Guanfacin (Intuniv)

ADS und ADHS-Medikamente - Psychopharmaka

Guanfacin (Markennamen: Estulic, Tenex und die verlängerte Freisetzungsform Intuniv) ist ein sympatholytisches Medikament zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Bluthochdruck. Es ist ein selektiver alpha-2A-Rezeptor-Agonist. Diese Rezeptoren sind stark konzentriert im präfrontalen Cortex (PFC) und dem Locus coeruleus, mit dem Potential, die Aufmerksamkeit zu verbessern, die sich aus Wechselwirkungen mit den Rezeptoren ergeben.

Das Medikament wird derzeit auch getestet bei der Behandlung von Angststörungen und Autismus.

Indikation

Guanfacin wurde von US Food and Drug Administration (FDA) zur Behandlung von ADHS zugelassen, allein oder mit Stimulanzien zusammen bei für Kindern und Jugendlichen im Alter von 6-17 Jahren.

Es wird auch eingesetzt bzw. erprobt bei folgenden Erkrankungen, Symptomen: Bluthochdruck, Angst, Posttraumatischer Belastungsstörung, Tics und Behandlung von Entzugserscheinungen.

Nebenwirkungen

Chemische Strukturformel guanfacin
Chemische Strukturformel

Sehr häufige Nebenwirkungen sind:

Häufige Nebenwirkungen sind:

Intuniv: Sicher und effektiv in Autismus-Behandlung

11.09.2015 Mehrere verschiedene Medikamente werden zur Verringerung von Ablenkbarkeit, Hyperaktivität und impulsivem Verhalten bei Kindern eingesetzt, aber die meisten dieser Medikamente wurden bisher nicht ausreichend bei Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) untersucht.

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Symbolbild

Eine in der Zeitschrift American Journal of Psychiatry veröffentlichte Studie präsentiert die Ergebnisse einer Multisite-Studie mit Guanfacin XR (extended-release: retard - verlangsamt freigesetzt; der Handelsname ist Intuniv) bei Kindern mit Autismus. Laut den Forschern ist Guanfacin Retard sicher und wirksam bei der Verringerung von Hyperaktivität und Impulsivität bei Autismus.

Hyperaktivität und Impulsivität

An fünf Standorten wurde 62 Kindern (53 Jungen, 9 Mädchen) mit ASS und moderater bis schwerwiegender Hyperaktivität für acht Wochen Guanfacin oder eine Placebotablete in einer randomisierten und doppelblinden klinischen Studie gegeben. Das Forscherteam befragte die Eltern und maß die Gesamtreaktionen jedes Kindes.

Nach acht Wochen zeigte sich Guanfacin bei der Verringerung von Hyperaktivität und Impulsivität der Placebo-Behandlung klar überlegen.

Die Guanfacin-Gruppe zeigte einen Rückgang um 43,6% bei den Punkten auf der Aberrant Behavior Checklist-Hyperaktivitätsskala verglichen mit einem 13,2% Rückgang in der Placebo-Gruppe.

Die Rate des positiven Ansprechens (sehr verbessert oder sehr stark verbessert auf der Clinical Global Impression Improvement-Skala) betrug 50% (15 von 30) für Guanfacin im Vergleich zu 9,4% (3 von 32) in der Placebogruppe.

Eine kurze kognitive Batterie zu Arbeitsgedächtnis und Bewegungsplanung zeigte keine Unterschiede zwischen den Gruppen vor oder nach 8-wöchiger Behandlung.

Vier mit Guanfacin behandelte Patienten (13,3%) und vier Placebo-Patienten (12,5%) verliessen die Studie vor der 8. Woche.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Benommenheit, Müdigkeit und verminderter Appetit (weitere Nebenwirkungen).

Es gab keine signifikanten Veränderungen im EKG in beiden Gruppen. Bei Teilnehmern in der Guanfacin-Gruppe sank der Blutdruck in den ersten 4 Wochen, und kehrte dann fast völlig zur Basislinie am Endpunkt (Woche 8) zurück. Die Pulsrate zeigte ein ähnliches Muster, blieb aber niedriger als bei der Basislinie am Endpunkt.

Guanfacin wurde ursprünglich entwickelt, um den Blutdruck bei Erwachsenen zu senken. Die Retard-Version Intuniv ist bereits bei Kindern getestet worden und ist in den USA für die Behandlung von ADHS zugelassen (in der EU wartet das Medikament noch auf die Zulassung).

Auf Grundlage dieser Ergebnisse schlägt das Team vor, dass die Überwachung von Blutdruck und Herzschlag besonders in den Frühstadien der Verabreichung von Guanfacin wichtig ist. Die Versuchsresultate legen nahe, dass die XR-Variante eine sichere und wirkungsvolle Behandlung gegen Hyperaktivität und Impulsivität bei Autismus ist.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Emory University, American Journal of Psychiatry; Sept. 2015

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