Antidepressiva: Langzeiteinnahme

Führen Antidepressiva zur dauerhaften langzeitigen Einnahme?

22.01.2018 Daten aus den Niederlanden deuten auf den dauerhaften langfristigen Gebrauch von Antidepressiva in der Allgemeinmedizin laut einer in Psychotherapy and Psychosomatics veröffentlichten Studie.

Der Einsatz von Antidepressiva ist weit verbreitet. Die Forschung hat sich hauptsächlich auf die Wirksamkeit während kurzer Anwendungszeiträume bei Depressionen und Angstzuständen konzentriert. Es gibt relativ wenige Daten zum Langzeitgebrauch.

pillendose

Um die Prävalenz (Häufigkeit) und mögliche Zunahme der langfristigen Einnahme von Antidepressiva in den letzten Jahren zu bestimmen, analysierten die Autoren die Daten einer großen Patientenkohorte (n = 156.620) in und um Amsterdam.

Ansteigende Tendenz

Die Ergebnisse zeigten eine beträchtliche Prävalenz des Langzeitgebrauchs von Antidepressiva. Darüber hinaus scheint diese Nutzung zu steigen:

30,3 % des Verbrauchs waren im Zeitraum 1995-2005 langfristig, im Vergleich zu 43,7 % im Zeitraum 2005-2015.

Faktoren

Ein höheres Alter, eine registrierte Diagnose von Angststörung oder Depression und der Gebrauch von SSRI oder SNRI waren mit dem langfristigen Einsatz von Antidepressiva verknüpft. Darüber hinaus konnten bestimmte Antidepressiva unterschiedlich mit der dauerhaften Einnahme in Verbindung gebracht werden.

Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die langzeitige Antidepressiva-Anwendung beträchtlich und deutlich auf dem Vormarsch ist.

Das Bewusstsein für dieses Phänomen sollte geschärft werden, eine solche Nutzung sollte nach Möglichkeit verhindert werden, und die Gründe für eine langfristige Nutzung müssen untersucht werden, schließen Studienautor Klaas M. Huijbregts von der Vrije Universiteit Amsterdam und Kollegen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Vrije Universiteit Amsterdam; Psychotherapy and Psychosomatics - DOI: 10.1159/000480456; Jan. 2018

Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Welche Folgen eine Einnahme von vielen Jahren und Jahrzehnten hat

31.01.2018 Kommentar von Onyx:

Man sollte lieber mal untersuchen, welche Folgen eine Einnahme von vielen Jahren und Jahrzehnten hat - soweit Patienten es dann überhaupt noch schaffen, diese Medikamente abzusetzen. Muss man - zB. - damit rechnen, dass irreversible Gehirnveränderungen eingetreten sind, die zu chronischen Depressionen führen?

Schreiben Sie uns >> hier << über Ihre Erfahrungen und lesen Sie die Erfahrungsberichte / Kommentare zu diesem Thema.

Weitere News aus der Forschung

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter