Fluoxetin

Antidepressivum - Psychopharmaka

Fluoxetin
Chemische Strukturformel von Fluoxetin

Wirkung

Einordnung unter: Psychoanaleptika, Antidepressiva, Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer.

Fluoxetin
Das Psychopharmakon gehört zu den SSRI, Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern.
Die Wirkung auf den Organismus ist Antidepressiv, es kommt also bei Depressionen zum Einsatz.
Die Arznei gehört zu den rezeptpflichtigen Psychopharmaka und wird verkauft in Österreich, der Schweiz und in Deutschland.

Die Nebenwirkungen

Vereinzelt vorgekommene Nebenwirkungen sind:

Selten auftretende unerwünschte Wirkungen:


Gelegentlich können systemische Reaktionen auftreten, Hautauschlag, Vaskulitis.

Häufig unter Fluoxetin auftretende Nebenwirkungen:

Sehr häufig auftretende unerwünschte Wirkungen dieses Antidepressivums sind:

Gegenanzeigen

Fluoxetin nicht anwenden bei: Kombination mit MAO-Hemmern. Nicht innerhalb 2 Wochen nach Beendigung einer Therapie mit MAO-Hemmern. Therapie mit MAO-Hemmern erst frühestens 5 Wochen nach Beendigung der Fluoxetin-Therapie beginnen.

Anwendungsbeschränkungen

Fluoxetin nur bedingt anwenden wenn: Alter über 65 Jahre oder unter 18 Jahren. Bei bipolarer Störung, Blutungsneigung, akutes Engwinkelglaukom, Exsikkose, Fruktose-Intoleranz...Glukose-Galaktose-Malabsorption...Saccharase-Isomaltase-Mangel (wenn Hilfsstoff Saccharose enthalten ist), Epilepsie (auch in der Vorgeschichte). Instabiles Anfallsleiden, Manie/Hypomanie in der Vorgeschichte, akute Herzerkrankung, gleichzeitig Einnahme von oralen Antikoagulantien, AM die die Plättchenfunktion beeinflussen (z.B. atypische Neuroleptika wie Clozapin, Phenothiazin-Derivate, trizyklische Antidepressiva, ASS, NSAR), andere Substanzen die ein Blutungsrisiko erhöhen. Blutungen in der Vorgeschichte, Elektrokrampfbehandlung, Leberfunktionsstörungen, Diabetes.

In der Schwangerschaft: Sorgf. Nutzen-Risiko-Abwägung, wenn nicht sogar kontraindiziert.
Während der Stillzeit: Sorgf. Nutzen-Risiko-Abwägung, wenn nicht sogar kontraindiziert - vorher Abstillen.

Wechselwirkungen

Mit folgenden Medikamenten/Wirkstoffen kann es zu Wechselwirkungen bei der Einnahme von Fluoxetin bzw. der Präparate, die den Wirkstoff enthalten, kommen:

Mit Haloperidoldecanoat kann es zu einem erhöhten Spiegel von: Haloperidol kommen;
Mit Haloperidoldecanoat kann es zu extrapyramidalen Symptomen kommen;
Bei Hydromorphon-HCl gab es einen Einzelbericht zum Serotoninsyndrom;
Arzneiwechselwirkungen mit MAO-A-Hemmern (z.B. Moclobemid) und MAO-B-Hemmern (z.B. Selegilin).
Phenytoin.
Arzneimittel mit serotonerger Wirkung (z.B. Tramadol, Triptane).
Lithium, L-Tryptophan.
Medikamente, die über CYP2D6 verstoffwechselt werden (z.B. Carbamazepin, Flecainid, Encainid, Trizyklika).
Orale Antikoagulantien - Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung (z.B. Warfarin).
Elekrokrampfbehandlung.
Alkoholprodukte.
Johanniskrautprodukte - bzw. Extrakte.

Handelsnamen / Markennamen

Medikamente, die den Wirkstoff Fluoxetin enthalten:

Fluoxetin steigert aggressives Verhalten, beeinflusst Gehirnentwicklung

Das Antidepressivum Fluoxetin war das erste Medikament, das von der FDA für die Behandlung von Major Depression bei Kindern und Jugendlichen zugelassen wurde.

Bis heute ist Fluoxetin auch nur eines von zwei selektiven Serotonin Wiederaufnahme Hemmern (SSRI), die von der FDA für die Behandlung von Major Depression bei Kindern und Jugendlichen zugelassen worden sind; trotz Berichten, die zeigen, dass diese Klasse von Psychopharmaka mit Nebenwirkungen verbunden ist, wie: Agitation, Feindseligkeit und Aggression.

Selektive Serotonin Wiederaufnahme Hemmer

Selektive Serotonin Wiederaufnahme Hemmer gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten in der Psychiatrie seit einem Jahrzehnt. Während es eine Fülle an Informationen gibt bezüglich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit bei Erwachsenen, existieren beträchtlich weniger Daten, bezüglich ob sie für Kinder auch sicher sind.

Offensive Aggressionen bei Hamstern

Eine in Behavioral Neuroscience von Prof. Richard Melloni, Northeastern Universität, herausgegebene Studie, zeigt, dass die wiederholte Gabe einer niedrigen Dosis von Fluoxetin an junge Hamster offensive Aggressionen dramatisch ansteigen ließ. Dramatisch änderte sich auch die Entwicklung von Gehirnbereichen, die direkt mit der Kontrolle der aggressiven Reaktionen verbunden sind.

"Diese Daten zeigen eindeutig, dass wiederholter Kontakt mit Fluoxetin im Jugendalter ein direktes aggressives Verhalten stimuliert, und die normale Entwicklung von zwei wichtigen Gehirnsystemen, d.h. die Serotonin und Vasopressin Neural-Systeme, in einer Weise verändert, die mit den gezeigten hoch aggressiven Verhaltensmerkmalen konsistent ist".

Auswirkungen von Drogen und Medikamenten aufs Gehirn

Prof. Melloni und sein Team erforschen seit über einem Jahrzehnt die neuralen und behavioralen Folgen von verbotenen Drogen und verschreibungspflichtigen Medikamenten auf das jugendliche Gehirn. Bedeutend ist, dass die während der Studie gesammelten Daten zeigen, dass klinisch relevante Dosen von Fluoxetin, wenn sie in der jugendlichen Entwicklungsphase eingenommen werden, dramatisch die neuralen Verbindungen verändern können, die für die Aggressionskontrolle wichtig sind.

© PSYLEX.de - Quelle: Behavioral Neuroscience, Okt. 2012

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