Hund-Mensch-Beziehung (Psychologie)

Tierpsychologie - Hund-Mensch-Beziehung

Hunde lesen die Emotionen im Gesicht des Menschen

01.07.2018 Hunde sind in der Lage, die Emotionen hinter einem Ausdruck auf einem menschlichen Gesicht zu verstehen laut einer im Fachblatt Learning & Behavior veröffentlichten Hund-Mensch-Beziehungsstudie. Zum Beispiel, dreht ein Hund den Kopf eher nach links, wenn jemand wütend, ängstlich oder glücklich ist.

Die psychologische Forschungsarbeit zeigt auch, dass Hunde verschiedene Teile ihres Gehirns nutzen, um menschliche Emotionen zu verarbeiten.

Durch die enge Beziehung zum Menschen haben Hunde spezifische Fähigkeiten entwickelt, die es ihnen ermöglichen, effizient mit Menschen zu interagieren und zu kommunizieren.

Lesen der Psyche des Menschen

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Bild: Frank Kellner

Neuere Studien haben gezeigt, dass das Hundehirn emotionale Hinweise der Stimme, dem Körpergeruch und der Körperhaltung entnehmen können - und wenn sie das Gesicht des Menschen lesen.

In dieser psychologischen Studie beobachteten die Studienautoren Marcello Siniscalchi, Serenella d'Ingeo und Angelo Quaranta von der Universität Bari Aldo Moro in Italien was geschah, als sie 26 erwachsenen Hunden Fotos von denselben Gesichtern (einem Mann und einer Frau) präsentierten.

Die Bilder wurden strategisch an den Seiten der Sichtlinie der Tiere platziert und die Fotos zeigten ein menschliches Gesicht, das eine der sechs grundlegenden menschlichen Emotionen ausdrückt: Wut, Angst, Freude, Traurigkeit, Überraschung, Ekel oder Neutralität.

Emotionen Wut, Angst, Freude

Die Hunde zeigten eine größere Reaktion und Herzaktivität, wenn ihnen Fotos gezeigt wurden, die psychische Zustände wie Wut, Angst und Freude zum Ausdruck brachten.

Sie brauchten auch länger, um sich wieder der Nahrungsaufnahme zu widmen, nachdem sie diese Bilder gesehen hatten. Die erhöhte Herzfrequenz der Hunde deutete darauf hin, dass sie in diesen Fällen mehr Stress hatten.

Außerdem neigten Hunde dazu, den Kopf nach links zu drehen, wenn sie menschliche Gesichter sahen, die Wut, Angst oder Freude ausdrückten.

Überraschter Ausdruck des Gesichts

Das Gegenteil geschah, als die Gesichter überrascht aussahen, möglicherweise weil Hunde es als einen nicht bedrohlichen, entspannten Ausdruck ansehen, schreiben die Verhaltensforscher.

Diese Ergebnisse unterstützen daher die Existenz einer asymmetrischen emotionalen Modulation des Gehirns von Hunden, um grundlegende menschliche Emotionen zu verarbeiten.

Deutlich erregende (arousel) negative Emotionen scheinen von der rechten Gehirnhälfte eines Hundes verarbeitet zu werden, und positivere Emotionen von der linken Seite, zeigen die verhaltenspsychologischen Befunde laut den Wissenschaftlern.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Siniscalchi, M., d'Ingeo, S. & Quaranta, A. Learn Behav (2018). https://doi.org/10.3758/s13420-018-0325-2

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