Selbstsicherheit, Selbstvertrauen (Psychologie, Psyche)

Persönlichkeitspsychologie

Definition

Das psychologische Konzept Selbstsicherheit wird üblicherweise benutzt als sich des persönlichen Urteilsvermögens, der Fähigkeiten, der Macht usw. sicher zu sein. Synonym kann der Begriff Selbstvertrauen benutzt werden: das Vertrauen in die eigenen Fähigkeit etc.

Die Selbstsicherheit wird durch Erfahrungen, bestimmte Handlungen gemeistert zu haben, gestärkt. Sie ist ein positiver Glaube, dass man künftig generell erreichen kann, was man tun möchte.

Selbstsicherheit ist nicht das Gleiche wie das Selbstwertgefühl, das eine Bewertung des eigenen Wertes ist, während das Selbstvertrauen eben eher das Vertrauen in die eigene Fähigkeit setzt, ein Ziel zu erreichen, was ähnlich einer Verallgemeinerung der Selbstwirksamkeit ist.

Abraham Maslow und viele andere haben die Notwendigkeit betont, zwischen Selbstvertrauen als verallgemeinernde Persönlichkeiteigenschaft und Selbstsicherheit - also quasi persönliche Zuversicht - in Bezug auf eine spezifische Aufgabe, Fähigkeit oder Herausforderung (d.h. Selbstwirksamkeit) zu unterscheiden.

Selbstsicherheit bezieht sich normalerweise auf das generelle Selbstvertrauen. Dies unterscheidet sich von der Selbstwirksamkeit, die der Psychologe Albert Bandura als "Glaube an die Fähigkeit, in bestimmten Situationen erfolgreich zu sein oder eine Aufgabe zu erfüllen" definiert, und daher verweist dieser Begriff akkurater auf ein spezifisches Selbstbewusstsein.

Psychologen haben lange schon darauf hingewiesen: Jemand kann Zuversicht besitzen, dass er oder sie eine bestimmte Aufgabe (Selbstwirksamkeit) (z.B. ein gutes Essen kochen oder einen guten Roman schreiben kann), obwohl er möglicherweise keine allgemeine Selbstsicherheit hat; oder umgekehrt: kann selbstbewusst sein, obwohl ihm die Selbstwirksamkeit fehlt, eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Diese beiden Arten von Selbstvertrauen sind jedoch miteinander verbunden, und aus diesem Grund können sie leicht miteinander in Konflikt geraten.

Gefahren eines übersteigerten Selbstvertrauens

Übersteigertes Selbstvertrauen kann manchmal ein gefährliches Merkmal des Charakters sein, laut neuen Forschungsergebnissen.

Die Studie wurde bei der 120. American Psychological Association's 120th Convention in Orlando, Florida präsentiert. Sie zeigt, dass dies allein noch nicht schlimm ist, aber es einige Situationen gibt, in denen es ernste Konsequenzen haben kann.

Die Gefahren eines zu grossen 'Selbstbewusstseins' bzw. Selbstvertrauens

Joyce Ehrlinger, Dozentin für Psychologie der Florida Landesuniversität, erklärte, dass Ärzte oder Rechtsanwälte, die ihrer selbst zu sicher sind, ihren Patienten oder Klienten einen schlechten Rat geben könnten.

Die Untersuchung zeigte, dass soziale Normen Leute oft dazu bringen, anderen Personen kein negatives Feedback zu geben, die eine Meinung vorgebracht oder einen Witz gemacht haben.

Weisen Sie auf Fehler hin

Frau Ehrlinger bemerkte: "Es gibt Situationen, da ist übersteigertes Selbstvertrauen bzw. Selbstwertgefühl gefährlich und es könnte wichtig sein, die Höflichkeit beiseite zu lassen, um diesen Leuten einen Dienst zu erweisen, damit Gefahren dieses übersteigerten Selbstvertrauens vermieden werden können".

Sie fügte hinzu, dass, obwohl Personen nicht aufhören sollten, höflich zu sein, gibt es doch viele Anlässe, wo ein anderer Ansatz gerechtfertigt ist.

Dr. Rob Yeung, Psychologe und Direktor der Consulting Firma Talentspace sagt:
Übersteigertes Selbstvertrauen kann in Organisationen besonders schädlich sein, wenn Personen einen solch starken Glauben an ihre eigene Fähigkeit haben, dass sie Risiken eingehen, die nicht durch Fakten gestützt sind. Übertrieben zuversichtliche Leute tendieren oft auch dazu, konstruktiven Rückmeldungen zu ihren Schwächen oder Fehlern nicht zuzuhören, mit dem Resultat, dass sie nicht aus ihren Fehlern lernen können.

"Zum Beispiel interviewte ich einmal einen leitenden Angestellten für den Job als Marketingdirektor einer größeren Elektronikfirma. Als ich ihn danach fragte, wann er zuletzt einen Fehler gemacht hatte, glaubte er wirklich, dass das letzte Mal, dass er falsch lag oder einen Fehler bei der Arbeit gemacht hatte, mehr als fünf Jahre her gewesen war!"

© PSYLEX.de - Quelle: American Psychological Association

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