Aripiprazol

Neuroleptikum - Psychopharmaka

Wirkung, Indikation

Wirkstoff Aripiprazol; Wirkstoffgruppe: Atypische Neuroleptika
Wirkung auf Organismus als: antipsychotisch. Es ist ein atypisches Antipsychotikum.

Medikament ist zugelassen und wird verkauft in der Schweiz und in Deutschland.
Medikament ist noch neu und daher sind noch nicht so viele Nebenwirkungen registriert worden.

Das Medikament wird eingesetzt bei Schizophrenie, Depression, Bipolare Störung.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen bei Aripiprazol: Gelegentlich: Unkontrollierbare Zuckbewegungen und Krampfanfälle, Schwindel, beschleunigter Puls, Sehstörungen, Schlafstörungen, Ängste, Depressionen. Menstruationsstörung, Appetitsteigerung, Gewichtszunahme.
Häufig: Kopfschmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche, Übelkeit, Erbrechen, unangenehmes Gefühl im Magen, Verstopfung, Benommenheit, Schlafprobleme, Ruhelosigkeit, Schläfrigkeit, verzerrtes und verschwommenes Sehen.

Warnhinweise / Gegenanzeigen

Therapieabbruch bei Auftreten von malignem neuroleptischem Syndrom; Dosisreduktion oder Therapieabbruch bei Auftreten von Spätdyskinesien. Unerwünschte zerebrovaskuläre Ereignisse bei älteren Patienten mit Demenz assozierter Psychose (1,3% vs. 0,6% bei Placebo), Beobachtung bei Anzeichen einer Hyperglykämie, Monitoring bei Diabetes mellitus; enge Überwachung bei Patienten mit hohem Risiko für Suizidalität.

Schwangerschaft, Stillen

Kontraindiziert bei Schwangerschaft und in der Stillzeit. Die Herstellerfirma empfiehlt, das Medikament nicht während Schwangerschaft und Stillzeit anzuwenden. Bei Schwangerschaft oder Schwangerschaftsplanung, vor dem Stillen oder der Absicht zu stillen sollten Sie mit dem verschreibenden medizinischen Personal sprechen.

Wenn Sie Aripiprazol-enthaltende Medikamente einnehmen, sollte vorher abgestillt werden. Es sollte es nicht während der Stillzeit eingenommen werden. Bei neugeborenen Babys von Müttern, die Aripiprazol in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft eingenommen haben, könnte es zu folgenden Symptomen (Arzt aufsuchen) kommen: Zittern, Muskelsteifigkeit, Muskelschwäche, vermehrtem Schlafen, Unruhe, Beschwerden bei der Atmung und Probleme beim Stillen.

Wechselwirkungen

Folgende (möglichen) Wechselwirkungen sollten bei der Einnahme von Aripiprazol bzw. der Präparate, die den Wirkstoff enthalten, beachtet werden:

Bei einer gleichzeitigen Verabreichung von CYP2D6-Hemmern, wie Paroxetin, Chinidin, Fluoxetin, sowie CYP3A4-Hemmern (Ketokonazol): Dosishalbierung, da es zu einem Plasmakonzentrationanstieg kommen kann.
Gleichzeitige Verabreichung von CYP3A4-Induktoren wie Nevirapin, Rifabutin, Carbamazepin, Rifampicin, Phenytoin, Primidon, Efavirenz, Johanniskraut: Dosisverdoppelung, da eine Plasmakonzentrationsverringerung möglich ist.
Vorsicht bei Arzneimitteln, die eine QT-Verlängerung oder Elektrolythaushaltsstörungen verursachen.
Schwache Inhibitoren von CYP3A4 (Diltiazem oder Escitalopram) oder CYP2D6 können mäßigen Anstieg der Aripiprazol-Konzentration verursachen.

Medikamente, die den Wirkstoff Aripiprazol enthalten: Abilify.

Langwirkendes Aripiprazol: Schizophrenie EU-Zulassung

Otsuka und Lundbeck haben die positive CHMP-Empfehlung zur Zulassung in Europa für Abilify Maintena (Wirkstoff Aripiprazol) erhalten, eine einmal monatliche Injektion zur Behandlung von Schizophrenie.

Wirksamkeit / Sicherheit von Abilify Maintena

Die Wirksamkeit des langwirkenden Aripiprazol / Abilify Maintena wurde in zwei doppelblinden/randomisierten Phase-III-Studien über 38 und 52 Wochen nachgewiesen.

Die Sicherheit von Abilify Maintena war vergleichbar mit oralem Aripiprazol. Die am häufigsten beobachteten unerwünschten Nebenwirkungen, die bei einigen der Patienten der beiden klinischen Studien festgestellt wurden, waren: Gewichtszunahme, Akathisie, Schlaflosigkeit und Schmerzen an der Injektionsstelle.

Update: Das Medikament wurde in der EU Ende 2013 für die Behandlung von Schizophrenie zugelassen.

© PSYLEX.de - Quelle: EMA, Sept./Nov. 2013

FDA-Warnung: Möglicher Impulskontrollverlust

08.05.2016 Die US-Food and Drug Administration (FDA) warnt vor zwanghaftem oder unkontrollierbarem Verlust der Impulskontrolle in Verbindung mit der Einnahme des Neuroleptikums Aripiprazol (Handelsnamen sind: Abilify, Abilify Maintena und Generika).

Die unkontrollierbaren Triebe hörten auf, wenn das Medikament abgesetzt oder die Dosis reduziert wurde. Diese Impuls-Kontroll-Probleme sind selten, aber sie können zu ungünstigen Folgen für den Patienten und andere führen, wenn sie nicht erkannt werden.

Zwanghaftes Verhalten


Chemische Strukturformel

Obwohl pathologisches Glücksspiel als Nebenwirkung im aktuellen Beipackzettel aufgeführt wird, beschreiben die Hinweise nicht vollständig die neu identifizierten Risiken. Darüber hinaus hat die FDA weitere zwanghafte Verhaltensweisen mit der Einnahme von Aripiprazol verbinden können wie: zwanghaftes Essen (Binge-Eating), Einkaufen und sexuelle Handlungen. Diese zwanghaften Verhaltensweisen können jeden betreffen, der das Medikament einnimmt. Die neuen Warnhinweise zum zwanghaften Verhalten werden dem Beipackzettel hinzugefügt.

Patienten und Betreuer sollten auf unkontrollierbare und übermäßige Triebe und Verhaltensweisen während der Einnahme von Aripiprazol achten. Es ist wichtig, mit medizinischen Fachpersonal so bald wie möglich zu sprechen, wenn Sie oder ein Familienmitglied etwas über diese unkontrollierbaren Impulse mitbekommen, um mögliche Schäden zu verhindern oder einzubegrenzen. Patienten sollten nicht abrupt das Medikament absetzen, ohne zuerst mit ihrem Arzt zu sprechen.

Fachkräfte des Gesundheitswesens sollten Patienten und Pflegepersonal über die Risiken dieser unkontrollierbaren Impulse informieren, wenn sie Aripiprazol verschreiben, und die Patienten über neue oder verstärkte Impulse während der Behandlung befragen.

Erhöhtes Risiko

Eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Probleme mit der Impulskontrolle haben Personen, die mit einer der folgenden Bedingungen in ihrem Leben diagnostiziert wurden:

Es sollte erwogen werden, die Dosis zu reduzieren oder zu stoppen, wenn Impulskontrollprobleme auftauchen.

Fallberichte

Eine Suche in der FDA Adverse Event Reporting System (FAERS) Datenbank und die medizinische Literatur der letzten 13 Jahre seit der Genehmigung des ersten Aripiprazol-Produkts (Abilify) im November 2002 ergaben insgesamt 184 Fallberichte, in denen es einen Zusammenhang zwischen Aripiprazol und Impulskontrollproblemen gab.

Es gab 167 US-Fälle mit Erwachsenen und Kindern. Pathologisches Spielen kam am häufigsten (164 Fälle) vor, aber auch andere zwanghafte Verhaltensweisen einschließlich zwanghaftes Essen, obsessives Geldausgeben oder Einkaufen und sexuelles Zwangsverhalten wurden berichtet. FAERS enthält nur der FDA vorgelegte Berichte, so dass es weitere nicht bekannte Fälle geben kann.

Auftretenshäufigkeit

Insgesamt ist die Auftretenshäufigkeit aber gering: Rund 1,6 Millionen Patienten haben Aripiprazol-Verschreibungen aus ambulanten Apotheken in den USA im Jahr 2015 erhalten.

Traten diese impulsiven Verhaltensweisen nach der Einnahme des Medikaments auf, so konnten sie innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen nach der Dosisreduktion oder dem Absetzen gestoppt werden.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: FDA; Mai 2016

Vergleich mit Quetiapin bei der Behandlung von Schizophrenie

13.07.2016 Fast 75 % der Menschen mit Schizophrenie haben ständige Probleme mit wiederkehrenden psychotischen Episoden.

Variabilität

Antipsychotika sind sowohl bei der akuten als auch chronischen (Erhaltungstherapie) Behandlung der Schizophrenie und anderen psychotischen Störungen wirksam. Sie unterscheiden sich pharmakologisch, pharmakokinetisch, in der Gesamteffizienz/Wirksamkeit und Verträglichkeit, aber wahrscheinlich noch wichtiger: Ansprechen und Verträglichkeit unterscheiden sich zwischen den Patienten.

Diese Variabilität des individuellen Ansprechens bedeutet, dass es keine klare Erstlinien-Antispsychotika passend für alle Patienten gibt, sagten die Studienautoren Saeed S. Shafti und Hamid Kaviani von der University of Social Welfare and Rehabilitation Sciences bzw. Razi Psychiatric Hospital.

Obwohl immer mehr darauf hindeutet, dass die meisten atypischen Antipsychotika mehr Vorteile gegenüber den typischen Antipsychotia haben, gibt es wenige langfristige Studien dazu.

Quetiapin

Quetiapin ist ein Antipsychotikum der zweiten Generation (syn. atypische Antipsychotika, oder Atypika) mit einer geringen Tendenz für lokomotorische (die Fortbewegung, den Gang betreffende) Nebenwirkungen.

Es wird für die Behandlung von Schizophrenie und andere psychotische Störungen verschrieben.

Aripiprazol, ein partieller Agonist des Dopamin D2 Rezeptors, ist ein neues Antipsychotikum, das für die Erhaltungstherapie von Schizophrenie und bipolarer Störung eingesetzt wird.

Da Aripiprazol und Quetiapin im Vergleich mit älteren atypischen Antipsychotika - wie Olanzapin und Risperidon, zu den neuesten und sichersten Atypika zählen, wurden sie deshalb von den Forschern in der aktuellen Bewertung miteinander verglichen.

Vergleich

50 schizophrene Patienten wurden für die Teilnahme an einer 12-wöchigen Doppelblindstudie zwei vergleichbaren Gruppen zugeteilt, wobei die eine Quetiapin und die andere Gruppe Aripiprazol erhielt.

Laut den Ergebnissen der Studie konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Medikamenten bezüglich der Verbesserung positiver und negativer Symptome bei Schizophrenie festgestellt werden.

Die Symptome wurden über Scale for Assessment of Negative Symptoms (SANS), Scale for Assessment of Positive Symptoms (SAPS), Clinical Global Impressions-Severity Scale (CGI-S), Simpson Angus Scale (SAS), und Schedule for Assessment of Insight (SAI) erfasst.

Positiv- und Negativsymptomatik

Zum Beispiel: Während beide Medikamente Wirksamkeit bei der Linderung der Positiv-Symptomatik demonstrierten, war ihre Wirkung in Bezug auf die negativen Symptome nicht so deutlich.

Die generelle Psychopathologie zeigte sich ebenfalls deutlich verbessert. Auch hinsichtlich der extrapsyramidalen Nebenwirkungen schnitt weder Quetiapin noch Aripiprazol deutlich besser oder schlechter ab.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Social Welfare and Rehabilitation Sciences, Current Psychopharmacology - DOI:10.2174/2211556005666160301231207; Juli 2016

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