Lurasidon / Latuda

Neuroleptika / Antipsychotika - Psychopharmaka

Indikation / Wirkweise

Latuda: Chemische Strukturformel von Lurasidon
Latuda: Chemische Strukturformel von Lurasidon

Latuda (aktive Substanz ist Lurasidon) ist ein in Deutschland nicht mehr zugelassenes Antipsychotikum und gehört zu den Indol-Derivaten. Indiziert ist das Neuroleptikum für die Behandlung von Schizophrenie bei Patienten im Alter von 18 Jahren oder älter. Derzeit noch nicht in Deutschland zugelassen ist die Behandlung depressiver Phasen bei bipolarer Störung (in den USA hierfür bereits genehmigt).

Der ATC-Code von Latuda ist: N05AE05: N - Nervensystem, N05 - Psycholeptika, N05A - Antipsychotika, N05AE - Indol-Derivate.

Das Antipsychotikum Latuda wird von Takeda Pharma A/S in Form von 18,5 mg, 37 mg und 74 mg Filmtablette vertrieben.

Update: Der Hersteller hat das Medikament am 01.03.2015 vom deutschen Markt genommen. Patienten können das Medikament z.B. auch als EU-Import weiterhin erhalten und nutzen, wobei es evtl. auch von den Krankenkassen bezahlt wird.

Wirksamkeit und Sicherheit

Lurasidon bindet primär an dopaminergen D2- und serotonergen 5-HT2A und 5-HT 7-Rezeptoren. Dadurch wirkt es sich auf die Aktivität des Gehirns aus und reduziert die Symptome von Schizophrenie (psychotische Symptome).

Die Vorteile sind also seine Fähigkeit, psychotische Symptome zu verbessern. Latuda Tabletten waren in vier Studien wirksamer als Placebos bei der Verringerung der Schizophreniesymptome.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Latuda/Lurasidon sind

Die vollständigen Nebenwirkungen, Gegenanzeigen/Kontraindikation und Wechselwirkungen des Neuroleptikums sind dem Beipackzettel zu entnehmen.

FDA lässt Lurasidon HCI für Schizophrenie zu

Lurasidon (Markenname Latuda) Tabletten sind von der U.S. Food and Drug Administration genehmigt worden, um erwachsene Patienten mit Schizophrenie zu behandeln, die etwa 1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung der USA in einem Jahr betrifft, sagte die Agentur Donnerstag in einer Pressemitteilung.

Latuda ist ein atypisches antipsychotisches Psychopharmakon.

Alle Medikamente in dieser Klasse enthalten einen Beipackzettel, der vor dem ungenehmigten Gebrauch von älteren Patienten mit demenzgebundener Psychose warnt, da es das Sterblichkeitsrisiko steigert.

Kein atypisches Antipsychotikum ist zugelassen für ältere Patienten mit demenzgebundener Psychose, warnte die Agentur.
Latuda wurde genehmigt, basierend auf vier sechswöchigen klinischen Studien mit Erwachsenen mit Schizophrenie.

Nebenwirkungen von Lurasidon

Häufigste ungünstige Reaktionen von Lurasidon schlossen:

ein. Weitere Nebenwirkungen hier.

Latuda wird von Sunovion Pharmaceuticals produziert, Fort Lee, N.J.,USA.

© PSYLEX.de - Quelle: U.S. Food and Drug Administration, Nov. 2010

Latuda bei Schizophrenie

CHMP Zulassungsempfehlung

Der CHMP* hat Latuda (Wirkstoff Lurasidon) von der Firma Takeda Pharma A/S für die Zulassung zur Behandlung von Schizophrenie empfohlen.

Latuda soll in Form von 18.5 mg, 37 mg und 74 mg Filmtabletten verkauft und bei Erwachsenen (ab dem Alter von 18) für die Behandlung von Schizophrenie zugelassen werden.

Ein Pharmakovigilanz-Plan für Latuda soll als Teil der Zulassung implementiert werden.

*CHMP: Committee for Medicinal Products for Human Use (Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde)

*Update EU-Zulassung 02.04.2014*

EU-Zulassung

Die Europäische Kommission hat am 27.03.2014 der Firma Takeda Pharma A/S die Genehmigung zur Vermarktung von Latuda mit der aktiven Substanz Lurasidon zur Behandlung von Schizophrenie erteilt.

Die Zulassung von Lurasidon erfolgte aufgrund von vier Studien über sechs Wochen, in denen die Wirksamkeit des Antipsychotikums im Vergleich zu einer Plazebobehandlung nachgewiesen wurde.

Die Indikation lautet: Latuda ist für die Behandlung von Schizophrenie bei Erwachsenen im Alter von 18 Jahren und älter angezeigt.

© PSYLEX.de - Quelle: EMA, April 2014

IQWiG: Kein zusätzlicher belegter Nutzen von Latuda bei Schizophrenie

02.02.2015 Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) konnte in seiner Überprüfung der zur Verfügung gestellten Studiendaten keinen zusätzlichen Nutzen von Latuda (aktive Substanz Lurasidon) bei der Behandlung von Schizophrenie bei der Akuttherapie und bei der Rückfallprophylaxe im Vergleich zu den zweckmäßigen Vergleichsbehandlungen erkennen; unklar ist, ob Lurasidon ähnlich gut wirkt wie die Vergleichsmedikamente.

Akuttherapie

Latuda wurde bei der Akuttherapie vom Hersteller mit Olanzapin, Quetiapin XR oder Risperidon verglichen. Laut IQWiG wichen aber die Lurasidon-Dosen und die der Vergleichsmedikamente Risperidon, Olanzapin und Quetiapin von den Richtlinien bei der Verabreichung ab, wodurch die Studienresultate im Hinblick auf die Wirksamkeit selbst infrage zu stellen seien.

Rückfallprävention

Im Vergleich mit Risperidon zeigte sich Latuda im Hinblick auf die Rückfallprävention laut der Vergleichsstudie nicht unterlegen laut Hersteller. Laut IQWiG wurde dieser Endpunkt jedoch nicht erreich. Auch sei unsicher, ob die Wirkung bei der Unterdrückung der Schizophreniesymptome ähnlich groß sei wie die von Risperidon.

Bei den Nebenwirkungen gäbe es laut IQWiG insgesamt weder Vor- noch Nachteile für Lurasidon im Vergleich zu Risperidon.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Feb. 2015

Schreiben Sie uns >> hier << über Ihre Erfahrungen und lesen Sie die Erfahrungsberichte / Kommentare zu diesem Thema.

Weitere News / Forschung

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter