Altruismus bei Kindern

Sozialpsychologie

Sensitive Babys werden eher zu altruistischen Kleinkindern

26.09.2018 Unsere Empfänglichkeit für die Not anderer ist ein Grund für die Unterschiedlichkeit des Hilfsverhaltens in der Frühphase der Entwicklung laut einer in PLOS Biology veröffentlichten psychologischen Forschungsarbeit.

Altruistisches Verhalten - wie einer unbekannten Person in Not zu Hilfe kommen - gilt als ein wesentliches Merkmal der Kooperation in menschlichen Gesellschaften.

Doch die Bereitschaft, sich selbstlos zu engagieren, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich und reicht von außergewöhnlich altruistischen Nierenspendern bis hin zu hochasozialen Psychopathen.

Größere Sensibilität für ängstliche Gesichter

Frühere Studien haben gezeigt, dass eine größere Sensibilität für ängstliche Gesichter mit einem erhöhten prosozialen Verhalten verbunden ist, das bereits bei Vorschulkindern zu beobachten ist.

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Bild: GLady/pixabay

Die psychologische Untersuchung der Responsibilität auf ängstliche Gesichter und ihrer Variabilität in der frühen menschlichen Entwicklung stellt eine einzigartige Gelegenheit dar, Vorläufer des altruistischen Verhaltens zu beleuchten.

Prognose späteren atruistischen Verhaltens

Um diese Frage zu beantworten, verfolgten Tobias Grossmann vom Fachbereich Psychologie der Universität Virginia und Kollegen die Augenbewegungen, um zu untersuchen, ob Aufmerksamkeitsreaktionen auf Angst bei anderen im Alter von sieben Monaten altruistisches Verhalten im Alter von 14 Monaten voraussagen.

Die Analyse ergab, dass altruistisches Verhalten im Kleinkindalter durch die Aufmerksamkeit der Säuglinge auf ängstliche Gesichter, aber nicht auf fröhliche oder wütende Gesichter vorhergesagt wurde.

Gehirnreaktionen im dorsolateralen präfrontalen Cortex

Darüber hinaus wurde die Aufmerksamkeitsverzerrung der Säuglinge gegenüber ängstlichen Gesichtern und ihr altruistisches Verhalten durch Gehirnreaktionen im dorsolateralen präfrontalen Cortex vorhergesagt, die durch funktionelle Nahinfrarotspektroskopie gemessen wurden.

Nach Ansicht der Autoren deuten die Ergebnisse darauf hin, dass in der Entwicklung von Anfang an die Variabilität im altruistischen Hilfeverhalten im Zusammenhang mit unserer Reaktionsfähigkeit auf andere in Not und den Hirnprozessen, die in Verbindung mit der Aufmerksamkeitskontrolle stehen, verknüpft sind.

Diese Ergebnisse fördern kritisch unser Verständnis von der Entstehung von Altruismus beim Menschen, indem sie die Responsibilität auf Angst bei anderen als frühen Vorläufer identifizieren, der zur Unterschiedlichkeit des prosozialen Verhaltens beiträgt, schließen die Psychologen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: PLoS Biol 16(9): e2005281. doi.org/10.1371/journal.pbio.2005281

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