Dexmedetomidin

Beruhigungsmittel - Psychopharmaka

Wirkung, Indikation

Dexmedetomidin, verkauft u.a. unter den Handelsnamen Dexdomitor, Dexdor, ist ein Angst reduzierendes (Anxiolytikum), beruhigendes und schmerzstillendes Medikament.

Das Psychopharmakon zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, eine Sedierung ohne Risiko von Atemdepressionen herbeizuführen (im Gegensatz zu anderen häufig verwendeten Beruhigungsmitteln wie Propofol, Fentanyl und Midazolam) und kann kooperative oder semi-arousable Sedierung bieten.

Ähnlich wie Clonidin handelt es sich um einen Agonisten, der in bestimmten Teilen des Gehirns die gleichen sogenannten "adrenergischen" Rezeptoren beeinflusst. Dexmedetomidin-Hydrochlorid wird auch in der Veterinärmedizin für Hunde und Katzen eingesetzt.

Dexmedetomidin wird zur leichten bis mittelschweren Sedierung eingesetzt.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkunge des Medikaments sind:

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen sind:

Häufige Nebenwirkungen sind:

Gegenanzeigen, Kontraindikation

Einsatz zur Prävention von Delirium bei kritisch Kranken

15.03.2018 Niedrig dosiertes Dexmedetomidin reduziert Delirium bei kritisch kranken Erwachsenen deutlich laut einer im Fachblatt American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlichten Studie.

Dexmedetomidin ist mit weniger Delirien als Benzodiazepine verknüpft, und erzielt eine bessere Schlafarchitektur als Benzodiazepine oder Propofol; die Wirkung des Medikaments auf Delirium und Schlaf bei nächtlicher Verabreichung an Patienten, die Sedierung benötigen, ist noch unklar.

Chemische Strukturformel
Bild: Chemische Strukturformel

Dr. Yoanna Skrobik von der McGill Universität in Montreal und Studienkollegen randomisierten 100 Delirium-freie, kritisch kranke erwachsene Patienten, die Beruhigungsmittel erhielten, auf nächtliches intravenöses Dexmedetomidin (0,2 mcg / kg / min) oder Placebo bis zur Entlassung aus der Intensivstation. Auswirkungen auf Delirium und Schlaf wurden untersucht.

Wirkungsvergleich mit Placebo

Die Forscher fanden heraus, dass nächtliches Dexmedetomidin mit einem größeren Anteil von Patienten verknüpft war, die während des Aufenthaltes auf der Intensivstation Delirium-frei blieben (relatives Risiko 0,44; P = 0,006). Jedoch war der durchschnittliche Leeds Sleep Evaluation Questionnaire Score zwischen den beiden Gruppen ähnlich.

Vergleich der Nebenwirkungen

Die Gruppen hatten auch ähnliche Auftretenshäufigkeiten von Hypotonie (zu niedriger Blutdruck), Bradykardie (Herzschlag unter 60 Schläge pro Minute) oder beidem.

Diese Studie, die darauf hindeutet, dass die nächtliche Verabreichung von niedrig dosiertem Dexmedetomidin Delirien signifikant reduziert - ohne die Nebenwirkungen zu erhöhen, ist die erste, die eine wirksame pharmakologische Deliriumprävention bei kritisch kranken Erwachsenen beschreibt, schreiben die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: McGill Universität; American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine - https://doi.org/10.1164/rccm.201710-1995OC

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter