Körpersprache

Sozialpsychologie

Körperliche Erscheinung gibt Auskunft über Persönlichkeit

Eine Studie sagt, dass Beobachter in der Lage sind, einige Aspekte der Persönlichkeit einer Person durch das Ansehen von Fotografien vorherzusagen.

Physische Erscheinung kann Schlüssel zur Persönlichkeit geben

Forscher fanden heraus, dass Selbstbewusstsein, Extraversion und Religiosität richtig nach der körperlichen Erscheinung beurteilt werden können.

Die Studie ist in Personality and Social Psychology Bulletin (PSBP) zu finden.

Die Forscher baten Teilnehmer darum, die Persönlichkeiten von Fremden, basierend auf einer Fotografie (die die Forscher auswählten) und dann aufgrund einer Fotografie, die der Teilnehmer selbst wählte, zu beurteilen.

Kompromissbereitschaft, emotionale Stabilität, Offenheit und Einsamkeit

Diese Urteile wurden dann damit verglichen, wie die Person und die Bekannten die Persönlichkeit dieser Person bewerteten. Sie stellten fest, dass, während beide Fotografien den Teilnehmern genaue Hinweise über die Persönlichkeit lieferten, die spontan ausgewählte Fotografie mehr Einblick zeigte über die Kompromissbereitschaft, emotionale Stabilität, Offenheit und Einsamkeit der beurteilten Person. Die Studie zeigt, dass die physische Erscheinung allein schon Signale über die wahre Persönlichkeit aussenden kann.

"Wir hatten aber schon angenommen, dass die physische Erscheinung als Kanal dient, durch den die Persönlichkeit gezeigt wird," schreiben Autoren Laura P. Naumann, University of California, Berkeley, Simine Vazire, Washington Universität in St. Louis, Peter J. Rentfrow, Universität von Cambridge, Samuel D. Gosling Universität von Texas in Austin.

Dass die körperliche Erscheinung aber eine so wichtige Rolle in Persönlichkeitsurteilen spielen kann, dachten wir nicht.

© PSYLEX.de - Quelle: Personality and Social Psychology Bulletin (PSBP) 2009

Männer erkennen fröhliche, Frauen wütende Körpersignale besser

19.10.2014 Angeblich sollen Frauen non-verbale Signale bzw. die Körpersprache besser deuten können, doch eine in Cerebral Cortex veröffentlichte neue Studie der Universitätsklinik Tübingen kann dies nicht bestätigen.

Wahrnehmung der Körpersprache
Bild: Gerd Altmann

Die Körpersprache richtig zu interpretieren ist sowohl im Alltagsleben als auch in der personalisierten Medizin wichtig. Bei vielen psychischen Erkrankungen ist auch die non-verbale Wahrnehmung und Kommunikation (geschlechtsspezifisch) schlechter. Wenn die neurobiologischen Geschlechtsunterschiede bei der Deutung non-verbaler Signale von z.B. psychisch Kranken aber nicht unterschieden werden können, läuft auch die personalisierte Behandlung fehl.

Prof. Dr. Marina Pavlova und Kollegen von der Radiologischen Universitätsklinik Tübingen untersuchten die Rolle, die das Geschlecht bei der Wahrnehmung von Körpersignalen spielt, und setzten dabei bildgebende Verfahren (Magnetenzephalographie, MEG) ein.

In zwei Experimenten sollten die männlichen und weiblichen Teilnehmer versuchen, die Emotionen (fröhlich, wütend, neutral) von Personen zu deuten, die in einen Raum (in dem sich die Teilnehmer befanden) hereinkamen bzw. sich verabschiedeten.

Bei beiden Experimenten erkannten die männlichen Teilnehmer fröhliche Körpersignale besser (am besten interpretierten sie fröhlich gehende Frauen); während Frauen wütende Körpersprache besser deuteten.

Die MEG zeigte "eine frühere und höhere Aktivität über dem rechten Temporallappen" (Gehirnareale für Bewegungswahrnehmung und Erkennen emotionaler Körpersprache) bei den Frauen, während bei den Männern eine spätere Aktivierung über dem Frontalhirn (Region für soziale Entscheidungen) festgestellt wurde.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass die Gehirne bei der Deutung non-verbaler Signale jeweils unterschiedliche Strategien einsetzen.

Die Forscher weisen darauf hin, dass diese Mechanismen bzw. deren Ausfall der unterschiedlichen Anfälligkeit der Geschlechter für bestimmte neuropsychiatrische Erkrankungen zugrunde liegen könnten.

© PSYLEX.de - Quelle: Cerebral Cortex / Universität Tübingen, Oktober 2014

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