Antidepressiva oder Psychotherapie

Stimmungsaufhellende Psychopharmaka - Thymoleptika

Wirksamer als Psychotherapie

05.11.2015 Eine Studie der Vrije Universiteit Amsterdam und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe verglich die Wirksamkeit von Antidepressiva (AD) und verbaler Psychotherapie.

Dazu analysierten Prof. Pim Cuijpers von der VU und Prof. Ulrich Hegerl von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe die Resultate aus 35 Studien (1966 bis 2014) in denen die beiden Behandlungsverfahren direkt miteinander verglichen wurden.

Dabei wurden nur Studien einbezogen, in denen die Teilnehmer zufällig einer Psychotherapie- oder Antidepressiva-Gruppe zugeteilt worden waren, wodurch beide Verfahren unter den gleichen Rahmenbedingungen stattfanden und besser miteinander verglichen werden konnten.

Es zeigte sich, dass die Behandlungen mit AD im Durchschnitt leicht, aber signifikant den Psychotherapieverfahren in dieser Studie in ihrer Wirksamkeit überlegen waren.

Koautor Hegerl, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Leipzig, sagte: "Die Ergebnisse der Studie stellen nicht die Wirksamkeit der Psychotherapie in Frage, sollten jedoch bei der Entscheidung für eine Behandlungsform berücksichtigt werden".

Dabei sollten auch Schweregrad der depressiven Erkrankung, individueller Therapiewunsch und psychosoziale Situation, Therapieplatzverfügbarkeit und Nebenwirkungen der Behandlungsformen zum Tragen kommen. Zuweilen ist die bessere Option, Antdepressiva und Psychotherapie in Kombination einzusetzen, schlossen die Forscher.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Vrije Universiteit Amsterdam, Stiftung Deutsche Depressionshilfe; Nov. 2015

Depression: Gehirnscan hilft zu entscheiden, ob Psychotherapie oder AD besser helfen

27.03.2017 Bestimmte Muster der Gehirnaktivität können Klinikern helfen zu bestimmen, ob verbale Psychotherapieformen oder Antidepressiva mit größerer Wahrscheinlichkeit bestimmten Patienten bei der Genesung von ihrer Depression helfen werden.

In der von der Emory Universität durchgeführten randomisierten Studie (PReDICT) erhielten 122 depressive Patienten 12 Wochen Behandlung mit entweder einem von zwei Antidepressiva oder mit kognitiver Verhaltenstherapie (KVT).

Funktionelle Konnektivität

Zu Beginn der Studie wurden die Gehirne der Patienten mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) gescannt. Nach der Behandlung wurden dann die MRT-Scans analysiert, um festzustellen, ob die Resultate von KVT oder Antidepressiva von bestimmten Zuständen des Gehirns vor dem Start der Behandlung abhingen.


Bild: Gerd Altmann

Die MRT-Scans zeigten, dass der Grad der funktionellen Konnektivität (also das Ausmaß der funktionellen Verbindungen) zwischen einem wichtigen emotionsverarbeitenden Zentrum (dem subkallosalen cingulären Kortex) und drei anderen Gebieten des Gehirns mit den Behandlungsergebnissen verknüpft werden konnte.

Insbesondere Patienten mit einer positiven Konnektivität zwischen den Gehirnregionen erreichten mit größerer Wahrscheinlichkeit eine deutliche Remission unter Kognitiver Verhaltenstherapie, wohingegen Patienten mit negativer oder fehlender Konnektivität eher von den Antidepressiva profitierten.

Personalisierte Behandlung

Depressionen sind nicht gleich und wie verschiedene Formen des Krebses, gibt es auch verschiedene Formen der Depression, die spezifische Behandlungen benötigen, sagten die Studienautorinnen Dr. Helen Mayberg - Professorin der Psychiatrie, Neurologie - und Dorothy C. Fuqua Chair im Fachblatt American Journal of Psychiatry.

Präferenz des Patienten

Gegenwärtige Behandlungsrichtlinien für Depression empfehlen, dass die Präferenz eines Patienten für Psychotherapie oder Psychopharmaka bei der Auswahl der anfänglichen Behandlung berücksichtigt wird.

In PReDICT konnte beobachtet werden, dass die Behandlungsergebnisse nur schwach mit den Präferenzen verbunden waren; die Vorlieben sagten nur die Behandlungsabbrecher, aber nicht die Verbesserung voraus.

Diese Ergebnisse stehen mit vorherigen Studien im Einklang, in denen festgestellt wurde, dass eine personalisierte Behandlung von depressiven Patienten eher von der Identifikation spezifischer biologischer Merkmale bei den Patienten als von den berücksichtigten Symptomen oder Behandlungsvorlieben der Patienten abhingen, sagten die Wissenschaftlerinnen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Emory Universität, American Journal of Psychiatry - http://dx.doi.org/10.1176/appi.ajp.2016.16050518; März 2017

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