Ketamin bei Kindern u. Jugendlichen

Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Heranwachsenden mit behandlungsresistenter Depression

05.08.2018 Eine neue Studie hat einen signifikanten durchschnittlichen Rückgang bei der Children's Depression Rating Scale (42,5%) bei Kindern und Jugendlichen mit behandlungsresistenter Depression gezeigt, die mit intravenösem Ketamin behandelt wurden.

Die Studie, die die Verträglichkeit und potenzielle Rolle von Ketamin als Behandlungsoption für Heranwachsende mit therapieresistenten Depressionen belegt wurde im Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology veröffentlicht.

Dr. Kathryn R. Cullen von der Universität Minnesota und Kollegen behandelten Heranwachsende im Alter von 12-18 Jahren, die in zwei früheren Behandlungen nicht auf Antidepressiva angesprochen hatten. Sie erhielten sechs Ketamininfusionen über 2 Wochen.

Verträglichkeit und Ansprechen

Chemische Strukturformel von Ketamin

Die Behandlung wurde gut vertragen. Basierend auf der Children's Depression Rating Scale erreichten 38% der Teilnehmer die Kriterien für klinisches Ansprechen und Remission.

Dissoziative Symptome und hämodynamische Symptome (Blutfluss in den Blutgefäßen) waren vorübergehend. Eine höhere Dosis war ein signifikanter Prädiktor für das Ansprechen auf die Behandlung.

Drei Responder zeigten eine anhaltende Remission bei einer 6-wöchigen Nachbeobachtung; ein Rückfall trat innerhalb von 2 Wochen bei den anderen beiden Respondern auf.

Studiendesign; Ausblick

Diese Ergebnisse zeigen die potenzielle Rolle von Ketamin bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit behandlungsresistenten Depressionen. Zu den Einschränkungen gehören das Open-Label-Design und eine kleine Stichprobe; künftige Forschungsarbeiten zu diesen Fragen sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

Darüber hinaus deuten die Belege auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung hin; zukünftige Studien sind notwendig, um die Dosis zu optimieren. Schließlich bleibt die Frage nach der langfristigen Sicherheit von Ketamin als Depressionsbehandlung bestehen; vor einer breiteren klinischen Anwendung sind weitere Informationen erforderlich, schließen die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology - https://doi.org/10.1089/cap.2018.0030

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