Desvenlafaxin

Antidepressiva - Psychopharmaka

Wirkung, Indikation

Desvenlafaxin (Handelsnamen: Pristiq, Desfax, Ellefore)
Wirkstoff bzw. Wirkstoffgruppe: Desvenlafaxin; Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
Wirkung auf Organismus als: Antidepressivum
Wirksamer Hauptmetabolit von Venlafaxin; SSRI (Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) und Noradrenalin Aufnahmehemmer (präsynaptisch).

Indikation, Anwendung bei: Depressionen.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen bei Desvenlafaxin:

Sehr häufig (mehr als 10%):Hyperhidrosis, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit

Häufig (1-10%): Albträume - abnorme Träume, Angst, Appetitlosigkeit, Blutdrucksteigerung, Brechreiz, Diarrhö, Ejakulationsstörung - verzögerte Ejakulation, Entzugssyndrom (bis 5%) mit Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Angst, Reizbarkeit, Schlafstörungen, abnormen Träumen, Müdigkeit, Durchfall und Hyperhidrosis, Erbrechen, Flush, Gewichtsabnahme, Gähnen, Hautausschlag, Hypercholesterinämie, Hypertonie, Hypertriglyzeridämie, Impotenz, Libidoverlust, Magen-Darm-Störung, Müdigkeit, ein- oder beidseitige Erweiterung der Pupille, Obstipation, Orgasmusstörung, Palpitationen, Parästhesien, Proteinurie, Reizbarkeit, Schwächezustand, Schüttelfrost, Somnolenz, Störung des Geschmacksinns, Tachykardie, Therapieabbruch wegen Unverträglichkeit, Tinnitus, Tremor, verschwommenes Sehen

Gelegentlich (0,1-1%): Harnverhaltung, Konzentrationsstörung, Nervosität

Ferner (unter 0,1%): allergische Reaktion, Angina pectoris, Dyspnoe - möglich, extrapyramidale Symptome, Hemmung von CYP 2D6 - gering, Herzinfarkt, Husten - möglich (für Venlafaxin beschrieben), Hyperprolaktinämie, Hypomanie, Hyponatriämie, Krampfanfälle, Nasenbluten, orthostatische Hypotonie, Persönlichkeitsstörungen, Lungenentzündung - eosinophile möglich, Suizidalität - während der Therapie oder kurze Zeit nach Absetzen, insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis einschließlich 24 Jahren, Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, Synkope, Transaminasenanstieg, Verstoffwechselung über CYP 3A4 - gering.

Bei Kindern u. Jugendlichen mit schweren Depressionen - Studien zur Wirksamkeit

28.05.2018 Neue im Fachblatt Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology veröffentlichte Studien mit Kindern und Jugendlichen mit schweren depressiven Störungen untersuchten die Wirksamkeit und Sicherheit von Desvenlafaxin (Pristiq, Pfizer) im Vergleich zu Placebo.

Hohe und niedrige Dosen versus Placebo

Chemische Strukturformel
Bild: Chemische Strukturformel

In dem Artikel "Desvenlafaxin versus Placebo bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit schweren Depressionen" konnten Dr. Sarah Atkinson vom Finger Lakes Clinical Research (Rochester, NY) und Kollegen zeigen, dass weder eine niedrige noch eine hohe Dosis Desvenlafaxin signifikant wirksamer als Placebo in der Behandlung von klinischer Depression bei Kindern und Jugendlichen (7-11 Jahre alt) war.

Nach acht Wochen lagen die angepassten Mittelwerte (Standardfehler) der Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert bei der Children's Depression Rating Scale-Revised-Gesamtwertung für die geringe Desvenlafaxin-Exposition (20, 30 oder 35 mg/Tag bezogen auf das Basisgewicht), hohe Exposition (25, 35 oder 50 mg/Tag, bezogen auf das Ausgangsgewicht) und Plazebo bei -23,7 (1,1), -24,4 (1,1) bzw. -22,9 (1,1). Die Inzidenz von unerwünschten Ereignissen war bei den Gruppen ähnlich.

Vs. Placebo, Fluoxetin

Ein ähnlicher Befund der Nicht-Wirksamkeit wurde in dem Artikel "Desvenlafaxin vs. Placebo in einer Fluoxetin-referenzierten Studie an Kindern und Jugendlichen mit schweren Depressionen" berichtet.

Dr. Karen Weihs von der Universität Arizona und Kollegen stellten fest, dass Kinder und Jugendliche nach 8 Wochen Behandlung mit 25-50 mg/Tag Desvenlafaxin keine signifikant verbesserten Ergebnisse auf einer Depressionsbewertungsskala hatten als Studienteilnehmer, die Placebo oder das Referenzmedikament Fluoxetin erhielten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology (2017). DOI: 10.1089/cap.2017.0099

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