Antidepressiva: Rückfall (Rezidiv)

Stimmungsaufhellende Psychopharmaka - Thymoleptika

Laut einem kanadischen Forscher erleiden Personen, die Antidepressiva verwenden, mit viel grösserer Wahrscheinlichkeit Rückfälle (Rezidive) von klinischer Depression, als jene, die überhaupt keine Medikamente bekommen.

Antidepressiva erhöhen Risiko für Rezidiv bei Depression

Die provozierende Studie wird sicher die Kontroverse über die Depressionsbehandlung erhöhen. Dr. Paul Andrews glaubt, dass Patienten, die Antidepressiva-Behandlungen bekommen haben, fast zweimal so anfällig für zukünftige Episoden von Major Depression sind.

Andrews ist Dozent im Fachbereich für Psychologie, Neurobiologie & Verhalten an der McMaster Universität. Das Papier, dessen Hauptautor er ist, erschien in der Zeitschrift Frontiers of Psychology.

Die Forscher führten eine Metaanalyse durch, die die Ergebnisse von ähnlichen Studien kombinierte.

Mehr Rückfälle bei denen, die AD nahmen

Durch die Metaanalyse stellten sie fest, dass Personen, die keine Psychopharmaka genommen haben, eine Erhöhung des Risikos um 25% für ein Rezidiv hatten, verglichen mit 42 Prozent oder höher bei jenen, die Antidepressiva eingenommen hatten.

Andrews sagt, dass AD sich in die natürliche Selbstregulation von Serotonin und anderen Neurotransmittern des Gehirns einmischen, und dass das Gehirn überkorrigiert, sobald die Behandlung mit AD endet, und so neue Depressionen auslöst.

Natürliche regulierenden Mechanismen des Gehirns werden gestört

Andrew glaubt, dass AD die natürlichen regulierenden Mechanismen des Gehirns stören, was er mit einem Gummi vergleicht, an das ein Gewicht gehängt wird.

Das Gehirn, wie die Seilspannung, versucht gegen das Gewicht gegenanzugehen. Absetzen der Psychopharmaka ist wie das Entfernen des Gewichts vom Seil, wobei die Person mit einem erhöhten Risiko für eine Depression zurückgelassen wird, wenn das Gehirn, wie das gedehnte Seil, zurückschnappt bevor es wieder in die Ruhespannung zurückkehrt. "Wir stellten fest, dass je mehr diese Antidepressiva Serotonin und andere Neurotransmitter im Gehirn beeinflussen, und das ist das, was sie tun sollen, desto grösser ist das Risiko eines Rückfalls, wenn man aufgehört hat sie zu nehmen", sagte Andrews.

All diese Psychopharmaka reduzieren wahrscheinlich Symptome bis zu einem gewissen Grad - kurzfristig. Die Frage ist aber, was langfristig geschieht. Unsere Ergebnisse sagen, dass, wenn man versucht die Psychopharmaka abzusetzen, die Depression zurück kommt. Dies kann die Menschen in einem Zyklus zurücklassen, in dem sie weiter Antidepressiva nehmen müssen, um die Rückkehr der Symptome zu verhindern.
Quelle: Frontiers of Psychology, August 2011

Erfahrungen, Kommentare, Fragen

Langzeiteinnahme

11.02.2016 Kommentar von Helmutroland:

Seit 20 Jahren habe ich 20 verschiedene Psychopharmaka eingenommen. Die Nebenwirkungen haben die Wirkung weit übertroffen. Mehrere Male habe ich versucht, die Medikamente abzusetzen, wurde aber nach ca 4 Wochen rückfällig.
Jetzt bin ich schon seit 5 Monaten clean.
Angstzustände, stundenlange Panikattacken und Schlafstörungen beeinflussen massiv mein Leben. Trotzdem versuche ich noch durchzuhalten.
Eine geplante Konsultation in der Charite steht noch an
Helmutroland

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