Antidepressiva: Neue Ansätze

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Kanadische Neurowissenschaftler könnten einen neuen Ansatz für die Behandlung von Depressionen entdeckt haben.

Neue Art Depression-Medikamente?

Forscher beim Centre for Addiction and Mental Health (CAMH) glauben, dass eine Behandlungsstrategie, die ein Proteinpeptid verwendet, um Rezeptoren vom Schlüssel-Neurotransmitter Dopamin zu blockieren, eine bessere Methode sein könnte als die Benutzung von Antidepressiva, um Serotonin- oder Noradrenalin Transporter zu blockieren.

Die Wissenschaftler hoffen, dass der neue Ansatz bei mehr Patienten hilfreich sein und weniger Nebenwirkungen haben wird.

Weltweit beeinflusst die Depression das Leben jedes zehnten Menschen und ist eine der häufigsten Ursachen für Beeinträchtigungen.

Die im Nature Medicine dieses Monats herausgegebene Studie fand heraus, dass die Verbindung zwischen zwei Dopamin-Rezeptoren im Gehirn von mit Major Depression diagnostizierten Personen deutlich erhöht war.

Neuartige Antidepressiva

"Wir identifizierten ein potentielles therapeutisches Ziel für die Entwicklung von neuartigen Antidepressiva", sagte Dr. Fang Liu vom CAMH.

Ausgehend von dieser Entdeckung arbeitend, versuchten die Forscher einen Weg zu finden, die Verbindung zwischen den zwei Rezeptoren zu unterbrechen in der Hoffnung, eine antidepressive Wirkung zu erzielen.

Mit Hilfe einer Autopsie-Gehirnstudie stellten Liu und ihr Team anfangs fest, dass die Verbindung zwischen zwei Dopamin-Rezeptoren im Gehirn von Menschen bedeutend erhöht war, die mit Major Depression diagnostiziert worden waren.

Sie begannen und analysierten einen bestimmten Dopamin-Signal-Mechanismus, den D1 und D2 Rezeptorkomplex, um die Standorte zu identifizieren, wo die zwei Rezeptoren zusammenfinden.

Mit dieser Information waren sie in der Lage, ein Proteinpeptid zu generieren, um die Verbindung der zwei Rezeptoren zu unterbrechen. Das Peptid wurde dann bei Tieren getestet, um die Wirkungen mit vorhandenen antidepressiven Medikationen zu vergleichen.

"Nachdem wir das Peptid einsetzten, sahen wir eine merkliche Verbesserung bezüglich depressionsgebundenen Verhaltens. Die in der Peptidgruppe gezeigte Verbesserung war der Verbesserung traditioneller antidepressiver Medikamente gegenüber äquivalent", sagte Liu.

Neuer Ansatz

Dieses Peptid ist ein ganz neuer Ansatz, Depressionen zu behandeln, die zuvor von Neurotransmitter blockierenden Antidepressiva abhingen. Diese konventionellen antidepressiven Medikamente funktionieren nicht bei allen Patienten und können verschiedene Nebenwirkungen verursachen.

"Wir sind hoffnungsvoll, dass unsere Forschung zu neuen Optionen für die Behandlung führt, die Nebenwirkungen für Patienten mit Depression reduzieren können", stellte Liu fest.

Quelle: Nature Medicine, Nov. 2010

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