Wirksamkeit von Antidepressiva

Stimmungsaufhellende Psychopharmaka - Thymoleptika

Wirken Antidepressiva bei jedem?

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Warum wirken sie nicht?

Neue Forschungsergebnisse geben Wissenschaftlern ein besseres Verständnis, wie das Gehirn auf molekularer Ebene für Depression und Angst anfällig wird, und warum einige Menschen gegen Antidepressiva immun sind.

Die Wissenschaftler denken, dass zwei Dinge - biologische Faktoren und stressende Lebensereignisse - die psychische Störung verursachen. Antidepressiva werden zur Behandlung eingesetzt - oft durch Anheben des Serotonin-Levels - aber sie funktionieren nicht immer, schreiben die Forscher.

Bei mehr als der Hälfte wirken sie nicht

"Mehr als die Hälfte aller depressiver Patienten sprechen nicht positiv auf ihre erste medikamentöse Behandlung an, als ob sie immun dagegen wären", sagt der Verfasser der Studie Rene Henne von der Universität Columbia in einer Pressemitteilung. Die Gründe für diese Resistenz bleiben rätselhaft. Die genaue Natur zu erforschen, sowohl der Faktoren, die die Depression beeinflussen, als auch der Mechanismen, die der 'Immunität' zugrundeliegen, bleibt eine wichtige und bisher nicht erfüllte Aufgabe, schreiben Henne.

Weniger Reaktion bei weniger Serotonin

In der Studie verwendeten die Forscher Mäuse, um zu untersuchen, wie das Gehirn mit Serotonin umgeht. Der Mechanismus des Gehirns für die Handhabung von Serotonin scheint mit dem Vorhandensein von sogenannten "Autorezeptoren", die die Verfasser der Studie fanden, verbunden zu sein. Mäuse mit einem höheren Serotonin-Niveau sprachen nicht auf die Behandlung mit Antidepressiva an, aber dies verbesserte sich, als das Niveau sich verringerte, zeigt die Studie.

Die Forschung könnte zu Behandlungen führen, die die Patienten für Antidepressiva reaktiver machen, bevor sie sie nehmen, sagte Henne.

Die Befunde sind in der 14. Januar Ausgabe der Zeitschrift Neurons herausgegeben worden.
Quelle: Neurons, Jan. 2010

Weniger wirksam bei milden, moderaten Symptomen

Obwohl antidepressive Medikamente bei Patienten mit schwerer Depression wirksam sind, haben sie nur minimale oder sogar gar keinen Effekt bei wenigen oder gemäßigten depressiven Symptomen laut einer Studie in der 6. Januar Ausgabe des Journal of the American Medical Associations.

Jay C. Fournier von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia, und Kollegen führten eine Patienten Metaanalyse von sechs Studien mit 718 erwachsenen ambulanten Patienten durch, die für mindestens sechs Wochen entweder antidepressive Medikamente oder Placebos erhielten.

Verglichen mit der Placebogabe, stellten die Forscher mit der Hamilton Depression Skala fest, hatten die Antidepressiva (AD) eine feststellbare Wirkung bei Patienten mit 25 Punkten oder mehr; jedoch, zeigten die AD nur wenig Wirkung bei Patienten mit einem Score unterhalb von 23.

Studien nur mit Patienten mit schweren Symptomen

"Die Verschreiber der Medikamente, Politiker und Patienten können nicht wissen, dass Medikamente im Wesentlichen aufgrund der Wirksamkeit in Studien eingeführt werden, in denen nur Personen mit schwerwiegenderen Formen der Depression einbezogen werden", schreiben die Autoren.

Wichtiges Kriterium für die Wirksamkeit

"Dieses wichtige Merkmal der Belegbasis wird nicht reflektiert in den impliziten Nachrichten, die im Marketing dieser Medikamente, also der AD, an Kliniker und die Öffentlichkeit gerichtet ist. Es wird nur wenig die Tatsache erwähnt, dass Wirksamkeitsdaten oft von Studien kommen, die genau jene Depressionspatienten ausschließen, die jetzt nur wenig pharmakologischen Nutzen durch diese Medikamente erhalten."

Weil die WISE Studie keine klinische Studie ist, müssen Forscher sehr vorsichtig bei dem Schluss sein, dass Antidepressiva- und Anxiolytika (Medikamente gegen Angst) selbst für die Ergebnisse der WISE Studie verantwortlich sind; es könnten viele Faktoren damit verbunden gewesen sein.

Mehrere Autoren berichteten von finanziellen Beziehungen zu Pharmakonzernen.

Quelle: Journal of the American Medical Associations, Jan. 2010

AD helfen oft nicht bei Depression; Residualsymptome

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Neue Forschungen zeigen, dass Antidepressiva oft nicht alle Symptome bei Depression mildern können.

Der Artikel, der die Forschungsbefunde erörtert, ist in der April-Druckausgabe der Journal of Clinical Psychopharmacology verfügbar.

Schlaflosigkeit, Traurigkeit und verminderte Konzentration

Die Forscher entdeckten, dass sogar im besten Fall - eine deutliche Verbesserung nach dem Behandlungsbeginn - Symptome wie Schlaflosigkeit, Traurigkeit und verminderte Konzentration wahrscheinlich bestehen bleiben.

Die Forscher untersuchten ein breites Spektrum an Symptomen der Depression, einschließlich Traurigkeit, Suizidgedanken und Veränderungen im Schlafmuster, Appetit/Gewicht, Konzentration, Energie/Erschöpfung am Anfang der Untersuchung und am Ende der antidepressiven Behandlung.

Sie analysierten Daten der vom U.S. National Institute of Mental Health geförderten Studie über die Therapie von mehr als 4.000 Menschen mit depressiven Störungen aus dem gesamten Land, wobei sie die größte Studie über Depressionsbehandlung bislang ist.

Residuale Symptome

Alle Teilnehmer berichteten über 3 bis 13 residuale depressive Symptome, und 75 Prozent der Teilnehmer berichteten über fünf Symptome oder mehr, die weiterhin auftraten. Einige ihrer Symptome waren:

Die Forscher entdeckten, dass Antidepressiva wie SSRI (Selektive Serotonin Wiederaufnahme Hemmer) nur 33 Prozent der Teilnehmern in den ersten drei Monaten der Studie erreichten (Remission).

Fünfzehn Prozent der Teilnehmer sprachen nicht auf AD an - wobei das Ansprechen auf die AD definiert wurde als eine Reduktion des Schweregrades um 50%. Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer war 40, 73 Prozent waren weiß, und 66 Prozent waren weiblich.

Die Studie betont die Tatsache, dass Antidepressiva die Genesung von einer Depression unterstützen können; die restlichen depressiven Symptome benötigen Aufmerksamkeit, um den Betroffenen auf lange Sicht ein normales Leben zu ermöglichen.
Quelle: Journal of Clinical Psychopharmacology, Mai 2011

Antidepressiva verbessern nicht das Wohlbefinden bei Kindern/Jugendlichen

09.07.2014 In einer aktuellen Studie - veröffentlicht in Psychotherapy and Psychosomatics - wurden die Effekte von Antidepressiva (AD) auf das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen analysiert.

Jüngste Metaanalysen zur Wirksamkeit von Antidepressiva der 2. Generation (die sogenannten Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer oder SSRI) bei jungen Menschen konnten zeigen, dass diese Medikamente einen statistisch deutlichen Effekt im Vergleich zu einem Placebo hinsichtlich klinisch depressiver Symptome besitzen. Jedoch hat bisher noch keine Metaanalyse (die Analyse der Befunde mehrerer Studien) die Auswirkungen auf

Wirkung von Antidepressiva

erfasst. Weiterhin haben frühere Metaanalysen nicht die Selbstberichte über depressive Symptome berücksichtigt.

Die Studien wurden aus den Datenbanken von Medline, PsycINFO, dem Cochrane Central Register for Controlled Trials und GlaxoSmithKline ausgewählt, wenn sie Selbstberichte zu den depressiven Symptomen enthielten und Aussagen zur Lebensqualität, der generellen psychischen Gesundheit, Selbstbewusstsein und autonomen Funktionen machten. Durch diese wurde dann auf das allgemeine Wohl geschlossen.

Obwohl durch eine kleinere Anzahl an Studien limitiert, legt diese Analyse nahe, dass Antidepressiva nur wenig bis gar keinen Nutzen bieten, das Wohlbefinden von depressiven Kindern und Jugendlichen zu verbessern.

© PSYLEX.de - Quelle: Psychotherapy and Psychosomatics, Juli 2014

SSRI-Antidepressiva und Kognitive Verhaltenstherapie gleichermaßen wirksam bei klinischer Depression

11.12.2015 Laut einer Metaanalyse der Danube University gibt es keinen Unterschied in der Behandlungswirksamkeit zwischen Antidepressiva der zweiten Generation und kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) bei klinisch depressiven Menschen.

Ein Team unter der Leitung von Gerald Gartlehner (unterstützt von Halle Amick und Kollegen von der Universität von North Carolina und dem Research Triangle Institute International analysierte die Ergebnisse von 11 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 1.511 Patienten.

Jede der Studien verglich Antidepressiva (AD) der 2. Generation mit KVT bei der Erstbehandlung von klinischer Depression.

Die Unterschiede im Studiendesign und Qualität wurden in die Analyse mit einbezogen, um Verzerrungen zu reduzieren.

Das Team fand keine statistisch bedeutsamen Unterschiede bei der Wirksamkeit zwischen den AD und KVT bei

Es konnten keine Schlüsse bezüglich anderer Resultate gezogen werden, sagten die Forscher im British Medical Journal.

Ihre Befunde gehen mit ähnlichen Metaanalysen konform, sagten die Forscher, und sie empfehlen, dass beide Behandlungsformen - entweder allein oder in Kombination - allen depressiven Patienten in der Grundversorgung zugänglich gemacht werden sollten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of North Carolina, Danube University, British Medical Journal; Dez. 2015

Wirksamkeit von Antidepressiva abhängig von Symptom-Clustern

11.03.2017 Laut einer in JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie der Yale Universität variiert die Wirksamkeit bei empirisch definierten Clustern von Depressionssymptomen.

Adam M. Chekroud und Kollegen bestimmten die Effektivität von antidepressiv wirkenden Medikamenten bei empirisch definierten Gruppen von Symptomen. Die Daten von Patienten mit Depression aus der Sequenced Treatment Alternatives to Relieve Depression (STAR*D) Studie wurden verwendet, um die Cluster der Symptome zu identifizieren.

Diese Befunde wurden durch die Combining Medications to Enhance Depression Outcomes (CO-MED) repliziert.

Verschiedene Verläufe des Ansprechens?

Die Studienautoren untersuchten in einer Intention-to-treat-Analyse die Daten von 4.706 Patienten aus beiden Studien daraufhin, ob beobachtete Symptomcluster verschiedene Ansprechverläufe haben; es wurden auch Daten von 7 zusätzlichen Placebo und aktiven Vergleichsstudien der Phase 3 mit Duloxetin (n=2.515) aufgenommen.

Die Forscher fanden an der Grundlinie drei (replizierte) Symptomcluster. Acht von neun Antidepressiva waren bezüglich der emotionalen Kernsymptome wirksamer als bei Schlaf oder atypischen Symptomen. Die Unterschiede zwischen den Medikamenten in der Wirkung waren häufig größer als der Unterschied zwischen Wirkstoffen und Placebo.

Zum Beispiel war hochdosiertes Duloxetin wirksamer als Escitalopram bei der Behandlung von emotionalen Symptomen, aber Escitalopram unterschied sich nicht deutlich von Placebo.

Die Auswahl des besten Medikaments für ein bestimmten Cluster kann einen größeren Nutzen bieten als das, was ein aktiver Wirkstoff gegenüber einem Placebo bietet, schreiben die Autoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Yale Universität, JAMA Psychiatry - doi:10.1001/jamapsychiatry.2017.0025; März 2017

Neue Studie widerlegt die Behauptung, dass Antidepressiva nicht wirken

18.08.2017 Man stößt seit einiger Zeit auf die Behauptung bzw. Theorie, dass Antidepressiva - insbesondere SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) - keinen antidepressiven Effekt haben. Eine Forschungsgruppe der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg hat nun Daten aus klinischen Studien analysiert und kann diese Theorie widerlegen.

Nur Placebo-Effekt?

Es sei ein Placebo-Effekt, behaupte diese Annahme, wenn viele mit Antidepressiva (AD) behandelte Menschen mit Depressionen sich besser fühlen.

Wenn jedoch SSRI tatsächlich nur durch einen Placebo-Effekt wirken, sollten diese Medikamente in klinischen Studien, bei denen Patienten mit einem SSRI oder mit ineffektiven Placebo-Pillen behandelt wurden, keinesfalls die Wirkung von Placebos übertreffen, wenn weder der Arzt noch der Patient weiß, welche Behandlung verabreicht wurde.

Nebenwirkungen verantwortlich für Wirkung?

medikamente

Um zu erklären, warum Antidepressiva in solchen Studien dennoch oft eine größere Symptomentlastung als Placebo bewirken, wurde vorgeschlagen, dass SSRI-induzierte Nebenwirkungen den Patienten klar machen, dass er oder sie kein Placebo erhalten hat und dadurch glaubt, eine wirksame Behandlung erhalten zu haben. Mit anderen Worten: Erst die Nebenwirkungen sollen die AD wirksam machen, so die Annahme.

Die vorteilhafte Wirkung von SSRI, die in vielen Studien gezeigt worden ist, sollte also nach dieser Theorie nicht darauf zurückzuführen sein, dass diese Medikamente eine spezifische biochemische antidepressive Wirkung im Gehirn ausüben, sondern dass die Nebenwirkungen der Medikamente einen psychologischen Placebo-Effekt bieten.

Dieser Glaube ist weit verbreitet, trotz der Tatsache, dass es nie eine robuste wissenschaftliche Unterstützung für ihn gab.

Placebo Breaking the Blind

Um diese "Placebo Breaking the Blind" Theorie zu untersuchen, hat eine Forschungsgruppe an der Sahlgrenska Akademie nun Daten aus klinischen Studien zur antidepressiven Wirksamkeit von zwei der am häufigsten verwendeten SSRI analysiert: Paroxetin und Citalopram.

Auch wirksamer ohne Nebenwirkungen

Die Analyse mit insgesamt 3.344 Patienten zeigt, dass die beiden untersuchten Wirkstoffe deutlich besser als Placebo in Bezug auf die antidepressive Wirksamkeit auch bei Patienten sind, die keine Nebenwirkungen berichteten.

Die Theorie, dass Antidepressiva nur wirksamer als Placebo aufgrund ihrer Nebenwirkungen sind, die den Patienten bewusst machen, dass sie kein Placebo erhalten haben und so die Erwartungshaltung hinsichtlich einer Symptomlinderung erhöhen, ist damit widerlegt.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass diese Studie, sowie andere jüngste Forschungsberichte derselben Gruppe, die Annahme unterstützt, dass SSRI eine spezifische antidepressive Wirkung ausüben.

Sie legen nahe, dass die häufige Infragestellung dieser Medikamente in den Medien ungerechtfertigt ist und depressive Patienten von einer wirksamen Behandlung abhalten kann.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Göteborg; Molecular Psychiatry - DOI: 10.1038/mp.2017.147; Aug. 2017

21 antidepressiv wirkende Medikamente wirksamer als Placebo

22.02.2018 Eine im Fachblatt The Lancet publizierte internationale Studie untersuchte die Befunde aus 522 klinischen Studien mit 116.477 Teilnehmern mit klinischer Depression zur Wirksamkeit und den Nebenwirkungen der 21 am häufigsten verschriebenen Antidepressiva (AD).

Dr. Andrea Cipriani vom Fachbereich Psychiatrie der Universität Oxford und Kollegen stellten einen Überblick über die Effektivität und die Nebenwirkungen der am häufigsten verwendeten AD zusammen. Die meisten der Resultate stammen von Patienten mit mittelschweren bis schweren Depressionen.

Die primären Endpunkte waren:

Die Befunde der Studie

Wirksamkeit

Alle 21 AD waren wirksamer als Placebo, unterschieden sich aber in der Effektivität und Verträglichkeit. Wobei einige AD ein besseres Verhältnis zwischen der Symptomlinderung und den unerwünschten Ereignissen hatten. Diese AD wirkten also besser, wobei gleichzeitig weniger Nebenwirkungen auftraten.

Verträglichkeit

Limitationen der Studie

Die Forscher führten noch an:

© PSYLEX.de - Quellenangabe: The Lancet - http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(17)32802-7; Feb. 2018

Sind AD gegen depressive Störungen generell wirksam? Es kommt auf den Depressionstyp an

03.08.2018 Sind Antidepressiva eine wirksame Behandlung bei schweren Depressionen? Laut Psychiatrie-Professor Gordon Parker von der Universität New South Wales ist die Antwort irrelevant - weil wir die falsche Frage stellen.

In einem Leitartikel des British Journal of Psychiatry stellt Parker die Ergebnisse mehrerer Studien in Frage, die die Ergebnisse mehrerer klinischer Studien mit Antidepressiva analysiert haben. Diese Studien umfassten Hunderttausende von Patienten, die entweder antidepressive Medikamente oder Placebos zur Behandlung einer schweren Depression erhielten.

Depression: Unterschiedliche Typen

Das Problem, argumentiert Parker, ist, dass das Testen von Antidepressiva gegen eine schwere Depression fehlerhafte Ergebnisse liefern kann, wenn nicht sogar garantiert. Klinische Depression ist ein Oberbegriff, der sich auf eine Reihe von depressiven Erkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen, Verlaufsformen und Behandlungsansprechen bezieht und nicht auf eine einzelne Erkrankung.

Grundsätzlich erfasst die Zieldiagnose einer schweren Depression mehrere Typen von Depressionen - einige biologische, einige psychologische, einige soziale - und nicht alle würden auf Medikamente ansprechen.

Verzerrung der Wirksamkeitssignale

Durch die Bündelung von Depressionen aufgrund sozialer und psychologischer Ursachen mit den biologischen Erkrankungen werden die Signalvorteile von Antidepressiva aufgeweicht und gehen effektiv verloren.

Für Patienten mit Depressionen sind die Antidepressiva deutlich wirksamer, wenn man sich auf diejenigen beschränkt, die einen biologisch basierten depressiven Subtyp haben, sagt er.

Effektiver bei biologischem Subtyp

Zum Beispiel zeigt eine biologische Depression oder eine Melancholie ein 60-prozentiges Ansprechen auf Medikamente, verglichen mit einem 10-prozentigen Ansprechen auf Placebo. Wenn man jedoch andere depressive Störungen ohne primäre biologische Basis einbezieht - wie es in den meisten Studien vorkommt, wenn nicht sogar garantiert - scheinen Antidepressiva unwirksam zu sein.

Parkers Leitartikel wirft auch ernste Fragen zur Gestaltung von klinischen Studien mit Antidepressiva auf, in denen Patienten mit schweren Erkrankungen wie Suidzidgedanken, Drogen- und Alkoholproblemen oder Persönlichkeitsstörungen zugunsten von Patienten mit leichten Symptomen ausgeschlossen werden.

Trotz der Erfüllung der wichtigsten Depressionskriterien ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Teilnehmer mit geringer Aktivität in eine Spontanremission gehen oder auf Placebos ansprechen, wodurch die Studienergebnisse und die nachfolgenden Analysen der Wirksamkeit eines Medikaments verzerrt werden.

Unter welchen Umständen sind sie wirksam oder nicht

Dieser Ansatz berücksichtigt nicht die reale Welt, in der es mehrere Arten von depressiven Zuständen gibt, sagt Parker.

Es sollte nicht simpel gefragt werden - sind Antidepressiva wirksam oder unwirksam? Keine Behandlung sollte so getestet werden, als ob sie universell für viele verschiedene depressive Störungen geeignet wäre.

Es geht darum zu sagen, unter welchen Umständen sie wirksam sind, und wann sind sie ineffektiv?

© PSYLEX.de - Quellenangabe: British Journal of Psychiatry - https://doi.org/10.1192/bjp.2018.98

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