Tourismuspsychologie

Tourismuspsychologie

Studie: Touristen, die verschiedene Emotionen ('Emodiversität') erleben, fühlen sich psychologisch wohler

08.05.2020 Eine im Journal of Travel Research veröffentlichte Studie hat untersucht, wie Touristen im Urlaub Emotionen wahrnehmen.

Die Studie aus dem Bereich Tourismuspsychologie zeigt, dass eine Reihe von Emotionen - sowohl positive als auch negative, was als Emodiversität bezeichnet wird - durchweg mit einem größeren psychischen Wohlbefinden verbunden waren.

Auswirkungen auf die Tourismusindustrie


Bild: pixabay

Die Studie gibt Aufschluss darüber, wie Emotionen wahrgenommen werden. Andere Forschungen im Bereich Tourismuspsychologie haben bislang einfach "gute" und "schlechte" Emotionen untersucht und ignorierten weitgehend die Vielfalt der Emotionen, die Touristen während ihres Urlaubs erleben, schreiben die Studienautoren um Lin Wang von der Sun Yat-sen University, Zhuhai, Guangdong, China.

Frühere tourismuspsychologische Forschungsarbeiten legen nahe, dass Reiseveranstalter dafür sorgen sollten, dass ihre Kunden sich die ganze Zeit wolhlfühlen.

Emodiversität

Andere Emotionen sollten dieses Wohlbefinden nach Möglichkeit nicht stören. Die aktuelle Studie zeigt, dass dies nicht notwendigerweise der Fall sei. Das psychische Wohlbefinden des Einzelnen profitiert mehr von vielfältigen Emotionen als von positiven Emotionen allein.

Anstatt positive Emotionen einfach nur um der Annehmlichkeit willen zu verkaufen, sollte die Tourismusindustrie die Bedeutung der Schaffung von "Emodiversität-suchenden Erlebnissen" im Gegensatz zu den derzeit weit verbreiteten "vergnügungssuchenden Erlebnissen" erkennen.

Negative Emotionen können eine positive Wirkung auf die Psyche haben

Yuansi Hou, Koautor von der Queen Mary University of London: Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen auf Reisen eine Vielfalt von Emotionen erleben, ist viel höher als im täglichen Leben zu Hause.

Diese Untersuchung zeigt, dass Touristen, die während ihres Urlaubs mehr als eine Emotion erleben, sich mit viel größerer Wahrscheinlichkeit insgesamt wohl fühlen.

Dies schliesst auch diejenigen ein, die eine Reihe negativer Emotionen erleben; die Vielfalt dieser negativen Emotionen wirke sich positiv auf ihr psychologisches Wohlbefinden aus, verglichen mit dem Auftreten einer bestimmten negativen Emotion.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Travel Research (2020). DOI: 10.1177/0047287520919521

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