One-Night-Stand (Psychologie, Psyche)

Sexualpsychologie, Sexualforschung

Reue über den One-Night-Stand unterscheidet Männer und Frauen

23.01.2017 Sowohl Männer als auch Frauen neigen zur Reue über den One-Night-Stand, aber ihre Gründe dafür sind verschiedene laut einer in Evolutionary Psychology veröffentlichten Studie.

Frauen bedauern eher als Männer, dass sie einem sexuellen Abenteuer für eine Nacht zustimmten. Männer bedauern mehr als Frauen, dass sie auf eine Gelegenheit verzichteten, sagte Prof. Leif Edward Ottesen Kennair vom Fachbereich Psychologie der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens.

Häufigkeit

Eine frühere US-amerikanische Studie fand heraus, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung in den Vereinigten Staaten und Westeuropa mindestens einen One-Night-Stand (eine sexuelle Kurzbeziehung, die nur eine Nacht oder kürzer andauert) hatte. In einigen der europäischen Ländern betrug der Anteil sogar 70%.


Bild: Niek Verlaan

Für die neue Studie wollten Kennair und Koautor Prof. Mons Bendixen feststellen, ob diese Häufigkeiten und Geschlechterunterschiede in Norwegen ähnlich sind, welches wohl eher als ein sexuell liberales und egalitäres Land einzustufen ist.

Die norwegischen Forscher arbeiteten mit dem Evolutionspsychologen Dr. David von der Universität Texas in Austin zusammen. Die Studienteilnehmer bestanden aus 263 norwegischen Studenten im Alter zwischen 19 und 37 Jahren. Alle hatten mindestens einen One-Night-Stand hinter sich. Tatsächlich zeigten sich die gleichen One-Night-Stand- und Geschlechtermuster.

Geschlechtsspezifische Reue

Die Forscher schauten sich verschiedene mögliche Gründe für diese Reue an, wie Schwangerschaftssorgen, Geschlechtskrankheiten und ein möglicher schlechter Ruf. Durch die Bank sorgten sich die Frauen tatsächlich mehr über alle diese Faktoren.

Evolutionspsychologische Erklärung

Aber das erklärte nicht, warum norwegische Frauen die Erfahrung so viel stärker bedauerten als die Männer, denn weder Beziehungsstatus oder Orgasmus erklärte den großen Geschlechterunterschied.

Insgesamt unterstützen die Ergebnisse schließlich Theorien aus der Evolutionspsychologie: der elterlichen Investition und der sexuellen Strategie. Männer und Frauen haben während Generationen gelernt, unterschiedlich in ihre Beziehungen und die daraus resultierenden Kinder zu investieren.

Männer: Quantität über Qualität

Im Allgemeinen spielt die Qualität eines sexuellen Partners in Kurzzeitbeziehungen biologisch eine kleinere Rolle für Männer. Männer, die von Frau zu Frau laufen und sie schwängern können, schneiden am besten im evolutionären Wettkampf ab.

Zwar haben nur wenige Männer solch einen unbegrenzten Zugang zum anderen Geschlecht, aber für Männer ist die Hauptstrategie im Allgemeinen: Quantität über Qualität. Infolgedessen ist die Sexualpsychologie der Männer auf sexuelle Gelegenheiten ausgerichtet, und sie bereuen deshalb verpasste sexuelle Gelegenheiten.

Frauen und Männer unterscheiden sich grundsätzlich in ihrer Sexualpsychologie, sagte Buss.

Frauen: Qualität über Quantität

Für Frauen ist es seit jeher wichtig gewesen, einen Partner hoher Qualität zu sichern, der bereit war, mehr in ihre Kinder zu investieren, und der Ressourcen nicht an andere Frauen und deren potentielle Kinder vergeudete.

Deshalb bereuen Frauen einen One-Night-Stand mit einem nicht-idealen Mann sehr viel mehr. Frauen haben seit Generationen viel mehr zu verlieren.

Viele Sozialwissenschaftler erwarten, dass in sexuell egalitären Kulturen wie Norwegen diese Sexualunterschiede verschwinden würden. Sie tun es nicht, sagte Buss. Die Kultur verändert nicht die Sexualbiologie - jedenfalls nicht in so kurzen Zeiträumgen.

Diese Tatsache macht die Ergebnisse zu den Sexualunterschieden bei der sexuellen Reue bei modernen norwegischen Menschen so faszinierend für die Wissenschaft, schloss er.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens, Evolutionary Psychology - http://dx.doi.org/10.1177/1474704916682903; Jan. 2017

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