Memantin (Memando, Axura, Ebixa)

Antidementivum - Psychopharmakon - Antidepressivum

Wirkung, Indikation

Memantin ist das erste einer neuartigen Klasse von Alzheimer-Medikamenten, die auf das glutamaterge System durch Blockierung von NMDA-Rezeptoren wirken. Es wurde zuerst von Eli Lilly und Company 1968 als potenzieller Wirkstoff zur Behandlung von Diabetes synthetisiert; die NMDA-Aktivität wurde in den 1980er Jahren entdeckt.

Der Wirkstoff ist unter dem Markennamen Memando, Axura, Ebixa, Namenda im Handel erhältlich. Der Arzneistoff ist ein abgeleiteter Stoff ähnlicher Struktur wie Amantadin.

Memantin kommt bei der Behandlung von moderater bis schwerer Demenz bei Alzheimer-Krankheit, bei Morbus Parkinson (wie Amantadin) und auch bei psychischen Erkrankungen wie Depression (in Kombination mit dem Antidepressivum Sertralin), ADHS und Zwangserkrankungen.

Nebenwirkungen

Memantin ist im Allgemeinen gut verträglich. Häufige Nebenwirkungen (=1% der Patienten) sind:

Weniger häufige Nebenwirkungen sind: Erbrechen, Angstzustände, Hypertonie, Zystitis und erhöhte Libido. Außerordentlich selten können extrapyramidale Nebenwirkungen (wie dystonische Reaktionen, etc.) auftreten, insbesondere in der jüngeren Bevölkerung.

Memantin in Kombination wirksam bei klinischer Depression

09.11.2016 Die Kombination von Memantin (Handelsnamen sind u.a. Memando, Axura, Ebixa) plus Sertralin ist wirksam in der Behandlung von klinischer Depression laut einer im Fachblatt Journal of Clinical Pharmacy and Therapeutics veröffentlichten Studie der Tehran University of Medical Sciences.

Kombination mit Sertralin

memantin
Bild: Chemische Strukturformel

Studienleiter Dr. Meysam Amidfar und Kollegen behandelten 66 ambulante Patienten mit einer Diagnose von mittelschwerer bis schwerer Depression in einer randomisierten, placebokontrollierten, Doppelblind-Studie.

62 Teilnehmer blieben bis zum Ende der sechswöchigen Behandlung mit Memantin plus Sertralin oder Placebo plus Sertralin dabei. Mit Hilfe der Hamilton Depression Rating Skala (HDRS) wurden die Depressionssymptome der Patienten an der Basislinie und nach zwei, vier und sechs Wochen bewertet.

Wirksamkeit bei Depression

Die Forscher beobachteten eine deutliche Zeit × Behandlungswechselwirkung beim HDRS-Score in der Analyse (P = 0.007). Die Memantin-Gruppe zeigte signifikant größere Verbesserungen bei allen drei Anschlußsitzungen, und bedeutsam größere Ansprechraten als die Sertralin+Placebo Gruppe nach vier und sechs Wochen.

In der Memantin-Gruppe verbesserten sich die Symptome auch deutlich früher und das Ansprechen auf die Medikamenten-Kombination geschah auch schneller.

Bei beiden Gruppen konnte eine deutliche Verringerung des HDRS-Scores von der Grundlinie bis zum Studienendpunkt (beide P <0.001) beobachtet werden. Es wurden keine schweren Nebenwirkungen berichtet.

Die sechswöchige Behandlung mit Memantin als Zusatztherapie zu Sertralin zeigte ein günstiges Sicherheits- und Wirkungsprofil bei Patienten mit klinischer Depression, schreiben die Autoren. Dennoch seien größere kontrollierte Studien über eine längere Dauer notwendig, um langfristig Sicherheit, Wirkung und die optimale Dosierung zu bewerten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Tehran University of Medical Sciences, Journal of Clinical Pharmacy and Therapeutics - DOI: 10.1111/jcpt.12469; Nov. 2016

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