Alprazolam

Tranquilizer - Beruhigungsmittel - Psychopharmaka

Wirkung, Anwendung

Einordnung unter: Tranquilizer / Beruhigungsmittel, Psycholeptika, Anxiolytika, Benzodiazepin-Derivate.

Alprazolam
Wirkstoff: Alprazolam Benzodiazepin.
Wirkung auf die Psyche als: Tranquilizer / Beruhigungsmittel.
Das Psychopharmakum ist zugelassen und wird verkauft in Deutschland.

Die chemische Bezeichnung ist: 8-Chlor-1-methyl-6-phenyl -4H-[1,2,4]-triazolo[4,3-a]- [1,4]benzodiazepin.

Anwendung, Indikation

Alprazolam wird meistens für die Behandlung von Angststörungen, Panikstörung und Übelkeit auf Grund einer Chemotherapie eingesetzt. Der Arzt sollte in regelmäßigen Abständen die Nützlichkeit des Arzneimittels neu bewerten. Es wird auch zur Behandlung von generalisierter Angststörung eingesetzt, sowie für die Behandlung von Angstzuständen mit komorbider Depression. Auch bei Fällen von Hypersomnie und komorbiden Schlafdefizite wird es häufig angewendet.

Panikstörung

Der Wirkstoff ist wirksam bei der Linderung von moderaten bis schweren Angstzuständen und Panikattacken. Es ist jedoch nicht die Erstlinientherapie, da die Entwicklung von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer für die Behandlung der Panikstörung empfohlen wird aufgrund von Bedenken in Bezug auf Toleranz, Abhängigkeit und Missbrauch.

Angststörungen

Patienten mit Angststörung in Verbindung mit Depressionen sprechen auf das Medikament gut an. Seine Wirksamkeit konnte durch systematische klinische Studien auf 4 Monaten bei Angststörung begrenzt werden. Die Erforschung antidepressiver Eigenschaften des Arzneimittels sind von schlechterer Qualität und beurteilen nur die kurzfristigen Auswirkungen von Alprazolam gegen Depression.

Übelkeit durch Chemotherapie

Das Medikament wird auch zusammen mit anderen Medikamenten gegen Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen verwendet.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen:
Zu Beginn tauchen oft folgende unerwünschte Wirkungen unter Alprazolam auf:

Alprazolam
Alprazolam Strukturformel

Weitere Nebenwirkungen können sein:

Selten kann es zu einem Anstieg des Augeninnendrucks kommen, oder zu: Anterograde Amnesie, Depression. Unruhe, Agitiertheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, Wutanfälle, Albträume, Halluzinationen, Sinnestäuschungen, Psychosen, unangemessenes Verhalten, weitere paradoxe Reaktionen.

Es können körperliche und psychische Abhängigkeit auftreten.
Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden. Vorsicht beim Führen von Maschinen.

Warnhinweise

Gegenanzeigen

Schlafapnö-Syndrom, Myasthenia gravis, schwere Ateminsuffizienz, schwere Lebererkrankungen, akute Intoxikation durch Alkohol oder andere ZNS-aktive Substanzen.

Anwendungsbeschränkungen

Alkoholmissbrauch oder Medikamentenabusus. Chronischer Ateminsuffizienz. Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren nicht zu empfehlen. Beschränkung der Anwendung bei Galaktose-Intoleranz, Laktasemangel und Glukose-Galaktose-Malabsorption.

In der Schwangerschaft nur bei strenger Indikation. Wenn ein Verdacht auf Schwangerschaft besteht, sollte eine Therapieunterbrechung erwogen werden.

Schwangerschaft, Stillen

Die Herstellerfirma empfiehlt, das Medikament nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anzuwenden - nur in Ausnahmefällen und aus zwingenden Gründen. Bei Schwangerschaft oder Schwangerschaftsplanung, vor dem Stillen oder der Absicht zu stillen, sollten Sie mit dem verschreibenden Arzt sprechen.

Wenn Sie Alprazolam-enthaltende Medikamente einnehmen, sollte vorher abgestillt werden, da das Psychopharmakon in die Muttermilch übergeht.

Während der Stillzeit: Strenge Indikationsstellung beachten - Abstillen.

Wechselwirkungen

Folgende möglichen Wechselwirkungen sollten bei der Einnahme von Alprazolam bzw. der Präparate, die den Wirkstoff enthalten, beachtet werden:

Alkohol: Sedierende Wirkung wird verstärkt.
Psychotrope Substanzen (wie Antipsychotika - Neuroleptika, Hypnotika, Antiepileptika, Sedativa, Antidepressiva, zentral wirksame Analgetika, Anästhetika, sedierende Antihistaminika): Intensivierung der ZNS-Dämpfung.
Zentral wirksame Analgetika: gesteigerte Euphorisierung.
Substanzen, die bestimmte Leberenzym-Hemmer (wie Azol-Antimykotika, Fluoxetin, Dextropropoxyphen, orale Kontrazeptiva, Sertralin, Diltiazem, Makrolid-Antibiotika, Nefazodon, Fluvoxamin, Cimetidin): Potenzierung der Alprazolam-Wirkung möglich.
Digoxin, Imipramin, Desipramin: Zunahme der Plasmaspiegel möglich.
Carbamazepin: Verringerung der Wirksamkeit von Alprazolam.
Muskelrelaxantien: Verstärkung der muskelentspannenden Wirkung.

Handelsnamen - Markennamen

Medikamente, die den Wirkstoff Alprazolam enthalten sind: Cassadan, Tafil, Xanax, Xanor, Alprastad.

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