Lisdexamfetamin (Elvanse): Binge-Eating

Psychostimulans - Psychopharmaka

Wirksamkeit bei Binge Eating

15.01.2015 In bestimmten Dosen konnte sich das Medikament Lisdexamfetamin (Handelsname Elvanse) bei der Behandlung von Binge-Eating-Störung wirkungsvoller als eine Placebobehandlung zeigen.

Binge-Eating-Störung

Binge-Eating-Störung (BES) ist eine Essstörung, die durch Essattacken ohne anschließendes Erbrechen gekennzeichnet ist. Die Störung geht oft mit weiteren psychischen Erkrankungen und Fettleibigkeit einher.

Laut der in JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie könnte Psychotherapie die Erkrankung eindämmen, doch die Implementation dieser Behandlungsform ist bei dieser noch nicht formal bestätigten Störung nicht weit verbreitet. Folglich sind viele Patienten mit BES unterversorgt, obwohl sie große Probleme in ihren sozialen und persönlichen Angelegenheiten haben. Bisher sind noch keine Medikamente gegen Binge Eating zugelassen worden.

Susan L. McElroy und Kollegen vom Research Institute, Lindner Center of HOPE, USA, verglichen Lisdexamfetamin mit einer Placebobehandlung bei Erwachsenen mit modereater bis schwerer Binge-Eating-Störung in einer randomisierten klinischen Studie (Mai 2011 bis Januar 2012).

Das Psychostimulans bei BES

Lisdexamfetamin ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der Phenylisopropylamine und hat eine stimulierende Wirkung. In Deutschland ist es unter dem Namen Elvanse in den USA unter Vyvanse auf dem Markt. Es kommt bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS zum Einsatz, die auf Methylphenidat (Ritalin) nicht ausreichend ansprachen.

McElroys Studie mit 260 Erwachsenen mit BES (+ Kontrollgruppenteilnehmer) untersuchte verschiedene Dosierungen (30, 50 oder 70mg Elvanse pro Tag) hinsichtlich der Wirksamkeit.

  1. Die Anzahl der Binge-Eating-Tage verringerte sich in den 50mg und 70 mg Gruppen, aber nicht in der 30 mg Gruppe deutlich gegenüber dem Placebo-Behandlungsarm.
  2. Die Resultate zeigten auch, dass der Prozentsatz der Patienten, die vier Wochen BES-frei waren, in der Placebo-Gruppe (21.3%) niedriger war als in den 50mg (42.2%) und 70mg (50.0%) Lisdexamfetamin-Gruppen.
  3. In allen drei Elvanse-Gruppen kam es zu einer allgemeinen Verbesserung hinsichtlich der Schwere der Symptome.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: McElroy S, et al "Efficacy and safety of lisdexamfetamine for treatment of adults with moderate to severe binge-eating disorder" JAMA Psychiatry 2015; DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2014.2162.; Research Institute, Lindner Center of HOPE; Jan. 2015

FDA-Zulassungserweiterung für VYVANSE auf Binge-Eating-Störung

31.01.2015 Die US Food and Drug Administration erweiterte die zugelassene Verwendung von VYVANSE (aktive Substanz ist Lisdexamfetamin Dimesylat; in Europa unter dem Namen Elvanse auf dem Markt) auf die Behandlung von Binge-Eating-Störung bei Erwachsenen. Das Medikament ist das erste von der FDA zugelassene Medikament zur Behandlung dieser Erkrankung. Damit dürfte die Zulassung des Medikaments für diese Störung auch für Europa näher rücken.

"Binge eating kann zu schweren gesundheitlichen Problemen und Schwierigkeiten auf der Arbeit, zu Hause, und im gesellschaftlichen Leben führen", sagte Mitchell Mathis von der FDA. "Die Zulassung von VYVANSE bietet Ärzten und Patienten eine wirksame Option zur Eindämmung der Essattacken-Episoden."

Die Wirksamkeit von Elvanse/VYVANSE bei der Behandlung von Binge-Eating-Störung wurde in zwei klinischen Studien mit 724 Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Binge-Eating-Störung überprüft. In den Studien zeigten die Teilnehmer unter Lisdexamfetamin einen Rückgang der Zahl der Binge-Eating-Tage in der Woche und weniger zwanghaftes Essen im Vergleich zu denen, die ein Placebo bekamen ... mehr zur Wirksamkeit.

Warnhinweise

VYVANSE wird mit einigen Warnhinweisen ausgeliefert. Die schwersten Risiken sind psychiatrische Probleme und Herzkomplikationen, einschließlich plötzlicher Tod bei Menschen, die Herzprobleme oder Herzfehler haben, und Schlaganfall und Herzinfarkt bei Erwachsenen. Stimulanzien des zentralen Nervensystems - wie Lisdexamfetamin - können psychotische oder manische Symptome wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Manien, auch bei Personen verursachen, die vorher nicht an einer psychotischen Erkrankung litten.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Menschen, die Elvanse/VYVANSE in den klinischen Studien hatten waren trockener Mund, Insomnie (Schlaflosigkeit), erhöhte Herzfrequenz, Nervosität, Verstopfung und Angst...zu den Nebenwirkungen.

Lisdexamfetamin wurde nicht genehmigt und wird nicht empfohlen zur Gewichtsabnahme. Seine Wirksamkeit zur Gewichtsreduktion wurde nicht untersucht.

VYVANSE ist 2007 als einmal täglich einzunehmendes Medikament zur Behandlung von ADHS bei Patienten ab 6 Jahren von der FDA zugelassen worden (Deutschland 2013). Das Medikament hat ein hohes Potenzial für Missbrauch, da die Einnahme potenziell zu einer Abhängigkeit führen kann.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: FDA, Jan. 2015

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