Amisulprid gegen Übelkeit, Erbrechen

Neuroleptikum - Psychopharmaka

Anwendung als Antiemetikum reduziert postoperative Übelkeit und Erbrechen

05.06.2018 Laut einer in der Fachzeitschrift Anesthesiology veröffentlichten Studie zeigte Amisulprid eine statistisch signifikante Reduktion des Auftretens von postoperativer Übelkeit bzw. Erbrechen, wenn es intraoperativ in Kombination mit einer Standardbehandlung gegen Übelkeit in den 24 Stunden nach der Operation bei Hochrisikopatienten eingesetzt wird.

Hemmung des Dopaminsignaling

Amisulprid wirkt, indem es das Dopaminsignaling im Körper blockiert. Ähnliche Dopamin-hemmende Medikamente wurden früher zur Vorbeugung und Kontrolle von Übelkeit und Erbrechen nach der Operation eingesetzt, werden heute aber vermieden, weil unregelmäßige Herzrhythmen und medikamentenbedingte Bewegungsstörungen bei ihrer Anwendung auftreten können.

Chemische Strukturformel
Bild: Chemische Strukturformel

Amisulprid scheint so wirksam zu sein wie die zuvor verwendeten Medikamente in dieser Klasse, aber ohne die Sicherheitsbedenken, stellen die Autoren fest.

Zu Beginn einer Vollnarkose

Dr. Peter Kranke von der Universität Würzburg und Kollegen untersuchten das Medikament in einer Studie mit 1.147 erwachsenen Patienten, die sich unter Vollnarkose einer elektiven (nicht dringlichen) Operation unterzogen und drei oder vier Risikofaktoren für Übelkeit / Erbrechen hatten.

Die Patienten erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder 5 Milligramm Amisulprid intravenös oder ein Placebo zu Beginn der Vollnarkose, zusätzlich zu einem anderen Medikament gegen Übelkeit.

Ansprechen

Die Forscher stellten fest, dass 58 Prozent der zusätzlich mit Amisulprid behandelten Patienten ein komplettes Ansprechen zeigten - d.h. sie erbrachen sich nicht oder benötigten kein schnell wirkendes Medikament, um das Erbrechen zu lindern.

Von den Patienten, die in den 24 Stunden nach der Operation ein Placebo erhielten, sprachen 47 Prozent an.

Gegenüber Placebo überlegen

Insgesamt war der Wirkstoff dem Placebo überlegen: beim Auftreten von

Unerwünschte Ereignisse traten bei Amisulprid nicht häufiger auf als bei Placebo.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass eine niedrige Dosis von intravenösem Amisulprid sicher und wirksam ist, um Übelkeit und Erbrechen zu verhindern, wenn es in Kombination mit einem Medikament gegen Übelkeit aus einer anderen Klasse erwachsenen Hochrisikopatienten verabreicht wird, die sich einem elektivem Eingriff unterziehen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Anesthesiology. DOI: 10.1097/ALN.0000000000002133

Schreiben Sie uns >> hier << über Ihre Erfahrungen und lesen Sie die Erfahrungsberichte / Kommentare zu diesem Medikament.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter