Beziehungszufriedenheit (Psychologie)

Sozialpsychologie

Mythos: Beeinträchtigt zu viel Arbeit die Beziehung?

07.01.2016 Es heißt, je mehr und je länger man arbeitet, desto schwerer ist es eine romantische Beziehung bzw. die Zufriedenheit mit der Beziehung aufrechtzuerhalten.

Eine neue Studie des Tavistock Institute stellte jedoch etwas anderes fest: Es gab keine negative Verbindung zwischen den gearbeiteten Stunden und der Beziehungszufriedenheit.

An der Studie nahmen 285 Paare teil, um die Auswirkung der Arbeitszeit auf die Beziehungszufriedenheit zu bestimmen. Die Forscher erklärten in der Zeitschrift Human Relations:

Gängige Meinung und frühere Forschungsarbeiten scheinen nahezulegen, dass Partner in Doppelkarriere-Haushalten entscheiden müssen, ob sie eher ihre Karrieren oder ihre Liebesbeziehung aufs Spiel setzen. Unsere Forschungsarbeit bezweifelt die Annahme, dass eine längere Arbeitszeit für alle Liebesbeziehungen gefährlich ist.

Die Forscher analysierten die Verbindungen zwischen den Arbeitszeiten der Teilnehmer, dem Privatleben und der Zufriedenheit in ihren jeweiligen Beziehungen und stellten fest, dass Paare die verlorene Zeit mit ihren Partnern kompensierten, indem sie die ihnen nach der Arbeit verbliebene Zeit möglichst ausgiebig zusammen nutzten.

Die Forscher erklären, dass Menschen, die viel arbeiten, um ihre Karriereziele zu erreichen, auch wissen, dass sie in ihrem Privatleben nicht alles haben können.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Tavistock Institute, Human Relations; Jan. 2016

Der Einfluss von Schlaf auf die Zufriedenheit in der Ehe

10.08.2016 Eine im Fachblatt Journal of Family Psychology veröffentlichte Studie der Florida State University hat herausgefunden, dass Paare zufriedener mit ihrer Ehe / Beziehung sind, wenn sie ausreichend Schlaf bekommen ... zumindest am nächsten Tag.

Schlaf beeinflusst Selbstregulation

Die Studienautoren Psychologie-Professor Dr. Jim McNulty und Heather Maranges nehmen an, dass Schlaf mit der Selbstregulierung bzw. Selbstdisziplin verbunden ist, wodurch Gefühle und Gedanken der Paare beeinflusst werden. Selbstdisziplin verlangt Energie, die durch Schlaf 'aufgefüllt' werden kann.

Etwa ein Drittel der verheirateten bzw. zusammenlebenden Erwachsenen berichteten, dass Schlafprobleme ihre Beziehung belasten, sagten die Forscher.

Andere Schlaf-Studien haben gezeigt, dass selbst eine teilweise Verringerung des Schlafs schädliche Effekte auf die Prozesse haben kann, die Selbstregulation bzw. Selbstbeherrschung verlangen.

Jedoch zeigt die Studie, dass Unterschiede zwischen den Schlaflängen der Paare nicht verbunden waren mit Unterschieden in der Beziehungszufriedenheit. Denn wenn ein Paar mehr Schlaf bekommt als ein anderes, bedeutet dies nicht, dass das länger schlafende Paar auch dessen Ehe positiver sieht.

Maranges und McNulty führten ihre Forschung mit 68 jungverheirateten Paaren durch. Über 7 Tage zeichneten die Paare die Zahl der geschlafenen Stunden auf und beantworteten Fragen zur Beziehungszufriedenheit (erfasst wurden Gesamtzufriedenheit mit der Beziehung und Beziehungsleben in 9 Bereichen; wie Haushaltsaufgaben, zusammen verbrachte Zeit und Konflikte).

Männer profitierten mehr von gesundem Schlaf

Es zeigte sich, dass insbesondere Männer weniger negativ durch schlechte Erfahrungen in den neun Gebieten beeinflusst wurden, wenn sie mehr Schlaf bekamen. D. h. Schlaf pufferte die Effekte bestimmter negativer Ereignisse und Bewertungen auf die breitere, allgemeinere Zufriedenheit mit der Ehe besonders bei den Männern ab.

Obwohl die Studie wichtige Befunde enthält, empfehlen die Studienautoren weitere Studien, die die Ergebnisse mit älteren (älter als 24 Jahre) und länger verheirateten (länger als sechs Monate) wiederholen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Florida State University, Journal of Family Psychology - DOI: 10.1037/fam0000225n; August 2016

Zufriedene Ehefrau, glückliches (Ehe-)Leben

21.09.2014 Eine neue Studie mit älteren Erwachsenen hat herausgefunden, dass je zufriedener die Frau mit ihrer Ehe/Beziehung ist, desto glücklicher ist der Ehemann mit seinem Leben, ganz gleich, welche Gefühle er hinsichtlich der Beziehung hat.

Woran liegt es?

"Ich denke, es liegt daran: wenn eine Frau mit der Beziehung zufrieden ist, kümmert sie sich tendentiell sehr viel mehr um ihren Partner, was eine positive Wirkung auf sein Leben hat", sagte Dr. Deborah Carr, Professorin für Sozialpsychologie an der Rutgers Universität in New Jersey, USA. "Sie wird ihm mehr zuhören, ihn emotional mehr unterstützen und ihm bei den alltäglichen Dingen mehr helfen."

Und im umgekehrten Falle: Wenn eine Frau mit ihrer Ehe unglücklich ist, wird sie es ihren Gatten mit hoher Wahrscheinlichkeit wissen lassen. "Sie wird darüber sprechen, ihn damit konfrontieren und dies beeinflusst die Stimmung des Ehemanns", erklärte Carr.

"Männer sprechen eher weniger über ihre Beziehungen und ihre Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit wird den Frauen dann meist nicht kommuniziert und die bekommen dann von seinem Unglück weniger mit".

Laut Carr unterscheidet sich die neue Studie von vorherigen Forschungen, weil sie die Gefühle beider Partner in Betracht zog, um zu analysieren, wie die ehelichen Beurteilungen das psychische Wohlbefinden älterer Erwachsener beeinflusst.

Die Forscher analysierten Daten von 394 Paaren: mindestens einer der Eheleute war 60 oder älter und im Durchschnitt waren die Paare 39 Jahre verheiratet.

Um die eheliche Qualität zu beurteilen, wurde den Paaren mehrere Fragen gestellt. Etwa: ob sie sich wertgeschätzt fühlen, diskutiert wird, die Gefühle verstanden werden oder man einander auf die Nerven geht. Sie sollten auch ein detailliertes Tagebuch darüber führen, wie glücklich sie in den vorherigen 24 Stunden waren, während sie bestimmten Aktivitäten - wie Einkaufen, Haushaltspflichten und Fernsehen - nachgingen.

Die Paare bewerteten ihre allgemeine Lebenszufriedenheit hoch, normalerweise mit fünf von sechs Punkten - wobei die Ehemänner ihre Ehe leicht positiver sahen als ihre Frauen laut den Befunden der in Journal of Marriage and Family veröffentlichten Studie.

Einfluss von Krankheit und Pflege

Wenig überraschend: Für beide Ehegatten war eine besser bewertete Ehe mit größerer Lebenszufriedenheit und Glück verbunden, sagte Carr.

Die Studie fand auch heraus, dass, während Ehefrauen weniger zufrieden waren, wenn ihre Gatten krank wurden, sich die Zufriedenheit der Ehemänner nicht änderte, wenn ihre Frauen krank wurden.

"Wir wissen: wenn ein Partner krank wird, ist es die Frau, die oftmals die Pflege übernimmt, was eine anstrengende Erfahrung sein kann", sagte Carr. "Aber wenn eine Frau krank wird, übernimmt oftmals nicht der Mann sondern die Tochter die Pflege."

Laut den Forschern sind die Befunde wichtig, weil die Qualität einer Ehe die psychische und körperliche Gesundheit und das psychologische Wohl (besonders) bei älteren Menschen beeinflussen kann.

Die Qualität einer Ehe ist wichtig, weil sie einen Puffer gegen gesundheitsabbauende Wirkungen später Lebensstressoren bietet und Paaren hilft, schwierige Gesundheits- und medizinische Entscheidungen zu treffen, sagte Carr.

Das Alter der Paare in der Studie spielt wahrscheinlich eine bedeutende Rolle bei den Ergebnissen, da frühere Generationen eher glaubten, es wäre Aufgabe der Frau, den emotionalen Ton in der Ehe zu setzen, sagte sie.

© PSYLEX.de - Quelle: Rutgers University / Journal of Marriage and Family, September 2014

Synchroner Schlaf-Wach-Zyklus in guter Beziehung

Paare (genauer Frauen), die mit ihrer Beziehung zufrieden sind, schlafen mit höherer Wahrscheinlichkeit synchron und besser, als jene, die mit ungelösten psychischen Problemen ins Bett gehen laut einer neuen Studie.

Forscher der Universität von Pittsburgh befragten 46 Paare zu deren Beziehung und sammelten auch deren Schlafdaten (10 Tage lang) mit einer Aktigraphie (Messung der Bewegungsdaten eines Probanden).

Das meiste, was wir über den Schlaf wissen, stammt aus Studien, die die individuelle Ebene untersuchten. Aber für die meisten Erwachsenen ist der Schlaf ein Verhalten, das zusammen mit dem Partner geschieht, sagte die Autorin Heather Gunn vom Fachbereich für Psychologie an der University of Pittsburgh. "Wie Paare miteinander schlafen kann die Beziehung beeinflussen und durch die Beziehung beeinflusst werden."

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Paare, die zusammen ein Bett teilten, normalerweise ähnliche Schlafwachmuster zeigten - tatsächlich befanden sich die Paare zu etwa 75% der Zeit synchron im Schlaf oder waren auch beide zugleich wach.

Je größer die eheliche Zufriedenheit der Ehefrau war, desto wahrscheinlicher zeigten die Paare diese Synchronizität.

Die Psychologin Heather Gunn sagte in der Zeitschrift Sleep: Der Schlaf verheirateter bzw. miteinander lebende Paare ist synchroner als der Schlaf zufällig ausgewählter Personen. Dies zeigt, dass unsere Schlafmuster nicht nur davon abhängen wann wir schlafen, sondern auch davon, mit wem wir schlafen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Sleep, University of Pittsburgh, Juni 2014

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