Ketamin gegen Migräne

Stimmungsaufhellende Psychopharmaka - Thymoleptika

Ketamin scheint hilfreich bei behandlungsresistenter Migräne

11.11.2017 Ketamin - ein Medikament, das häufig zur Schmerzlinderung und zunehmend zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird - kann bei Patienten mit behandlungsresistenter Migräne die Kopfschmerzen lindern laut einer auf der ANESTHESIOLOGY Jahrestagung 2017 vorgestellten Studie.

Die Studie mit 61 Patienten ergab, dass fast 75 Prozent nach einer drei- bis siebentägigen stationären Behandlung mit Ketamin eine Verbesserung ihrer Migräneintensität feststellten.

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Bild: Gerd Altmann

Das Medikament wird zur Induktion von Vollnarkosen verwendet, bietet aber auch eine wirksame Schmerzkontrolle für viele Patienten mit Schmerzerkrankungen in niedrigeren Dosen als bei der Anästhesie.

Die Forscher um Dr. Eric Schwenk vom Thomas Jefferson University Hospital in Philadelphia überprüften die Daten von Patienten, die Ketamin-Infusionen gegen hartnäckige Migräne-Kopfschmerzen erhielten - Migräne, bei der alle anderen Therapien versagt haben.

Die durchschnittliche Migräne-Einstufung lag bei der Aufnahme bei 7,5 (auf einer Skala von 0-10) verglichen mit 3,4 bei der Entlassung.

Die durchschnittliche Dauer der Infusion betrug 5,1 Tage und der Tag der niedrigsten Schmerzen war Tag 4. Die Nebenwirkungen waren insgesamt gering.

Die Studie konzentrierte sich nur auf die kurzfristige Schmerzlinderung, aber es ist ermutigend, dass diese Behandlung das Potenzial hat, Patienten langfristig zu helfen, schreiben die Wissenschaftler. Damit bildet die Arbeit die Grundlage für zukünftige, prospektive Studien mit einer größeren Patientenzahl.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: American Society of Anesthesiologists; Okt. 2017

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