Haarausfall, -verlust durch Psychopharmaka

Starker Haarausfall im Zusammenhang mit Psychopharmaka bei stationären psychiatrischen Patienten

09.10.2018 Eine im Fachblatt European Psychiatry publizierte Studie untersuchte, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von schweren Haarausfall und der Einnahme von Psychopharmaka gibt.

Im Zeitraum von 1993-2013 analysierten Katrin Druschky von der Universität Erlangen-Nuernberg und Kollegen in 83 psychiatrischen Kliniken in Österreich, Deutschland und der Schweiz die Daten von 404.009 Patienten, die mit psychotropen Medikamenten wegen Depression, Schizophrenie, Neurose, Manie und organische Psychose behandelt wurden.

Prävalenz / Häufigkeit insgesamt niedrig

mädchen mit langen roten haaren
Bild: George Hodan

Starker Haarausfall im Zusammenhang mit einer Psychopharmaka-Behandlung wurde in 43 Fällen berichtet (0,01%). Die Prävalenz von Haarverlust bei antipsychotischen Medikamenten war etwas niedriger als die Durchschnittsraten aller Psychopharmaka und unter Antidepressiva. Valproinsäure beinhaltete das höchste Risiko.

In 6 der 43 Fälle wurde Haarausfall auf mehrere Medikamente zurückgeführt, wobei 4 Fälle auf doppelte Medikamentenkombinationen und 2 Fälle auf dreifache Kombinationen zurückzuführen waren.

Die Raten für schweren Haarverlust unter Valproinsäure und Lithiumsalzen waren im Vergleich zu den in der früheren Forschungsliteratur veröffentlichten Gesamtauftretensraten deutlich niedriger.

Höheres Risiko für Frauen

Starker Haarverlust unter Psychopharmaka-Behandlung wurde bei weiblichen Patienten signifikant häufiger berichtet als bei männlichen Patienten (p < 0,01).

Das Risiko für schweren Psychopharmaka-bedingten Haarausfall war in der vorliegenden Umfrage sehr gering. Die große Zahl der Patienten, die in diese multizentrische Studie einbezogen wurden, ermöglichten die Bewertung und den Vergleich der Haarausfallraten im Zusammenhang mit verschiedenen psychotropen Medikamenten und Gruppen und liefert neue und ergänzende Informationen über Psychopharmaka-bedingten Haarausfall, schließen die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: European Psychiatry - DOI: https://doi.org/10.1016/j.eurpsy.2018.08.003

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