Lamotrigin

Antiepileptika - Psychopharmaka

Wirkung

Lamotrigin
Wirkstoff: Lamotrigin (Handelsnamen sind Elmendos, Gerolamic, Lamictal)
Wirkung auf Organismus als: Antiepileptikum, Einsatz auch als Psychopharmakon bei Bipolare Störung.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen bei Lamotrigin:

Anstieg der Anfallshäufigkeit bei Lamotrigin. Doppeltsehen, verschwommenes Sehen, Bindehautentzündung, gastrointestinale Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Erhöhung der Leberwerte, Leberfunktionsstörungen, Leberversagen, Lupus-ähnliche Reaktionen. Müdigkeit - deshalb Vorsicht im Straßenverkehr !

Medikamente, die den Wirkstoff Lamotrigin enthalten: Elmendos, Gerolamic, Lamictal, Lamotribene.

Epilepsie-Medikament erhöht nicht Risiko für Geburtsfehler

09.05.2016 Die Einnahme des Medikaments Lamotrigin scheint nicht zu einem erhöhten Risiko für Geburtsschäden wie Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder Klumpfuß zu führen laut einer in Neurology veröffentlichten Studie der Ulster University.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Klumpfuß

Frühere Studien zu diesem Medikament zeigten ein erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer- oder Kiefer-Gaumenspalte und ein erhöhtes Risiko für Klumpfuß, aber eine Reihe anderer Studien konnten das nicht bestätigen, sagte Studienautorin Helen Dolk. Die aktuelle Studie hat nun eine sehr viel größere Studienpopulation.

chemische Strukturformel Lamotrigin
Chemische Strukturformel

Für die Studie konnten die Forscher auf Daten von mehr als 10 Millionen Geburten während einer Zeitspanne von 16 Jahren zugreifen. Bei diesen gab es 226.806 Babys mit Geburtsfehlern. Innerhalb dieser Gruppe fanden die Forscher 147 Babys, die im ersten Trimenon der Schwangerschaft dem Medikament Lamotrigin ausgesetzt waren und die nicht-genetische Geburtsfehler hatten.

Die Forscher fanden heraus, dass Babys mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder Klumpfuß nicht wesentlich häufiger als Babys mit anderen Geburtsfehlern dem Medikament in den ersten drei Monaten ausgesetzt waren.

In der allgemeinen Bevölkerung wird 1 von 700 Babys mit Lippen-Kiefer- oder Gaumenspalte (0,14 Prozent) und fast eines von 1.000 Babys mit Klumpfuß geboren.

Die Forscher können ein geringes Risiko nicht ausschließen, aber sie schätzen das erhöhte Risiko von Lippen-Kiefer- oder Kiefer-Gaumenspalten bei Babys mit Lamotrigin-Exposition auf weniger als eines von 550 Babys. Die Wissenschaftler hatten keine spezifischen Informationen über die Dosierung und empfehlen weitere Studien, die dies untersuchen.

Da über ein erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer- oder Kiefer-Gaumenspalten bei allen Antiepileptika berichtet wurde, empfehlen die Wissenschaftler allen Müttern mit Epilepsie - egal welches Medikament sie nehmen - zur besonderen Aufmerksamkeit auf die Untersuchung des Babys auf Kiefer-Gaumenspalten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Ulster University, Neurology - DOI: 10.1212/WNL.0000000000002540; April 2016

Hämophagozytische Lymphohistiozytose: FDA warnt vor seltener schwerer Immunsystemreaktion

30.04.2018 Die Food and Drug Administration (FDA) der USA warnt davor, dass das gegen Krampfanfälle und bipolare Störungen eingesetzte Medikament Lamotrigin (Handelsnamen sind Lamictal, Elmendos, Gerolamic) eine seltene, aber sehr schwere Reaktion hervorrufen kann, die das körpereigene Immunsystem gegen Infektionen übermäßig aktiviert.

Hämophagozytische Lymphohistiozytose

Dies kann zu schweren Entzündungen im ganzen Körper, zu Krankenhauseinweisung und zum Tod führen, besonders wenn die Immunreaktion nicht schnell genug diagnostiziert und behandelt wird. Deshalb fordert die FDA einen neuen Warnhinweis zu diesem Risiko in den Verschreibungsinformationen von Lamotrigin.

Die Reaktion des Immunsystems, die sogenannte hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH), verursacht eine unkontrollierte Reaktion des Immunsystems. HLH präsentiert sich in der Regel als anhaltendes Fieber, normalerweise höher als 38° Celsius, und es kann zu schweren Problemen mit Blutzellen und Organen im ganzen Körper wie Leber, Nieren und Lunge führen.

Sehr seltene Nebenwirkung

In den 24 Jahren seit der Zulassung von Lamotrigin 1994 identifizierte die FDA weltweit acht Fälle von bestätigter oder vermuteter HLH im Zusammenhang mit dem Medikament bei Kindern und Erwachsenen.

Patienten oder ihre Betreuer sollten sich sofort an ihr medizinisches Fachpersonal wenden, wenn sie während der Einnahme von Lamotrigin Symptome von HLH verspüren.

Hämophagozytische Lymphohistiozytose kann innerhalb von Tagen bis Wochen nach Behandlungsbeginn auftreten. Eine körperliche Untersuchung und spezifische Laborblutproben und andere Auswertungen werden eingesetzt, um HLH zu bestimmen.

Anzeichen und Symptome

Anzeichen und Symptome von HLH sind unter anderem:

Die FDA warnt jedoch davor, die Behandlung mit Lamotrigin zu stoppen, ohne vorher mit dem Arzt zu sprechen, da der Abbruch der Behandlung zu schweren Problemen führen kann.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: FDA

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