Kreativität und Ordnung, Struktur

Zu viel strukturiertes Wissen schränkt die Kreativität ein

23.03.2017 Struktur organisiert menschliche Aktivitäten und hilft uns, die Welt leichter zu verstehen, aber sie kann auf Kosten der Kreativität gehen, sagt eine im Fachblatt Organizational Behavior and Human Decision Processes veröffentlichte Studie der Universität Toronto.

Während die meisten Forschungsarbeiten die Annahme unterstützen, dass Struktur die Verarbeitung von komplexen Informationen leichter macht und die Effizienz steigert, ist dies laut der aktuellen Forschungsarbeit ein doppelschneidiges Schwert, sagen die Studienautoren Yeun Joon Kim und Chen-Filiale Zhong.

Weniger kognitive Flexibilität

Die Forscher zeigten in einer Reihe von Experimenten, dass Teilnehmer weniger Kreativität und kognitive Flexibilität bei verschiedenen Aufgaben demonstrierten, wenn sie kategorisierte Informationen verwendeten im Vergleich zu denjenigen, die auf ungeordnete zurückgriffen.

Diejenigen in der organisierten Informationsgruppe verbrachten auch weniger Zeit mit ihren Aufgaben, was eine verringerte Ausdauer nahelegt, eine wichtige Ingredienz für Kreativität.

Die Forscher führten drei Experimente durch. In zwei wurde den Studienteilnehmern eine Gruppe von Substantiven angeboten, die entweder in Kategorien klassifiziert waren oder nicht, und dann sollten sie soviele Sätze bilden wie sie konnten.

Im dritten Experiment wurden LEGO-Bausteine verwendet. Die Teilnehmer sollten ein Alien aus einem Kasten voller Legos bauen, die anhand von Farbe und Form sortiert waren - oder aus einer Kiste voller unorganisierter Legosteine, ein Szenario, das den meisten Eltern bekannt sein dürfte. Die Teilnehmer in der organisierten Kategorie durften nicht die Ziegel auf dem Tisch ausschütten.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmer in den nichtgeordneten Gruppen eindeutig kreativer waren. Die Befunde sind z.B. wichtig für Leiter multidisziplinärer Arbeitsgruppen, in denen es zu wenig Innovation aufgrund einer zu geordneten Arbeitsweise kommt.

Die Forscher schlagen vor, dass die Ideen zufällig auf einer weißen Tafel angeordnet werden und dann über deren Verbindungen nachgedacht wird. Vor der Tendenz, eher die Informationen als die Effizienz selbst zu kategorisieren, sollten in kreativen Prozessen arbeitende Menschen am meisten auf der Hut sein, sagen die Forscher.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Toronto, Organizational Behavior and Human Decision Processes - DOI: 10.1016/j.obhdp.2016.10.001; März 2017

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