Verhaltenshemmung (Behaviorale Inhibition)

Verhaltenspsychologie

News und Forschungsartikel, die sich mit der Verhaltenshemmung beschäftigen.

Das Verhaltenshemm-System

Das behavioral inhibition system (BIS - Verhaltenshemm-System), wie von Jeffrey Alan Gray vorgeschlagen, ist ein System neuropsychologisches eines Individuums, das mit den individuellen Reaktionen auf Angst-relevante Signale in einer gegebenen Umgebung verbunden ist.

Dieses System wird bei Bestrafung, langweiligen Dingen oder negativen Ereignisse aktiviert. Durch die Reaktion auf Signale, wie beispielsweise negative Reize oder Ereignisse, die Strafe oder Frustration beinhalten, resultiert dieses System letztlich in der Vermeidung solcher negativen und unangenehmen Ereignisse.

Nach Grays Theorie ist das BIS verbunden mit der Sensibilität für Strafe sowie der Vermeidungsmotivation. Es wurde auch vorgeschlagen, dass die BIS die kausale Basis von Angst sein könnte. Hohe Aktivität des BIS bedeutet eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Non-Belohnungen, Bestrafung und neuen Erfahrungen.

Diese verstärkte Empfindlichkeit gegenüber diesen Stimuli führt zu einer natürlichen Vermeidung solcher Umgebungen, um negative Erfahrungen wie Furcht, Angst, Frustration und Traurigkeit zu verhindern. Menschen, die sehr empfindlich auf Bestrafung reagieren, nehmen Strafen als aversiver wahr und werden dadurch auch eher abgelenkt.

Hemmungen und inferiorer frontaler Cortex

Neuropsychologie - Kognitive Psychologie - Biologische Psychologie

Forscher haben herausgefunden, welche Bereiche des Gehirns aktiviert werden, wenn wir ein automatisches Verhalten unterdrücken, wie z.B. den Drang, andere Leute in einem Aufzug anzusehen.

Gehirnregion reagiert bei Hemmung des Verhaltens

York University (Toronto) Forscher verwendeten fMRT (funktionelle Kernspintomographie), um Gehirnaktivitäten zu verfolgen, während Studienteilnehmer sich eine Abbildung eines Gesichtsausdrucks mit einem überlagerten Wort ansahen.

Die Teilnehmer verarbeiteten die Wörter schneller als die Gesichtsausdrücke. Jedoch, wenn das Wort nicht zur Abbildung des Beispiels passte - z.B. wenn dem Wort "traurig" eine Abbildung von jemanden mit einem Lächeln überlagert wurde, reagierten die Teilnehmer weniger schnell auf die Bitte, das Wort zu lesen.

Die Befunde sind in der Zeitschrift Frontiers in Human Neuroscience herausgegeben worden.

"Die Emotion im Wort passt nicht zur Emotion im Gesichtsausdruck, was einen Konflikt schafft", sagte Dr. Joseph DeSouza, Dozent für Psychologie der York’s Faculty of Health.

"Unsere Studie zeigte - zum ersten Mal - eine Zunahme des Signals des linken inferioren frontalen Cortex. Und zwar dann, wenn eine Versuchsperson mit dem Konflikt zwischen dem Wort und der Abbildung konfrontiert und darum gebeten wurde, so zu reagieren, wie es gegen seine automatischen Instinkte war."

Region für höhere kognitive Funktionen

Vorherige Forschungen zum präfrontalen Cortex (PFC) haben herausgefunden, dass diese Region bei höheren kognitiven Funktionen, wie langfristige Planung, Reaktionsunterdrückung und Auswahl von Reaktionen involviert ist.

Dieser Versuch, geführt von Shima Ovaysikia mit der Unterstützung von DeSouzas, erlaubt Forschern, hemmende Mechanismen für komplexere Stimuli zu untersuchen, als es in der Vergangenheit möglich war.

Schlaganfall- oder Schizophreniepatienten

Der inferiore frontale Cortex befindet sich nahe der vorderen linken Schläfe. Menschen, die Probleme mit Hemmungen haben, wie Schlaganfall- oder Schizophreniepatienten, könnten einen Schaden in diesem Bereich haben, sagt DeSouza.

So würde man erwarten, wenn sie etwas sehen, das widersprüchlich ist, wie die Abbildung eines lächelnden Gesichts mit dem Wort "traurig", dass sie sich mehr Zeit nehmen müßten um zu reagieren, weil der Teil ihres Gehirns, der beschädigt oder zerstört worden ist, dies verarbeiten müsste.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Frontiers in Human Neuroscience, Dez. 2010

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