Wie man seine Stimmung verbessert

Positive Psychologie / Glücksforschung

Wohlgefühl ist besser nach intensiven Sport

Kraftvolles Training hellt die Stimmung mehr auf als weniger intensive Übungen laut einer Studie aus dem Vereinigten Königreich.

Besser fühlen durch härteres Training

Forscher verglichen 11 vorwiegend sitzende Menschen, die ein gemäßigtes und hochintensives Training machten. Ihre Stimmung wurde vor, während, sofort danach und 20 Minuten nach dem Training beurteilt.

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Intensiver Sport

Erst negativ, dann Hochstimmung

Die Stimmungen der Teilnehmer waren negativer während und sofort nach Hoch-Intensitätsübungen, verglichen mit den weniger fordernden Übungen oder wenn kein Sport gemacht wurde. Jedoch wurde ihre Stimmung 20 Minuten nach dem kraftvollen hochintensiven Training viel besser, verglichen mit der Stimmung vor dem Training.

Kein Gutfühl-Faktor durch gemäßigtes Training

Diese Art der Verbesserung trat nicht nach gemäßigtem oder keinem Training auf, fanden die Forscher heraus.

Die Studie wurde präsentiert bei der Jahrestagung der British Psychological Societys in Glasgow, Schottland.

"Diese Ergebnisse haben Auswirkungen auf die empfohlene Intensität der Übungen, die benötigt wird, um den "Gutfühl-Faktor" zu produzieren, der sich oft nach einem Training zeigt", sagte Dr. Nickolas Smith von der Manchester Metropolitan University in einer Pressemitteilung.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: British Psychological Societys, Mai 2011

Weinen kann die Stimmung (langfristig) verbessern

27.08.2015 Eine neue Studie der Universiteit van Tilburg, Niederlande, hat herausgefunden, dass Weinen zwar erst die Stimmung etwas drücken kann, längerfristig sie aber hebt.

Studienautor Asmir Gracanin und sein Team zeichnete eine Gruppe von Teilnehmern auf, während diese sich emotionsgeladene Filme ('Lavita è Bella' und 'Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft') anschauten. Danach wurden die Teilnehmer zu verschiedenen Zeitpunkten zu ihren Gefühlen befragt.

Verbesserung oder Verschlechterung?

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Bild: Dieter_G (pixabay)

Experten haben widersprüchliche Ansichten zum Weinen: Manche sagen, es ist ein Ruf nach Unterstützung, Trost oder Hilfe, andere glauben, dass die Hauptfunktion darin bestehe, Emotionen zu lösen.

Obwohl Forschungsstudien sich schon oft auf die Rolle konzentriert haben, dass Weinen emotionale Belastungen lindern soll, haben die Studien keine klaren Ergebnisse geliefert. Retrospektive Selbstberichtsstudien unterstützen die Behauptungen, dass Weinen für emotionale Entlastung und letztlich verbesserte Stimmung sorgt. Dagegen zeigen Laboruntersuchungen mit emotionalen Filmen, dass es unmittelbar nach einem emotionalen Ereignis oft zu einer beständigen Verschlechterung der Stimmung kam.

Unmittelbare und längerfristige Folge

Gracanins benutzte die Methodologie vorheriger Laborexperimente, um die unmittelbaren und verzögerten Folgen des emotionalen Weinens zu untersuchen, sagte er in Motivation and Emotion.

Unmittelbar, 20 und 90 Minuten nach den Filmen wurden die 60 Teilnehmer zu ihren Gefühlen befragt (28 Teilnehmer hatten geweint, 32 nicht).

Wie erwartet, war die Stimmung der nicht weinenden Teilnehmer unverändert und unberührt unmittelbar nach dem Anschauen der Filme. Die Stimmung der 'Weiner' war deutlich schlechter.

Aber innerhalb von 20 Minuten war ihre Stimmung auf das Niveau vor dem Anschauen der Filme zurückgekehrt.

Und 90 Minuten danach berichteten die weinenden Teilnehmer sogar über eine bessere Stimmung als vor den Filmen.

Diese Stimmungsänderung war nicht daran gebunden, wie oft eine Person während der Filme geweint hatte.

Laut Gracanin scheint das Abtauchen in die schlechte Stimmung und das anschließende Ansteigen verantwortlich zu sein, dass sich die weinenden Teilnehmer in einer sehr viel besseren Stimmung nach dem Weinen befanden.

Das Weinen sorgte generell für eine Stimmungsverbesserung - doch erst nach einem längeren Zeitraum.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universiteit van Tilburg, Motivation and Emotion; August 2015

Stimmungslage kann durch körperliche Aktivität verbessert werden

15.12.2018 Eine in JAMA Psychiatry veröffentlichte Studie zeigt, dass mehr körperliche Aktivität ein wirksames Mittel sein kann, um die Stimmung zu verbessern.

Die Forscher fanden heraus, dass ein Anstieg der körperlichen Aktivität tendenziell zu einem Anstieg der Stimmung und des wahrgenommenen Energieniveaus führte. Dieser positive Effekt war bei einer Teilgruppe mit bipolarer Störung noch ausgeprägter.

Für die Studie wurden Aktivitätstracker und elektronische Tagebücher (zur Erfassung der Stimmungslage) zwei Wochen lang bei 242 Erwachsenen (150 Frauen und 92 Männern) im Alter von 15 bis 84 Jahren mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren eingesetzt. Die Stichprobe umfasste 54 Personen mit bipolarer Störung.

Höhere physische Aktivität, verbesserte Stimmung, mehr Energie

Die Ergebnisse zeigten, dass eine höhere Aktivität zu einem Zeitpunkt im Durchschnitt mit einer verbesserten Stimmung und einer erhöhten wahrgenommenen Energie zum nächsten Zeitpunkt während des Tages verbunden war. Das Gleiche galt für das Energieniveau. Diese Verknüpfungen waren auf das aktuelle Niveau von Stimmung, Energie und Aktivität kontrolliert worden.

Aktivität war umgekehrt mit der Schlafdauer verbunden - mehr Aktivität war in der Regel mit weniger Schlaf in dieser Nacht verknüpft, und mehr Schlaf folgte am nächsten Tag weniger Aktivität.

Schlaf, Aktivität, Stimmung und Energie bei bipolarer Störung

Die gleichzeitige Erfassung von Schlaf, Aktivität, Stimmung und Energie war bei Menschen mit bipolarer Störung besonders wichtig, da die Veränderungen der inneren psychologischen Verfassung sowohl durch den Schlaf als auch durch körperliche Aktivität stark beeinflusst wurden.

Viele der aktuellen Interventionen für Stimmung, Schlaf und körperliche Aktivität konzentrieren sich auf nur eines dieser Systeme und berücksichtigen nicht die kollektiven Auswirkungen über mehrere Systeme hinweg, schließen Kathleen Ries Merikangas vom National Institute of Mental Health, Bethesda und Kollegen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: JAMA Psychiatry, 2018; DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2018.3546

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