX.de - Quelle: École Polytechnique Fédérale de Lausanne / Current Biology, November 2014

Experimente belegen parapsychologische Phänomene

02.07.2018 Psychologen fassen in einer im Fachblatt American Psychologist veröffentlichten Übersicht experimentelle Belege für parapsychologische Phänomene zusammen.

Etzel Cardeña von der Lund Universität fasste in seiner Forschungsarbeit aktuelle experimentelle Belege und Theorien über sogenannte parapsychologische (Psi) Phänomene zusammen.

Forschung und Kritik

Einige Parapsychologen haben die sogenannten Psi-Phänomene ('übernatürliche' Fähigkeiten der menschlichen Psyche) mit ausgefeilten Forschungsprotokollen und -theorien untersucht, während andere einen großen Teil ihrer Karriere der Kritik an diesem Gebiet gewidmet haben, schreibt der Studienautor.

Person im Ganzfeld-Experiment
Bild: Nealparr (Wikipedia)
Person im Ganzfeld-Experiment

Beide Positionen lassen sich durch die Expertise von Psychologen zu relevanten Prozessen wie Wahrnehmung, Gedächtnis, Glauben, bewussten und unbewussten Prozessen erklären.

Übersicht

Die aktuelle Forschungsarbeit verdeutlicht den parapsychologischen Bereich, fasst neuere Theorien aus Physik und Psychologie zusammen, die Psi-Phänomene als zumindest plausibel darstellen, und gibt dann einen Überblick über aktuelle/aktualisierte Meta-Analysen.

Die Belege unterstützen insgesamt die Realität der PSI-Phänomene, die nicht ohne weiteres durch die Qualität der Studien, Betrug, selektive Berichterstattung, experimentelle oder analytische Inkompetenz oder andere häufige Kritikpunkte erklärt werden können, schreibt Cardeña.

Belege

Die parapsychologische Übersichtsarbeit verweist auf einige Forschungsarbeiten und Belegsammlungen:

Der Nachweis für diese parapsychologischen Phänomene ist vergleichbar mit dem für etablierte Phänomene in der Psychologie und anderen Disziplinen, obwohl es kein einvernehmliches Verständnis dafür gibt, sagt Cardeña.

Empfehlungen für weitere Forschungsarbeiten

Die Übersicht schließt mit Empfehlungen für weitere Fortschritte auf diesem Gebiet, einschließlich

© PSYLEX.de - Quellenangabe: American Psychologist - http://dx.doi.org/10.1037/amp0000236

Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Träume seit meiner Kindheit Ereignisse voraus

27.01.2018 Kommentar von Hellträumerin:

Mein erster Traum: meine Cousine kriegt ein Mädchen und das Kind kriegt einen italienischen Namen. Meine Cousine hatte tatsächlich einen Italiener geheiratet und ein Mädchen bekommen.

Der letzte Traum war von Zwillingen: eine von zwei Familien kamen in meinem Traum in Frage. Und es war tatsächlich eine von beiden Familien die Zuwachs von Zwillingen bekam.

Zwischen den beiden Träumen gab es noch mehrere Träume die wahr geworden sind. Würde diese Gabe gerne weiter vertiefen. Weiß aber nicht wie?

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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