Antidepressiva: Ältere Patienten, Senioren

Stimmungsaufhellende Psychopharmaka - Thymoleptika

Erhöhtes Risiko für Stürze und Verletzungen durch Antidepressiva bei älteren Menschen

Psychopharmaka gegen Depressionen und Medikamente zur Beruhigung können Risiken für ältere Patienten darstellen.

Eine neue Studie warnt davor, dass ältere Menschen, die verschiedene Medikamente wie Antidepressiva oder Beruhigungsmittel nehmen, ein größeres Risiko für Stürze und Verletzungen haben.

Stürze bei Senioren

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Bild: Claudia Peters

Laut Experten stürzen mehr als 30 Prozent älterer Menschen, die älter als 65 sind, mindestens einmal im Jahr. Besonders traurig dabei ist, dass Stürze und deren Komplikationen die fünfthäufigste Todesursache in der entwickelten Welt darstellen, schreiben die Autoren.

Jedes Jahr sind 85 Prozent aller verletzungsgebundenen Krankenhauseinweisungen und mehr als 40 Prozent der Pflegeheimeinweisungen mit Stürzen bei Senioren verbunden, und es wird geschätzt, dass die mit Stürzen und ihren Komplikationen verbundenen jährlichen Kosten weltweit in die Milliarden gehen.

Erhöhung des Sturzrisikos durch die Medikamente

Sowohl interne als auch externe Risikofaktoren tragen zum Sturzrisiko bei, und Medikamente erhöhen das Risiko zu stürzen und eine Fraktur zu erleiden.

John C. Woolcott von der University of British Columbia und dem Centre for Health Evaluation and Outcomes Sciences, Vancouver, Canada, und Kollegen führten eine Metaanalyse von 22 zwischen 1996 und 2007 publizierten Studien durch.

Die Studien betrafen 79.081 Senioren, älter als 60 Jahre, und es wurden neun Medikamentenklassen beurteilt:

Erhöhtes Risiko durch antidepressive und beruhigende Psychopharmaka

Die zusammengetragenden Fakten und Analysen ergaben, dass die Verwendung von Beruhigungsmitteln und Schlafmitteln, Antidepressiva und Benzodiazepine bedeutend mit dem Risiko für Stürze bei älteren Erwachsenen verbunden war.

"Die Ergebnisse unserer Metaanalyse zeigen (durch die Beobachtungsbeurteilungen innerhalb bestimmter Medikationsklassen) den Bedarf nach erhöhter Vorsicht bei der Verschreibung dieser Medikament an Senioren", schreiben die Autoren.

Die Wissenschaftler hoffen, dass zukünftige Forschungen in diesem Bereich mit größeren Stichprobenumfängen in der Bevölkerung und besonders in langfristigen Fürsorgeneinrichtungen mehr Licht in diesen Bereich bringen und so die Qualität der Informationen hinsichtlich des Sturzrisikos auf diese Weise verbessert werden kann.

Ärzte werden dann besser entscheiden können, welches Antidepressivum oder Beruhigungsmittel sie einem älteren Patienten verschreiben.

Quelle: JAMA and Archives Journals Dez. 2009

Abwägung von Risiken und Nutzen der medikamentösen Behandlung bei schwer depressiven älteren Menschen

19.06.2019 Eine im Journal of the American Geriatrics Society veröffentliche Forschungsarbeit hat Studien analysiert, um mehr über die unerwünschten Auswirkungen von Antidepressiva bei der Behandlung schwerer depressiver Störungen bei Senioren ab 65 Jahren in Erfahrung zu bringen.

Sie fanden heraus, dass die Einnahme von Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) zu einer größeren Anzahl von unerwünschten Ereignissen (Nebenwirkungen) führte als die Einnahme eines Placebos. Ältere Teilnehmer, die selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) einnahmen, berichteten etwa über die gleiche Anzahl von Nebenwirkungen wie ältere Menschen, die ein Placebo einnahmen.

Die Studienautoren schreiben, dass die Einnahme von SSRI oder SNRI dazu führte, dass eine größere Anzahl von Teilnehmern die Studie aufgrund der Nebenwirkungen der Antidepressiva (im Vergleich zu Placebo) verließ. Sie stellten auch fest, dass das SSRI Duloxetin das Sturzrisiko bei älteren Menschen erhöhte.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of the American Geriatrics Society - https://dx.doi.org/10.1111/jgs.15966

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