Aggression, Aggressivität bei Frauen

Aggressionsforschung

Frauen sind in Beziehungen aggressiver

Frauen sind verbal und physisch aggressiver gegenüber ihren Partnern als Männer, behauptet eine neue Studie aus dem Vereinigten Königreich.

Die Studie wurde auf dem Symposium 'Developments in Intimate Partner Violence Research and Practice' (etwa: Entwicklungen in Forschung und Praxis zur Gewalt in der Partnerschaft) auf der jährlichen Tagung des Fachbereichs Forensische Psychologie der British Psychological Society präsentiert.

Dr. Elizabeth Bates von der University of Cumbria und Kollegen von der University of Central Lancashire befragten 1.104 Studenten (706 Frauen und 398 Männer) zu ihrer physischen Aggression und ihr Kontrollverhalten gegenüber ihren Partnern und gleichgeschlechtlichen Mitmenschen (einschließlich Freunde).

Die Analyse zeigte, dass die Frauen ihren Partnern gegenüber eher körperliche Aggressivität zeigten als die Männer, und dass Männer mit höherer Wahrscheinlichkeit physisch aggressiver gegenüber Gleichgeschlechtlichen auftraten.

Weiterhin zeigten die Frauen ein deutlich höheres Kontrollverhalten als die Männer, was bei beiden Geschlechtern physische Aggression vorhersagte.

Bates erklärte: "Dies ist ein interessanter Befund. Frühere Studien haben versucht, männliche Gewalt gegenüber Frauen, durch eine Zunahme patriarchalischer Werte zu erklären. Dies motiviere Männer, das Verhalten der Frauen zu kontrollieren, wenn nötig mit Gewalt.

"Diese Studie fand heraus, dass Frauen den Wunsch demonstrierten, ihre Partner kontrollieren zu wollen, und dass sie eher physische Aggression einsetzen als Männer. Dies legt nahe, dass häusliche Gewalt nicht durch patriarchalische Werte motiviert wird. Es besteht also ein dringender Bedarf, das Phänomen der häuslichen Gewalt innerhalb des Kontextes anderer Aggressionsformen zu erforschen."

© PSYLEX.de - Quelle: University of Cumbria, University of Central Lancashire, British Psychological Society; Juni 2014

Testosteron und Aggression bei Frauen

03.01.2017 Eine in Scientific Reports veröffentlichte Studie der Universität Lübeck hat festgestellt, dass endogenes Testosteron mit einer niedrigeren Amygdala-Reaktivität gegenüber wütenden Gesichtern und einem reduzierten aggressiven Verhalten bei gesunden jungen Frauen verbunden ist.

Einfluss von Testosteron

Aggression und Gewalt wird oft (zumindest bei Männern) mit Testosteron in Zusammenhang gebracht, zeigen sie durchschnittlich doch auch ein ausgeprägteres körperliches Aggressionsverhalten. Doch welchen Einfluss hat Testosteron auf das Gehirn und die Psyche von Frauen?

Dazu untersuchten die Wissenschaftler den Testosteronspiegel (Speichelproben) und die Gehirnaktivität (fMRT) von Frauen, bei denen unter Laborbedingungen in Versuchen Aggressivität provoziert wurde.

Die Aktivität in der Amygdala

Die Befunde zeigten, dass Frauen mit einer ausgeprägteren Aktivität in der Amygdala (spielt eine wichtige Rolle bei Emotionen und Aggression) tendentiell aggressiver in den Experimenten wurden.

Interessanterweise zeigten Frauen mit höheren Testosteronwerten ein nicht so aggressives Verhalten wie die Frauen mit geringeren Testosteronwerten. Es konnte auch eine geringere Amygdala-Aktivität als Reaktion auf die aggressionsfördernden Bedingungen bei diesen Teilnehmerinnen beobachtet werden.

Die Resultate bestätigen damit die Befunde früherer Forschungsarbeiten, in denen gezeigt wurde, dass "Testosteron bei Frauen einen prosozialen Effekt" haben kann, schreibt Studienautor Macià Buades-Rotger. Und dies sei mit einer verringerten emotionalen Reaktivität verknüpft, wodurch die Studie demonstriere, wie Hormone die neuronalen Prozesse sozioemotionaler Signale und soziale Verhaltensweisen beeinflussen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Lübeck, Scientific Reports - doi:10.1038/srep38538; Jan. 2017

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