Alkohol und Attraktivität

Sozialpsychologie

(Ein wenig) Alkohol steigert Ihre Attraktivität

20.03.2015 Forscher der Universität Bristol stellten fest, dass der Konsum von ein wenig Alkohol (etwa ein Glas Wein) den Trinker attraktiver dreinschauen lässt, als wenn er nüchtern wär. Allerdings kippt die Wirkung, wenn er mehr konsumiert.

Für die Studie ließen die Forscher um Professor Marcus Munafò und Kollegen die Studienteilnehmer (20 Frauen und 20 Männer) Bilder begutachten. Auf diesen waren Personen zu sehen, die entweder völlig nüchtern oder nach dem Trinken von 250 ml bzw. 500 ml Wein (Aquivalent dazu) fotografiert worden waren.
Sie sollten bewerten, welche der Abbildungen sie attraktiver fanden.


Die Fotos der Personen, die das Äquivalent zu einem einzelnen Glas Wein konsumiert hatten, wurden als attraktiver als die von nüchternen Personen bewertet. Hatten die Abgebildeten allerdings mehr getrunken, sank ihre Attraktivität.

Diese Änderung in der Attraktivität ist vermutlich abhängig von den Veränderungen in der Erscheinung, sagten die Forscher in Alcohol and Alcoholism.

Sie nehmen an, dass die mit Alkoholkonsum verbundene Vasodilatation (Erweiterung der Blutgefäße) zu einer Zunahme der Gesichtsrötung führen kann, welches als gesund und attraktiv wahrgenommen wird.

Niedrige Alkoholdosen können auch zu einer positiveren Stimmung führen, welche sich in einem subtilen Lächeln und größerer Muskelentspannung zeigt.

Das Verstehen der Mechanismen, durch die Alkohol das Sozialverhalten (z.B. trägt er zu einem riskanteren Sexualverhalten bei) beeinflusst, ist wichtig, wenn wir faktengestützte Gesundheitsappelle entwickeln wollen, sagen die Forscher.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Bristol, Alcohol and Alcoholism; März 2015

Attraktive Frauen werden eher zu Sexobjekten abgewertet

Der Einfluss von Alkohol auf die sexuelle Objektivierung - Alkohol macht Frauen eher zu Sexobjekten.

21.12.2017 Männer, die unter dem Einfluss von Alkohol stehen, sehen Frauen eher als Sexobjekte. Dies sind die Ergebnisse einer im Fachblatt Sex Roles veröffentlichten experimentellen Studie von Studienautorin Abigail Riemer vom Fachbereich Psychologie der Universität Nebraska-Lincoln.

Die Studie mit 49 Männern in den Zwanzigern wurde in einem experimentellen Setting im Labor durchgeführt. Von den Testpersonen erhielten 29 zwei alkoholische Getränke zur leichten Berauschung und der Rest Placebo-Getränke. Allen wurden Fotografien von 80 Studentinnen gezeigt, die zum Ausgehen gekleidet waren.

Persönlichkeit und Attraktivität

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Bild: John Hain

Die Teilnehmer wurden gebeten, Attraktivität oder Persönlichkeit der Frauen zu bewerten. Die Fotos der Frauen wurden zuvor von einer unabhängigen Jury daraufhin bewertet, wie viel Wärme, Liebenswürdigkeit, Freundlichkeit, Kompetenz, Intelligenz, Selbstvertrauen und Attraktivität sie ausstrahlen.

Eye-Tracking-Technologie erfasste dann, welchen Teil des weiblichen Körpers die Männer betrachteten, als ihnen die Bilder gezeigt wurden.

Sexuelle Objektivierung bei Attraktivität

Beurteilten die Männer eine fotografierte Frau anhand ihres Aussehens, löste die Anweisung am häufigsten objektivierende Blicke bei ihnen aus.

Sie verbrachten weniger Zeit damit, die Gesichter zu betrachten und konzentrierten sich viel länger auf Brüste und Taille. Dies galt insbesondere für die Betrachtung von Frauen, die als attraktiv eingestuft wurden.

Alkohol verstärkte dieses Verhalten deutlich.

Schutz vor sexueller Objektivierung

Es trat auch - aber in deutlich geringerem Ausmaße auf, wenn Frauen betrachtet wurden, die Wärme und Kompetenz ausstrahlten; besonders wenn die Männer leicht angetrunken waren, sahen sie Frauen mit diesen Eigenschaften eher weniger als Sexobjekte.

Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen eher als Sexobjekte von Männern gesehen werden, wenn diese angetrunken sind, und wenn die Frauen attraktiv sind.

Psychologische Attribute wie Wärme und Kompetenz oder durchschnittliche Attraktivität stellt eher einen 'Puffer' dar, der Frauen vor sexueller Objektivierung schützt, schließt Riemer.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Nebraska-Lincoln; Sex Roles - 10.1007/s11199-017-0876-2; Dez. 2017

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