Hikikomori Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu Hikikomori

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zum Thema Hikikomori

Mein Erfahrungsbericht zu Hikikomori

31.01.2020 Erfahrung von lesedilarona:

Hallo, da ich zum ersten Mal hier schreibe und auch gar nicht weiß, ob ich hier richtig poste erklär ich kurz, um was es geht.

Hoffe, ihr habt Verständnis, das ich es langsam angehen lasse, z.b. etwas privates über mich zu erzählen; ich tu mir ziemlich schwer mit Vertrauen, bzw. frei reden; nennen wir mich im Moment also einfach lesedi la rona.Seit 2012 bemerke ich gewisse Wesens- und Verhaltenszüge an mir, die unter dem Krankheitsbild Hikikomori definiert werden.

Es fing ziemlich unbewusst und schleichend an. Auslöser Situation kann ich so nicht genau beschreiben; ich denke es war wohl, der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Früher war ich extrovertiert und ein ziemlich aufgeschlossener, sozial integrierter und hilfsbereiter Philanthrop. Mittlerweile verlasse ich meine Wohnung exakt noch viermal im Monat und das auch nur, weil ich mit Online Portalen, um Lebensmittel einzukaufen keine sonderlich guten Erfahrungen gemacht habe. In diesen vier Mal die Wohnung verlassen, integriere ich wirklich alles, was ich im Monat zu erledigen habe; an Arztbesuchen, behördlichen Botengängen, etc. Seit Mai 2013 wurde ich in den frühzeitigen Ruhestand zwangs-geschickt, mit einem Schwerbehinderungsgrad von 50 &, davon 30 auf Psyche; sie nennen es psych. Anpassungsstörung. Na ja; wenn ich ehrlich bin hatte ich bereits mit 12 Jahren keine Lust auf dieses System und ein Rädchen innerhalb dieses Hamster Rades zu sein, das sich lediglich auf neoliberalen Kapitalfaschismus aufbaut, wo man selbst nur die Rolle des konsumierenden Primaten zu spielen hat, der alle vier Jahre neue Fachidioten im politischen Berlin wählen darf und das dann als gelebte Demokratie verinnerlichen soll. Allerdings hatte ich früher noch Visionen, welche Ziele ich erreichen wollte, die heute einer puristischen Realitätserkennung gewichen sind. Seitdem ich diesen Schwerbehindertenausweis angenommen habe, was ich bis heute zutiefst bereue, stellt mich niemand mehr ein, denn dieser Ausweis schützt dich in keinster Weise, er stigmatisiert dich für jeden Arbeitgeber. Ich bleibe zwar am Ball, aber der Status Quo dieser Realität ist sehr klar und eindeutig. Mittlerweile habe ich sämtliche zwischenmenschlichen Beziehung, bis auf eine abgebrochen; die mit meinem Vater, führe diese aber nur noch telefonisch. Die Freunde, die ich zur Zeit habe und pflege laufen alle auf virtueller Ebene ab, keine realen und keine innerhalb meiner Stadt, in der ich lebe.

Mir fehlt jegliches Vertrauen zu Menschen, auch zu Ärzten, weshalb ich wohl psychologische Hilfe bis heute strikt abgelehnt habe. Das liegt wahrscheinlich auch daran, weil ich mal Naturwissenschaften studiert habe und die Psychologie, wie Psychoanalyse nicht als anerkannte Naturwissenschaft gilt in diesen Kreisen; auch Jung und Freud reichen mir hier als Denkansatz nicht. Ich lebe meist Nachts, weil dann meine Umgebung ruhig ist, die Geräusche der Zivilisation nicht mehr stören. Ich empfinde die meisten Menschen einfach nur als langweilig, egoman und sehr exzentrisch in ihrer persönlichen Verklärung ihres Ausdrucks des Seins, das sie dann Individualismus nennen. Irgendwie geht es immer nur um sie, ihre Bedürfnisse, ihre Gefühle..ein ständiges Ich will, ich bin , ich fühle, ich habe, ich muss.. wie das Verhalten eines verwöhnten Kleinkindes und das nervt mich ohne Ende; es macht mich mehr müde, wie 12 Stunden Arbeit am Stück; ganz ehrlich. Mein Leben war geprägt von monogamen Beziehungen, wo man selbst der Macher, der Wegweiser, das Alphatier, der Pionier, der Visionär, der Schlichter, der Brückenbauer, etc. war.. letztendlich war ich aber nix anderes als ein verfluchter Hürdenläufer, zurückblickend, der für seine Umgebung zu funktionieren hatte; wegen der Gesellschaft, der sozialen Ordnung, der preußischen Erziehung, der Gefühls-erpressten Verantwortung über Familie und Beziehung.

Ich habe das alles hinter mich gelassen, nachdem es mich fast vernichtet hat, Psyche wie Physis, merke aber, das ich mich mittlerweile in eine gefährliche Sackgasse begebe; vor allem ein Gedanke erschreckt mich dann doch. Wenn ich jetzt keine Bremse reinziehe, diese Einbahnstraße weiter verfolge und der letzte Kontakt, der mit meinem Vater erlischt, z.b. wenn er stirbt, was mache ich dann..

Ich wäre euch also dankbar, eure Meinung zu Hikikomori hören, oder einen eventuellen Rat. Produktiv wär mein Anliegen und nicht stigmatisieren, beleidigen oder pseudo kluges Geschwätz von der selbst erklärten Kanzel; einfach menschlich..ich bin es ja auch und es war nicht leicht für mich, meine Erfahrungen mit Hikikomori hier kund zu tun. Danke

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