Antidepressiva gegen Schlafstörungen

Stimmungsaufhellende Psychopharmaka - Thymoleptika

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Trizyklika und andere Antidepressiva gegen Schlafstörungen

23.06.2018 Eine gründliche in der Cochrane Systematic Reviews Library veröffentlichte Überprüfung der Forschungsliteratur untersuchte 23 frühere Studien mit insgesamt 2.806 Patienten auf die Wirksamkeit von Antidepressiva bei Schlafstörungen.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit Schlafstörungen: Drei Studien (135 Teilnehmer) verglichen SSRI mit Placebo. Eine Kombination der Ergebnisse war nicht möglich.

Zwei Paroxetin-Studien zeigten signifikante Verbesserungen der subjektiven Schlafwerte nach sechs (60 Teilnehmer, P = 0,03) und 12 Wochen (27 Teilnehmer, P < 0,001). Es gab keinen Unterschied in der Fluoxetin-Studie (niedrige Qualität).

Es gab entweder keine unerwünschten Ereignisse oder sie wurden nicht berichtet.

Trizyklische Antidepressiva (Trizyklika)

Trizyklische Antidepressiva (Trizyklika) im Vergleich zu Placebo bei Menschen mit einer Schlafstörung: Sechs Studien (812 Teilnehmer) verglichen Trizyklika mit Placebo; fünf setzten Doxepin und eine Trimipramin ein. Die Forscher fanden keine Studien zu Amitriptylin.

Vier Studien (518 Teilnehmer) konnten zusammengefasst werden, die eine moderate Verbesserung der subjektiven Schlafqualität gegenüber Placebo zeigten (moderate Qualitätsnachweise).

Moderate Qualitätsnachweise deuten darauf hin, dass Trizyklika möglicherweise die Schlafeffizienz (mittlere Differenz (MD) 6,29 Prozentpunkte; 4 Studien; 510 Teilnehmer) und die Schlafdauer (MD 22,88 Minuten) verbessert haben. Es gab wenig oder keine Auswirkung auf die Schlaf-Latenzzeit (MD -4,27 Minuten).

Zwischen Trizyklika und Placebo gab es kaum oder gar keinen Unterschied (Risikoverhältnis (RR) 1,02; 6 Studien; 812 Teilnehmer) (niedrige Evidenzqualität).

Mianserin, Trazodon

'Andere' Antidepressiva verglichen mit Placebo bei schlafgestörten Personen: Acht Studien verglichen andere Antidepressiva mit Placebo (eine verwendete Mianserin und sieben setzten Trazodon ein).

Drei Studien (370 Teilnehmer) mit Trazodon konnten zusammengefasst werden, und wiesen auf eine moderate Verbesserung der subjektiven Schlafergebnisse gegenüber Placebo hin (SMD -0,34).

Zwei Studien mit Trazodon maßen mit Polysomnographie und fanden wenig oder keinen Unterschied in der Schlafeffizienz (MD 1,38 Prozentpunkte; 169 Teilnehmer) (niedrige Qualität der Belege).

Zwei Studien zu Trazodon zeigten Belege geringerer Qualität von mehr Nebenwirkungen gegenüber Placebo (d.h. morgendliche Benommenheit, erhöhte Mundtrockenheit und Durst).

Die Verwendung von Antidepressiva zur Behandlung von Schlaflosigkeit bzw. Schlafstörungen ist weit verbreitet, aber es sind keine sind für diese Krankheit zugelassen und, wie diese Studie gezeigt hat, ist ihre Wirksamkeit unklar, schließen die Studienautoren um Hazel Everitt von der Universität Southampton.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Cochrane Systematic Reviews Library - DOI: 10.1002/14651858.CD010753.pub2

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