Antidepressiva Nebenwirkungen

Stimmungsaufhellende Psychopharmaka - Thymoleptika

Die Nebenwirkungen von Antidepressiva sind manigfaltig. Auf dieser Seite soll ein Überblick über allgemeinere unerwünschte Wirkungen dieser Medikamente gegeben werden. Mehr zu spezifischen Nebenwirkungen bestimmter AD sind über unsere Antidepressiva-Liste zu erfahren.

Übersicht der Nebenwirkungen

Liste der möglichen Nebenwirkungen zusammengestellt aus unseren News und Artikeln.

Antidepressiva erhöhen Risiko für QT-Verlängerung

Bestimmte Antidepressiva bedeuten für Patienten ein größeres Risiko, ein schweres Herzleiden zu entwickeln, bestätigt eine neue Forschungsstudie.

Die Analyse, herausgegeben im British Medical Journal, sah sich Daten von 38.397 mit Antidepressiva behandelten Patienten an.

Risiko durch Citalopram, Escitalopram, Methadon und Amitriptylin

Die Studie fand heraus, dass die selektiven Serotonin Wiederaufnahme Hemmer (SSRI) Citalopram und Escitalopram, wie auch Methadon und das trizyklische Antidepressivum Amitriptylin ein kleines, aber bedeutsames Risiko für die Nebenwirkung eines verlängerten QT-Intervalls darstellen.

QT-Intervall-Verlängerung

Hierbei brauchen elektrische Impulse, die das Herz kontrollieren, mehr Zeit zwischen den Herzschlägen um aufzuladen, und es kann zu potentiell tödlichen ventrikulären Arrhythmien führen.

Ca. 1/5 zeigten anormale QT-Intervalle

"Fast 20% der mit diesen Antidepressiva behandelten Patienten zeigten bei Elektrokardiographien QT Intervalle, die als anormal betrachtet würden", sagten die Studienautoren. Sie bemerkten aber, dass die klinische Bedeutung dieses Befundes "unbekannt" ist.

Je höher die Dosis des Antidepressivums, desto höher das Risiko

Die Ergebnisse zeigten auch, dass die Wirkung bei höheren Dosen der Antidepressiva zunimmt und es einen dosisabhängigen Trend für diese Nebenwirkung gibt.

"Wenn man ein langes QT Intervall hat, kann dies das Risiko eines ernsten anormalen Herzrhythmus potenziell erhöhen", sagte June Davison von der British Heart Foundation, aber sie betonte auch, dass "diese anormalen Herzrhythmen sehr selten sind, und der potenzielle Nutzen für die meisten Patienten größer ist als die Risiken bei der Behandlung von Depression".

Die Regulierungsbehörden auf beiden Seiten des Atlantiks schränkten die Dosierungen von Citalopram im Jahr 2011 ein, nachdem das Risiko von schweren Herzarrhythmien durch Verlängerung des QT Intervalls bekannt wurde.

© PSYLEX.de - Quelle: BMJ, Feb. 2013

Einige AD können Risiko für Schlaganfall anheben

Einige Antidepressiva sind verbunden mit einem leicht gesteigerten Risiko für Schlaganfälle, laut einer neuen Analyse.

Forscher sahen sich 16 Studien mit mehr als 500.000 Menschen an.

Sie konzentrierten sich auf die beliebten als SSRI (selective serotonin reuptake inhibitors - Selektive Serontonin Wiederaufnahme-Hemmer) bekannten Antidepressiva. Die SSRI waren Celexa (Citalopram), Lexapro (Escitalopram), Paxil (Paroxetin), Prozac (Fluoxetin), Viibryd (Vilazodon) und Zoloft (Sertralin).

Für die meisten Leute ist das Risiko des mit diesen Medikamenten verbundenen Schlaganfalls niedrig, sagt Forscher Daniel G. Hackam, MD, Doktor, außerordentlicher Professor der Medizin an der Western University in London, Ontario Kanada.

Insgesamt, sagt er, "beträgt das zusätzliche Blutungsrisiko 1 pro 10.000 mit SSRI Behandelten pro Jahr".
Das Risiko eines Schlaganfalls bei denen, die SSRI einnehmen, ist aber höher, wenn sie auch Risikofaktoren für Infarkte haben, wie: Einnahme von Antikoagulanzien oder Blutverdünner, fanden die Forscher.

Die Medikamente sind auch dafür bekannt, das sie das Risiko für Nebenwirkungen wie gastrointestinale Blutungen anheben.

Die Studien fanden eine Verbindung, aber nicht Ursache und Wirkung. Die neue Analyse erschien online in Neurology.

Jedes Jahr sterben über 795.000 US-Amerikaner an Schlaganfällen, laut American Stroke Association. In Deutschland stellte das Statistische Bundesamt 65.133 Todesfälle durch Schlaganfälle im Jahr 2006 fest (nach Wikipedia). Nach schlaganfall-hilfe.de sind es knapp 270.000 Schlaganfälle jedes Jahr (s.a. Schlaganfall und Depression).

© PSYLEX.de - Quelle: Neurology, Okt. 2012

Psychische Nebenwirkungen von Antidepressiva schlimmer als gedacht

26.02.2014 Eine aktuelle Studie der Liverpool Universität zeigt, dass Suizidgedanken, sexuelle Probleme und emotionale Taubheit in Folge von Antidepressiva weiter verbreitet sind als bisher angenommen wurde.

In einer Umfrage mit 1.829 Menschen, denen Antidepressiva verschrieben wurden, berichteten eine große Anzahl der Befragten über psychische Probleme aufgrund der Medikamente gegen Depressionen.

'Medikation hat bizarre Ausmaße erreicht'

Psychologe und Studienleiter Professor John Read vom Institut für Psychologie, Gesundheit und Gesellschaft der Universität, sagte: "Die Medikation von Traurigkeit und Verzweiflung hat bizarre Ausmaße erreicht. In manchen Ländern bekommt schon jeder Zehnte ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum.

Während die biologischen Nebenwirkungen von Antidepressiva wie Gewichtszunahme und Übelkeit gut dokumentiert sind, werden die psychologischen und interpersonalen Auswirkungen im Wesentlichen ignoriert oder geleugnet. Aber diese scheinen alarmierend weit verbreitet zu sein, sagt der Psychologe.

Die Ergebnisse:

Weitere psychische Auswirkungen waren:

Jedoch berichteten 82%, dass die Medikamente geholfen hätten, ihre Depression zu lindern.

Quelle: Liverpool Universität, Feb. 2014

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