Medikamenten-Studien oft irreführend

Psychotrope bzw. psychoaktive Substanzen

Passen Sie auf, was Sie, auch in einflussreichen, medizinischen Zeitschriften lesen, warnt eine neue UCLA-Harvard Studie.

In der Überprüfung gaben die Forscher an, dass Studien und Artikel über Medikamenten-Behandlungen (also auch Psychopharmaka-Studien) häufig auf eine Weise gestaltet werden, die irreführende oder verwirrende Ergebnisse mit sich bringen.

Die Forscher analysierten alle randomisierten Medikamenten-Studien, die in den sechs einflussreichsten allgemeinmedizinischen Zeitschriften zwischen 1. Juni, 2008 und 30. September, 2010 herausgegeben worden, um zu bestimmen, ob über die Ergebnisse auf eine Weise berichtet wurde, die eine Dateninterpretation schwierig macht.

Außerdem besprachen sie die Kurzzusammenfassung jeder Studie, um den Prozentsatz zu bestimmen, der berichtete, dass Ergebnisse relative statt absolute Zahlen verwendeten, was auch irreführend sein kann.

Die Forscher gaben ihre Befunde online im Journal of General Internal Medicine heraus.

Die sechs Zeitschriften, die von den Forschern überprüft wurden: die New England Journal of Medicine, das Journal of the American Medical Association, The Lancet, die Annals of Internal Medicine, das British Medical Journal und Archives of Internal Medicine - eingeschlossen waren Studien, die Ergebnismaße verwendeten, die häufig von wissenschaftlichen Experten kritisiert werden.

Beispiele für Ergebnismaße, die verwirren oder in die Irre führen können

Patienten und Ärzte interessieren sich weniger dafür, ob ein Medikament den Blutdruck senkt, sondern mehr dafür, ob es Herzinfarkte oder Schlaganfälle verhindert und das Risiko des vorzeitigen Todes vermindert, sagte der Hauptautor der Studie Dr. Michael Hochman. "Die Wirkungen eines Medikaments auf den Blutdruck zu kennen, sagt Ihnen nicht immer, was die Wirkung auf die Dinge sein wird, die wirklich wichtig sind, wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle."

Ebenso interessieren sich Patienten nicht dafür, ob ein Medikament den Tod durch Herzkrankheiten verhindert, wenn es zu einer äquivalenten Zunahme von Todesfällen durch Krebs führt.

Dr. Danny McCormick, der Senior-Autor der Studie und Arzt am Cambridge Health Alliance and Harvard Medical School fügte hinzu: Patienten wollen auch wissen, so detailliert wie möglich, was die Wirkungen einer Behandlung sind, und dies kann schwierig sein, wenn mehrere Ergebnisse ungleicher Wichtigkeit zusammengelegt werden.

Die Autoren stellten auch fest, dass Untersuchungen, die Ersatzergebnisse und krankheitsspezifische Sterblichkeit verwendeten, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, ausschließlich kommerziell - zum Beispiel durch einen Pharmakonzern - finanziert werden.
Quelle: Journal of General Internal Medicine, Sept. 2011

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