Antidepressiva und Schmerzmittel, Analgetika

Stimmungsaufhellende Psychopharmaka - Thymoleptika

Nichtsteroidale Antirheumatika, Analgetika (Schmerzmittel) und Hirnblutungen

24.07.2015 Wenn Sie Antidepressiva nehmen, seien Sie sehr vorsichtig bei der Einnahme in Kombination mit bestimmten weit verbreiteten Schmerzmitteln.

Antidepressiva mit bestimmten nicht rezeptpflichtigen Schmerzmitteln zu kombinieren, kann gefährliche Nebenwirkungen haben laut einer neuen in BMJ veröffentlichten Studie.

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Hirnblutungen

Koreanische Forscher haben durch die Analyse der Daten von mehr als 4 Millionen Menschen - denen erstmalig ein Antidepressivum verschrieben worden war - herausgefunden, dass diejenigen, die auch noch nicht-steroidale Entzündungshemmer (non-steroidal anti-inflammatory drugs - NSAID; auch nichtsteroidale Antirheumatika - NSAR oder NSA genannt) einnahmen, ein deutlich höheres Risiko für intrakranielle Blutungen - auch als Hirnblutungen bezeichnet - hatten.

Hirnblutungen können zu dauerhaften Hirnschäden oder Tod führen.

Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID)

Nicht-steroidale Entzündungshemmer verringern Entzündungen und Schmerzen und werden häufig eingesetzt, um Linderung bei Kopfschmerzen, Arthritis, Rückenschmerzen und Verstauchungen zu bekommen. Beliebte Wirkstoffe (und Handelsnamen) sind z.B.:

Das Team von Studienautor Dr. Byung-Joo Park vom Korea Institute of Drug Safety and Risk Management stellte fest, dass NSAID-Benutzer ein 60% erhöhtes Risiko innerhalb von 30 Tagen nach dem Beginn einer Antidepressiva-Behandlung für eine Hirnblutung haben, selbst nachdem Faktoren wie Alter und Erkrankungen berücksichtigt wurden.

Weitere Befunde

Während sie keine statistischen Unterschiede beim Blutungsrisiko hinsichtlich des Alters fanden, hatten Männer ein signifikant höheres Risiko.

Es gab keine Hinweise darauf, dass ein bestimmtes Antidepressivum ein größeres Risiko als andere trug, sagte Park.

Er sagte, dass Antidepressiva-Nutzer vor der Einnahme von NSAIDs ihren Arzt konsultieren sollten.

Park wies auch darauf hin, dass die Studie sich das Risiko für Hirnblutungen innerhalb von 30 Tagen ansah, so dass die Befunde nicht für die Personen gelten können, die Antidepressiva und NSAIDs ohne Probleme schon längere Zeit verwenden.

In einem begleitenden Leitartikel sagten Dr. Stewart Mercer von der Universität von Glasgow und Kollegen von der Universität von Cambridge, die Ergebnisse seien besorgniserregend. Sie wiesen daraufhin, dass beide Medikamententypen sehr oft eingesetzt werden und die Ko-Morbidität der Bedingungen - für die diese Medikamente benutzt werden - sehr hoch ist: 65% derjenigen mit klinischer Depression haben auch chronische Schmerzen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Korea Institute of Drug Safety and Risk Management, BMJ; Juli 2015

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