Neuroleptika / Antipsychotika

Antipsychotisch wirkende Psychopharmaka

Wirkung, Einteilung und Definition

Definition: Antipsychotika oder Neuroleptika sind Medikamente (Psychopharmaka) die antipsychotische Wirkungen haben (wobei der Begriff "antipsychotisch" nicht eindeutig definiert wird und werden kann). Synonyme sind z.B. Antischizophrenika, Neurolytika, Antipsychotika, Neuroplegika, Psycholeptika oder Psychoplegika.

Ein Neuroleptikum kann einerseits in eines von schwacher, mittlerer oder hoher Potenz, oder nach der Wirkstoffgruppe eingeordnet werden.
Die Antipsychotika-Liste.

Schwachpotente Neuroleptika

Die Wirkstoffe

sind Antipsychotika von schwacher Potenz.

Antipsychotika von mittlerer Potenz

sind von mittlerer Potenz.

Hochpotente Neuroleptika

sind von hoher Potenz.

Einteilung nach Stoffklassen

Es gibt auch noch die Einteilung nach Stoffklassen: So gibt es z.B.

Anwendung - Bei welchen Erkrankungen werden sie eingesetzt ?

Anwendung findet ein Neuroleptikum z.B. bei der Behandlung psychischer Erkrankungen wie Schizophrenie, Manie, "organische" Psychosen, Erregungs- und Angstzustände, Alkoholdelir.

Obwohl in vielen Fällen Psychotherapie oder andere alternative Interventionen schon ausreichen bzw. Heilung bringen, wird in unserer Gesellschaft oftmals mit der "großen chemischen Keule" der Gehirnstoffwechsel völlig aus der "Bahn" geknüppelt. Antipsychotika sind bei einigen Erkrankungen wichtig und wertvoll, der Umgang bzw. Einsatz sollte aber wohlüberlegt und vorsichtig geschehen. Neuroleptika werden auch oft Off-Label eingesetzt, also für Erkrankungen, für die sie eigentlich gar nicht zugelassen sind; dazu hier mehr.

Viele Menschen, die die Neuroleptika verabreicht bekommen, verlieren die meisten ihrer Emotionen und erhalten oftmals sehr unangenehme Nebenwirkungen. Diese sind jeweils unter den neuroleptischen Psychopharmaka in unserer Liste, die alphabetisch geordnet ist, zu finden, oder unter Nebenwirkungen.

Einen Überblick zu Psychopharmaka allgemein, deren Wirkungen und Nebenwirkungen bzw. unerwünschten Wirkungen ist unter Psychopharmaka zu sehen.

Verringerter Verbrauch: Einsatz bei Demenz

Die Verwendung von Antipsychotika (Neuroleptika) für neuropsychiatrische Symptome von Demenz begann sich im Jahr 2003 in den USA zu verringern, als eine Warnung seitens der Food and Drug Administration herausgegeben wurde laut einer in der Februarausgabe des Archives of General Psychiatrys herausgegebenen Studie.

Antipsychotika-Warnhinweise reduzieren Gebrauch

Helen C. Kales, M.D. vom Serious Mental Illness Treatment, Research, and Evaluation Center in Ann Arbor, Mich., und Kollegen untersuchten die Veränderungen bei den Verschreibungen atypischer und konventioneller antipsychotischer Medikamente bei 254.564 ambulanten Patienten mit Demenz im Alter von 65 Jahren und älter in drei Phasen zwischen 1999 und 2007.

Die Zahlen der Studie

Von 1999 bis 2003 gab es keine Medikamentenwarnungen; von 2003 bis 2005 wurden Frühwarnungen gegeben; und von 2005 bis 2007 Black-Box-Warnungen.

Die Forscher fanden heraus, dass in 1999 17,7 Prozent der Demenz-Patienten mit atypischen oder konventionellen Neuroleptika behandelt wurden. Die Verschreibungen begannen zwischen 1999 und 2003 ( Rate pro Quartal -0,12 Prozent) zu fallen, und fielen weiter von 2005 bis 2007 ( Rate -0,26 Prozent) mit eine bedeutsamen Differenz zwischen Anfang und Ende in dieser Zeitphase.

Von 1999 bis 2003 (Rate 0,23) steigerte sich der Gebrauch von atypischen Antipsychotika, ging aber von 2003 bis 2005 ( Rate -0,012) dann zurück, und nahm bedeutend von 2005 auf 2007 (Rate -0,27) weiter ab.

Eine kleine, aber bedeutsame Zunahme von Antiepileptika-Rezepten wurde während der Black-Box-Warnzeit beobachtet.

Die Verwendung atypischer Neuroleptika bei Patienten mit Demenz begann deutlich 2003 zurückzugehen, und die Hinweise der U.S. Food and Drug Administration konnten zeitig mit einer bedeutsamen Beschleunigung beim Rückgang verbunden werden, schreiben die Autoren.

Einer der Verfasser der Studie offenbarte eine finanzielle Beziehung zu verschiedenen Pharmakonzernen einschließlich Pfizer, Eli Lilly, AstraZeneca und Novartiss.
Quelle: Archives of General Psychiatrys, Feb. 2011

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