Pregabalin (Lyrica) gegen Schmerzen

Anti-Epileptikum - Psychopharmaka

Schmerzlinderung bei Reizdarm-Syndrom

17.10.2016 Eine auf der Jahrestagung des American College of Gastroenterology in Las Vegas präsentierte Pilotstudie von Forschern der Mayo Clinic hat festgestellt, dass Patienten mit Schmerzen im Zusammenhang mit Reizdarmsyndrom (RDS) von Pregabalin (Lyrica) profitieren könnten - einem Neuro-Schmerz-Inhibitor, der häufig bei der Behandlung von Fibromyalgie eingesetzt wird.

Es stehen derzeit wenig Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, um die mit Reizdarm verbundenen Bauchschmerzen zu behandeln, sagte Studienautorin Yuri Saito Loftus. "Wir haben angenommen, dass Pregabalin möglicherweise hilfreich sein könnte."

Dr. Saito-Loftus und ihre Kollegen beobachteten 85 Reizdarm-Patienten, die über ein hohes Maß an Bauchschmerzen berichteten. Diese Patienten waren im Alter zwischen 18 und 70 Jahren. Die Placebo-kontrollierte Studie dauerte 12 Wochen.

Die mit Pregabalin behandelten Patienten berichteten über eine deutliche Verbesserung der Schmerztherapie im Vergleich zu denen, die nur ein Placebo erhielten. Vorläufige Daten zeigten auch eine Verbesserung bei anderen Reizdarm-Symptomen, einschließlich Blähungen und Durchfall.

Dr. Saito Loftus sagte, dass die Ergebnisse erst noch von größeren Studien repliziert werden müssten. "Unsere Studie liefert vorläufige Belege dafür, dass Pregabalin eine zusätzliche Behandlungsoption für Patienten mit Reizdarm-Syndrom sein kann, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten versagt haben, aber es ist mehr Forschungsarbeit erforderlich, sagte Loftus.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Mayo Clinic, American College of Gastroenterology; Okt. 2016

Wirksamkeit gegen chronische Schmerzen nach traumatischen Nervenverletzungen

24.09.2018 Eine neue in der Fachzeitschrift Journal of Neurology veröffentlichte Studie zeigt, dass Pregabalin (Handelsname ist Lyrica) nicht wirksam chronische Schmerzen kontrolliert, der sich manchmal nach einer traumatischen Nervenverletzung entwickelt.

Die Ergebnisse der internationalen Studie, die von dem Bestreben getragen wurde, wirksame nicht-opioide Schmerzmedikamente zu identifizieren, zeigen jedoch Potenzial bei der Linderung von Schmerzen, die manchmal nach der Operation auftauchen.

Brennen, Stechen aufgrund von Nerventraumata

Chemische Strukturformel von Pregabalin

Die anhaltenden brennenden oder stechenden Symptome aufgrund von Nerventraumata sind ein Hauptgrund, warum Menschen nach einem Sturz, Autounfall oder einer Operation eine Behandlung wegen chronischer Schmerzen suchen, sagte Dr. John Markman von der Universität Rochester.

Während diese Ergebnisse zeigen, dass Pregabalin bei der Kontrolle der Langzeitschmerzen bei traumatischen Verletzungen nicht wirksam ist, kann es bei Patienten mit postoperativen Schmerzen eine Erleichterung darstellen.

Das von Pfizer unter dem Namen Lyrica vertriebene Medikament ist zur Behandlung von chronischen Schmerzen im Zusammenhang mit Gürtelrose, Rückenmarksverletzungen, Fibromyalgie und diabetischer peripherer Neuropathie zugelassen.

Off-Label bei chronischen Nervenverletzungen

Es wird aber auch häufig als "Off-Label"-Behandlung für chronische Nervenverletzungen verschrieben, die nach Autounfällen, Stürzen, Sportverletzungen, Knie- oder Hüftersatz und Operationen wie Hernienreparatur oder Mastektomie auftreten.

Eine vorangegangene achtwöchige Studie hatte gezeigt, dass Pregabalin die Schmerzintensität bei diesen chronischen, posttraumatischen Schmerzsyndromen besser reduziert als Placebo. Diese Ergebnisse veranlassten viele Ärzte, dieses Medikament gegen Langzeitschmerzen zu verschreiben, die nicht wie erwartet abklingen.

Die aktuelle Forschungsarbeit wurde in 101 Zentren in Nordamerika, Europa, Afrika und Asien durchgeführt und folgte 539 Personen für drei Monate. Die Studienteilnehmer wurden auf zwei Gruppen randomisiert, die entweder Pregabalin oder ein Placebo erhielten.

Schmerzkontrolle

Die Studie ergab, dass Lyrica bei Personen mit traumatischen Nervenverletzungen nicht wirksamer als Placebo bei der Schmerzkontrolle war. Eine retrospektive Analyse einer Untergruppe der Studie von Teilnehmern, deren Nervenschmerzen auf eine Operation zurückzuführen waren, zeigte, dass das Medikament nach 3 Monaten eine bessere Schmerzlinderung als Placebo bot.

Die Möglichkeit, dass es eine Schmerzlinderung für Patienten gab, bei denen eine Hernienreparatur, eine Brustoperation wegen Krebs oder einen Gelenkersatz-OP durchgeführt wurde, bildet die Grundlage für zukünftige Studien bei diesen postoperativen Syndromen, bei denen so viel Bedarf an nicht-opioiden Behandlungen besteht, sagte Studienautor Markman.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Neurology - DOI: 10.1007/s00415-018-9063-9

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