Antidepressiva bei koronarer Herzkrankheit (KHK)

Stimmungsaufhellende Psychopharmaka - Thymoleptika

Sind Antidepressiva für Patienten mit koronarer Herzkrankheit sicher?

21.04.2018 Eine in der aktuellen Ausgabe von Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlichte Studie untersuchte die kardialen Ereignisse, die beim Einsatz von Antidepressiva bei koronarer Herzkrankheit (KHK) auftreten können.

Das Ziel dieser Studie war die Beurteilung des Einsatzes von Antidepressiva nach Klassen in Bezug auf kardiologische Praxisempfehlungen und den Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Antidepressiva und dem Auftreten schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse einschließlich Tod.

herzprobleme
Bild: Gerd Altmann

Bei der Untersuchung handelt es sich um eine historische Kohortenstudie aller Patienten, die zwischen 2002 und 2012 eine Herzrehabilitation in einem großen Zentrum für koronare Herzkrankheiten durchlaufen haben. Die Teilnehmer füllten zu Beginn und am Ende des Programms den Patientengesundheitsfragebogen (PHQ-9) aus.

Ein Verknüpfungssystem ermöglichte die Bestimmung des Antidepressivums und schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis 2014. Von den 1.694 Teilnehmern mit koronaren Herzerkrankungen absolvierten 1.266 (74,7%) den PHQ-9 nach dem Programm.

Linderung der Depression

Depressive Symptome verringerten sich signifikant vom Vor- zum Nachprogramm (p < 0,001). Insgesamt nahmen 433 (34,2%) Teilnehmer Antidepressiva, meist selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI; n = 299; 23,6%).

Der Einsatz von Antidepressiva war signifikant mit niedrigeren depressiven Symptomen nach einer Herzrehabilitation verbunden (p < 0,001).

Abbrüche

Der Anteil der abgedeckten Tage lag bei etwa 70% für alle vier großen Antidepressiva-Klassen; die Abbruchraten reichten von 37,3% für Trizyklika (Trizyklische Antidepressiva) bis 53,2% für Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI).

Schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 4,7 Jahren hatten 264 (20,9%) Teilnehmer ein schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis.

Tendenziell hatten mit Trizyklika behandelte Teilnehmer signifikant mehr negative kardiovaskuläre Ereignisse als diejenigen, die keine trizyklischen Antidepressiva einnahmen.

Auch Personen, die atypische Antidepressiva einnahmen, zeigten häufiger diese Nebenwirkungen, sowie mit SSRI behandelte Patienten.

Es gab kein erhöhtes Risiko beim Einsatz von SNRI.

Diese Entdeckungen legen nahe, schreiben die Forscher um Sherry L. Grace von der Universität Toronto, dass der Gebrauch von Antidepressiva mit einer geringer ausgeprägten Depression verbunden war. Der Gebrauch von Antidepressiva (außer SNRI) bei einer koronaren Herzkrankheit war mit mehr nachteiligen kardiovaskulären Ereignissen verbunden.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Toronto; Psychotherapy and Psychosomatics (2018). DOI: 10.1159/000486794

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