Musik und Sport

Sportpsychologie

Musik kann die sportliche Performance steigern

13.11.2014 Psychologen haben herausgefunden, dass jede Form von Musik die sportliche Leistung erhöht. Jazz, zum Beispiel, ist das wirkungsvollste musikalische Genre, um das Golfspielen zu verbessern.


Für die Studie ließen die Wissenschaftler der Clarkson Universität 22 Teilnehmer der Golfdivision I der Universität (im durchschnittlichen Alter von 20 Jahren) mit mindestens acht Jahren Golferfahrung auf dem Versuchskurs Golf spielen. Jeder von ihnen absolvierte eine Serie von sechs Prüfungen, die fünf Putts an vier festgelegten Standorten um ein Loch herum beinhalteten. In einer zufälligen Reihenfolge sollten die Teilnehmer entweder ohne Musik spielen oder Musikstücke aus verschiedenen musikalischen Genres (Klassik, Country, Rock, Jazz und Hip-Hop/Rap) hören, während sie einlochten.

Es stellte sich heraus, dass das Putten am besten mit Jazz gelang. Ali Boolani von der Clarkson Universität sagte, dass Musik auch die Leistung in anderen Sportarten verbessern kann.

Andere Forschungsarbeiten hätten z.B. gezeigt, dass Countrymusik das Schlagen beim Baseball verbessere, Sprungwürfe könnten durch Rapmusik und Laufen könne durch jedes Musikgenre mit einem schnellen Tempo verbessert werden, schreiben die Psychologen.

Aber der musikalische Nutzen für eine gute feinmotorische Kontrolle war bislang relativ unbekannt. Dies scheint der erste Schritt bei der Beantwortung dieser Frage zu sein, sagte Boolani im Journal of Athletic Enhancement.

Boolani führte die psychologische Studie zusammen mit Timothy Baghurst, Tyler Tapps und Bert H. Jacobson von der Oklahoma State University und Richard Gill von der Tennessee State Universität durch.

© PSYLEX.de - Quelle: Journal of Athletic Enhancement / Clarkson University, Oklahoma State University, Tennessee State University, November 2014

Motivationsmusik erhöht die Risikobereitschaft, verbessert aber nicht die sportliche Leistung

05.02.2018 Eine psychologische Studie untersuchte, ob das Hören von motivierender Musik die sportliche Leistung in einem Ballspiel steigern, das Selbstbewusstsein verbessern und / oder zu riskanterem Verhalten führen kann.

Verbesserungen im Ballspiel?

Die Studie teilte 150 Teilnehmer in drei Gruppen auf, die aus festgelegten Entfernungen eine Ballwurf-Aufgabe ausführten und Fragebögen ausfüllten, während sie entweder von ihnen selbst ausgewählte Musik, von den Forschern ausgewählte Musikstücke oder gar keine Musik hörten.

musikhören
Bild: Gerd Altmann

Zur Beurteilung des Risikoverhaltens durften die Teilnehmer auch die Abstände zum Korb selbst wählen. Die Teilnehmer erhielten für jeden erfolgreichen Versuch monetär vergütete Punkte.

Kein Einfluss auf sportliche Gesamtleistung

Die Daten zeigen, dass das Hören von Musik keinen positiven oder negativen Einfluss auf die Gesamtleistung oder auf die Selbsteinschätzung, das Selbstwertgefühl / Selbstbewusstsein oder die Sport-bezogene Angst hatte.

Selbstwertgefühl und Risikoverhalten

Es steigerte jedoch das Selbstwertgefühl der Teilnehmer, die gute Leistungen erbrachten, und erhöhte auch das Risikoverhalten - insbesondere bei männlichen Teilnehmern und bei denen, die ihre eigene Motivationsmusik wählen durften.

Darüber hinaus stellten die Psychologen fest, dass diejenigen, die riskantere Entscheidungen trafen, höhere monetäre Belohnungen erhielten.

Die Ergebnisse legen nahe, dass psychologische Prozesse in Verbindung mit Motivation und Emotion eine wichtige Rolle für das Verständnis der Funktionen und Wirkungen von Musik bei Sport und Bewegung spielen, sagt Studienautor Dr. Paul Elvers vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik im Fachblatt Frontiers in Psychology.

Die geschlechtsspezifischen Unterschiede im Risikoverhalten, die wir in unserer Studie gefunden haben, stimmen mit den Befunden aus eigenen früheren Studien überein.

Andere Studien sehen allerdings sehr wohl sportliche Leistungssteigerungen durch Musikhören.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik; Frontiers in Psychology (2017). DOI: 10.3389/fpsyg.2017.02026; Feb. 2018

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