Antidepressiva und die Gehirnentwicklung

Pränatale Exposition gegenüber SSRI-Antidepressiva steht in Verbindung mit der Entwicklung des fetalen Gehirns

10.04.2018 Die pränatale Exposition gegenüber einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) ist mit der Entwicklung des fetalen Gehirns verbunden laut einer in JAMA Pediatrics veröffentlichten Studie.

Dr. Claudia Lugo-Candelas vom Columbia University Medical Center in New York City und Kollegen untersuchten die Verbindungen zwischen pränataler Exposition gegenüber SSRI-Antidepressiva und der Gehirnentwicklung bei einer Gruppe von 98 Kindern.

Von diesen waren 16 in der Gebärmutter diesen Antidepressiva ausgesetzt gewesen, 21 waren in der Gebärmutter einer unbehandelten mütterlichen Depression ausgesetzt und 61 waren gesunde Kontrollen.

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Bild: Gerd Altmann

Die Gehirnentwicklung wurde mittels Struktur- und Diffusions-Magnetresonanztomographie (MRT) im mittleren Alter von 3,43 Wochen bewertet.

Graue Substanz

Verglichen mit gesunden Kontrollen und Säuglingen, die einer unbehandelten mütterlichen Depression ausgesetzt waren, wurde eine signifikante Volumenausdehnung der grauen Substanz in der rechten Amygdala und der rechten Insula bei SSRI-exponierten Säuglingen in der Voxel-basierten Morphometrie beobachtet.

Weiße Substanz

Die Antidepressiva-Gruppe zeigte eine signifikante Zunahme der Konnektivität zwischen der rechten Amygdala und der rechten Insula bei der Analyse der strukturellen Konnektivität der weißen Substanz, mit einer großen Effektgröße im Vergleich zu gesunden Kontrollen und Säuglingen, die unbehandelten Depressionen ausgesetzt waren.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die pränatale SSRI-Exposition einen Zusammenhang mit der Entwicklung des fetalen Gehirns hat, insbesondere in den für die emotionale Verarbeitung kritischen Gehirnregionen, schreiben die Autoren.

Die Studie unterstreicht den Bedarf an weiterer Forschungsarbeit über die möglichen langfristigen Verhaltens- und psychologischen Ergebnisse dieser neuroentwicklungsbedingten Veränderungen durch Antidepressiva.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: JAMA Pediatrics - doi:10.1001/jamapediatrics.2017.5227

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