Verhaltensprobleme, Verhaltensstörung bei Kindern, Jugendlichen

Verhaltenspsychologie

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Hat mein Kind eine Verhaltensstörung?

Beziehungsprobleme - Kinderpsychologie - Verhalten

Obwohl schlechtes Verhalten eine typische Phase der Kindheit sein kann, können bestimmte Zeichen etwas ernsteres anzeigen.

Das U.S. National Library of Medicine sagt, wenn einige dieser Eigenschaften für länger als sechs Monate anhalten, könnte ein Kind eine Verhaltensstörung haben bzw. 'verhaltensauffällig' sein:

Symptome

Quelle: U.S. National Library of Medicine, Juli 2010

Unregelmäßige Schlafenszeiten und Verhaltensprobleme bei Kindern

Eine Studie hat festgestellt, dass Kinder, die keine festen Schlafenszeiten haben, wahrscheinlicher Probleme in ihrem Verhalten aufweisen.

Unregelmäßige Schlafenszeiten

Forscher des University College London fanden heraus, dass unregelmäßige Schlafenszeiten die natürlichen Körperrhythmen unterbrechen und Schlafmangel verursachen, was die Gehirnreifung und die Fähigkeit bestimmte Verhaltensweisen zu regulieren, unterhöhlen kann.

Die Wissenschaftler analysierten Daten von mehr als 10.000 Kindern aus dem Vereinigten Königreich und untersuchten die Schlafenszeiten von Drei-, Fünf- und Siebenjährigen. Sie integrierten auch die Berichte der Eltern und Lehrer der Kinder zu deren Verhaltensproblemen.

Schlaf und Verhalten

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Bild: Bernardo Strozzi

Die Studie fand eine statistisch bedeutende Verbindung zwischen den Schlafenszeiten und dem Verhalten. Unregelmäßige Schlafenszeiten beeinflussten das Verhalten der Kinder durch die Unterbrechung der zyklischen Rhythmen und führten zu einem Mangel an Schlaf, der die Entwicklung des Gehirns beeinflusst, sagten die Wissenschaftler.

Wenn Kinder in ihrer frühen Kindheit nicht zu festen Zeiten schliefen, verschlechterten sich ihre Verhaltensscores, die Hyperaktivität, Verhaltensprobleme, Probleme mit Gleichaltrigen und emotionale Schwierigkeiten einschlossen.

Verbesserungen durch regelmäßigen Schlaf

Jedoch war dies reversibel: Kinder, die eine regelmäßigere Schlafenszeit erhielten, zeigten klare Verbesserungen bezüglich ihres Verhaltens.

Unregelmäßige Schlafenszeiten waren am häufigsten im Alter von drei anzutreffen; etwa 20% gingen zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett.

Kinder, deren Schlafenszeiten unregelmäßig waren, oder die nach 21.00 zubettgingen, kamen eher aus sozial benachteiligten Familien, laut den Forschern.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University College London, Okt. 2013

Gehirnanomalien bei Jugendlichen mit Verhaltensproblemen

04.01.2016 Junge Menschen mit Verhaltensproblemen - wie antisoziales und aggressives Verhalten - zeigen ein verringertes Volumen der grauen Substanz in einigen Bereichen des Gehirns laut einer in der Zeitschrift JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie.

Weniger graue Substanz

Forscher von der Universität Birmingham stellten fest, dass Heranwachsende mit Verhaltensproblemen weniger graue Substanz insbesondere in Amygdala, Insula und präfrontalem Cortex hatten.

Diese Gehirnbereiche sind wichtig für Entscheidungsfindung, empathische Reaktionen, Lesen der Mimik und Emotionsregulation; wichtige kognitive und affektive Prozesse, die bei Kindern mit Verhaltensschwierigkeiten scheinbar unzulänglich sind.

Die neue Forschungsstudie analysierte die MRT-Scans von 13 vorhandenen Studien mit 394 Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten und 350 normal entwickelten Kindern.

Folgen für Psyche und Körper

"Wir wissen, dass schwerwiegende Verhaltensprobleme bei Jugendlichen nicht nur antisoziales und aggressives Verhalten im Erwachsenenalter nach sich ziehen können, sondern auch Substanzmissbrauch, psychische Gesundheitsprobleme und eine schlechtere körperliche Gesundheit", sagte Studienautor Dr. Stephane de Brito.

"Aus diesem Grund sind Verhaltensprobleme ein wichtiges Ziel für Präventionsbemühungen, und unsere Studie erweitert unser Wissen über die mit aggressiven und antisozialen Verhaltensweisen bei Jugendlichen verbundenen Gehirnregionen."

Die Forscher weisen jedoch auf noch unbeantwortete Fragen. Zum Beispiel ist das Ausmaß, in dem diese strukturellen Unterschiede im Gehirn mit Umweltfaktoren wie Rauchen oder Drogenmissbrauch während der Schwangerschaft und Misshandlung in früher Kindheit verbunden sind, noch unbekannt.

"Wir brauchen prospektive Langzeitstudien, um beurteilen zu können, ob diese strukturellen Differenzen schon früh im Leben präsent sind, und ob sie auch über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben", sagte Koautor Dr. Jack Rogers.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Birmingham, JAMA Psychiatry; Jan. 2016

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